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Stadt Hannover Klinikum braucht 37,6 Millionen Euro für neue Strategie
Aus der Region Stadt Hannover Klinikum braucht 37,6 Millionen Euro für neue Strategie
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07:55 02.12.2014
Von Mathias Klein
Um eine zukunftsfähige Strategie in den Regionskliniken durchzusetzen, fehlen dem Konzern rund 37 Millionen Euro. Quelle: Dröse/Archiv
Hannover

Maximal 17 Millionen Euro braucht das Regionsklinikum, um den Stellenabbau zu bezahlen. Für Investitionen hat das regionseigene Unternehmen noch am vergangenen Freitag 20,6 Millionen Euro aus dem diesjährigen Regionshaushalt beantragt.

12,6 Millionen Euro davon benötigt das Klinikum für den Ausbau der Altersmedizin. Geplant ist unter anderem der Aufbau einer 60-Betten-Geriatrie im Klinikum Nordstadt oder an einem anderen Standort. Die Setzung medizinischer Schwerpunkte an einzelnen Standorten veranschlagt die Geschäftsführung mit insgesamt 5,5 Millionen Euro, die Stärkung der Notaufnahmen kostet insgesamt 2,5 Millionen Euro.

Für ein Programm zur Beschäftigungssicherung hat die Geschäftsführung insgesamt „temporäre finanzielle Zusatzbelastungen von bis zu 25,3 Millionen Euro“ berechnet, die in den kommenden drei Jahren auf das Klinikum zukommen. 17 Millionen Euro davon sollen als sogenannte Restrukturierungshilfe von der Region fließen. Damit will das Klinikum unter anderem die Altersteilzeitregelungen und Abfindungen finanzieren, die den Personalabbau beschleunigen sollen. Im Einzelnen sind 10 Millionen Euro für Altersteilzeit und 3 Millionen Euro für Aufhebungsverträge vorgesehen. Für den Abbau von 40 Vollzeitstellen im Klinikum Siloah hält das Unternehmen 4 Millionen Euro bereit. Durch diese drei Maßnahmen rechnet die Geschäftsführung ab dem Jahr 2018 mit rund 12 Millionen Euro Einsparungen bei den Personalkosten pro Jahr.

Unterdessen fällt das Echo auf die Pläne unterschiedlich aus. Der Springer Bürgermeister Jörg-Roger Hische (parteilos) hat kein Verständnis für die geplante Schließung des Springer Krankenhauses. „Wenn es möglich ist, den öffentlichen Personennahverkehr mit rund 100 Millionen Euro pro Jahr zu unterstützen, dann müssten doch 2 Millionen Euro für ein kleines Krankenhaus auch möglich sein“, sagt er. Der Lehrter Bürgermeister Klaus Sidortschuk (SPD) hat noch ein wenig Hoffnung, dass das Lehrter Krankenhaus vielleicht doch nicht zugunsten eines Neubaus schließen muss. Und Burgwedels Bürgermeister Axel Düker (SPD) reagierte erleichtert, dass im Nordosten der Region eine klinische Gynäkologie und die Geburtshilfe erhalten bleiben.

Unterdessen hat die FDP-Regionsfraktion die Medizinstrategie begrüßt. Erstmals gebe es ein qualifiziertes Konzept für die Zukunft des Klinikums, sagte Fraktionschef Bernhard Klockow. Er forderte die Geschäftsführung auf, mit anderen Kliniken in Hannover zu verhandeln, um die medizinischen Angebote besser abzustimmen.

Die Linken dagegen befürchten einen zusätzlichen Personalabbau. Insgesamt hätte sich die Region für die Entscheidung mehr Zeit lassen müssen, kritisieren sie.

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