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Stadt Hannover Transportanhänger für verletzte Wölfe gekauft
Aus der Region Stadt Hannover Transportanhänger für verletzte Wölfe gekauft
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07:30 20.01.2017
Von Bernd Haase
Der Wolfsanhänger wird der Region übergeben. Quelle: Nancy Heusel
Hannover

Nach Angaben von Axel Priebs, Umweltdezernent der Region, ist der Anhänger der erste und einzige seiner Art in Niedersachsen. Priebs übergab ihn gestern an die Wolfsberater der Region.

„Für den Umgang mit verletzten Wölfen gilt ein kompliziertes Regelwerk“, erläutert Regionssprecher Klaus Abelmann. Hat ein Autofahrer einen Unfall mit einem Wolf, bei dem dieses verletzt an Ort und Stelle liegen bleibt, muss er der nächsten Polizeidienststelle Meldung erstatten. Diese wiederum hat den Amtstierarzt zu informieren, und nur der Veterinär darf anhand der Verletzungen des Tieres entscheiden, ob er es direkt am Unfallort tötet oder ob der Transport zu einem Tierarzt zwecks Behandlung noch sinnvoll ist. Darauf, dass dieses Prozedere Tücken birgt, haben zunächst Stummeyer, selbst Jäger, und sein Kollege Karsten Ahlborn aufmerksam gemacht und letztlich die Regionspolitik überzeugt.

Wölfe gelten gemeinhin nicht als handzahm - erst recht nicht, wenn sie verletzt sind. „Die Sicherheit für Mensch und Tier an der Unfallstelle sowie beim Abtransport muss gewährleistet sein“, sagt Abelmann. Dafür ist der Anhänger von der Firma Schmidt-Fahrzeugbau aus Eigeltingen in Baden-Württemberg entwickelt worden, einem Spezialisten für Hundeanhänger und -transportboxen. „Es war für uns der erste Auftrag dieser Art“, sagt Geschäftsführer Andreas Schuler.

Der Anhänger verfügt über spezielle Wände; sein Innenraum ist in mehrere Boxen unterteilbar. Zur Ausrüstung zählen Stabschlingen, Fangnetze und wolfsbissfeste Schutzhandschuhe. Außerdem zählen diverse Beleuchtungseinrichtungen zum Paket, mit denen man auch eine Discothek ausstatten könnte. Sie dienen zum Ausleuchten einer Unfallstelle sowie des Umfeldes.

Der Anhänger soll deshalb im nördlichen Regionsgebiet stehen, weil dieses an die Wolfsgebiete im Heidekreis und in den Kreisen Nienburg und Celle anschließt. Er könnte dort bei Bedarf gegen Kostenerstattung zum Einsatz kommen. In der Region selbst waren und sind Wölfe im Raum Burgwedel, der Wedemark und in Neustadt unterwegs. Eines der Tiere war vor knapp zwei Jahren auf der Autobahn bei Großburgwedel überfahren worden und gestorben.

Das Betreten der Eisflächen in der Landeshauptstadt ist weiterhin verboten, die Eisdecke ist trotz des Dauerfrosts in den vergangenen Tagen noch viel zu dünn. Mitarbeiter der Stadt haben am Maschsee gemessen: Am Ufer sei das Eis lediglich rund zwei Zentimeter dick, teilt Stadtsprecher Alexis Demos mit.

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