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Stadt Hannover Rettungskräfte diskutieren in Hannover
Aus der Region Stadt Hannover Rettungskräfte diskutieren in Hannover
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13:59 16.03.2019
Großes Interesse: Vorträge beim Hannoversches Notfallsymposium an der MHH. Quelle: Janssen
Hannover

Es geht um schnelles, richtiges Handeln. In erster Linie. Immer noch. Doch für Rettungskräfte geht es am Einsatzort auch immer häufiger ums Reden. Ums Verständigen. Auch über sprachliche Grenzen hinaus –um rechtliche nicht zu überschreiten. Ralf Tries, Staatsanwalt und Rettungsassistent, kennt die Folgen. Beim hannoverschen Notfallsymposium der Johanniter erläutert der Referent diese nicht neue, aber immer wichtigere Sicht auf den Job, die strafrechtlichen Folgen, die ein Einsatz für den Helfer haben kann. Der große Hörsaal im MHH-Gebäude J1 ist übervoll, das Interesse ist groß. „Ich will Ihnen keine Angst machen, ich will Sie schützen“, sagt Tries. In einem „hoffnungslos überforderten Gesundheitssystem mit überfüllten Notaufnahmen“ sollten die Rettungskräfte aufpassen, „sich nicht vor den Karren spannen zu lassen.“ Kompetenz sei gefordert, und die bekomme man nur durch gute Aus- und Fortbildung.

Es gehe beispielsweise um den Transport ins Krankenhaus, der, gegen den Willen des Patienten, Freiheitsberaubung und also strafbar sein könne, genau wie ein venöser Zugang in diesem Sinne Körperverletzung sei, wenn der Patient nicht zustimmt –oder mutmaßlich zustimmt, und da wird es dann rechtlich kompliziert. Wenn beispielsweise der Patient, in Notfallsituationen an der Tagesordnung, nicht mehr einwilligen könne, muss der Helfer den Willen mutmaßen. „Der Wille des Patienten ist der entscheidende Rechtfertigungsgrund für die Maßnahmen.“ Die Herausforderung für den Helfer sei in diesem Fall, die Einsichtsfähigkeit des Patienten festzustellen. Dazu gebe es Hilfsmittel wie Checklisten, aber „eine strukturierte Kommunikation ist dabei von elementarer Bedeutung.“

Immer mehr Einsätze

Darin werden Rettungskräfte mittlerweile geschult, aber es kommt obendrauf. Und das in einer Branche, die, das zeigt das Symposium der Johanniter, nicht von Bewerbern überrannt wird und sich zudem im Wandel befindet. Neben dem Fachkräftemangel im medizinischen Bereich steigen die Einsatzzahlen, auch durch „geändertes Patientenverhalten“, wie Referent Tobias Steffen es nennt, womit vor allem unnötige Alarmierungen gemeint sind, die Mitarbeiter binden. Ausgeschriebene Stellen bleiben oft lange unbesetzt, die Berufswechselwilligkeit der Rettungsdienstler steigt. Hinzu kommen sich ändernde Berufsbilder, der Rettungsassistent wird durch den Notfallsanitäter ersetzt, was in den Teams wiederum zu Kompetenzgerangel führen kann, weil die Zusammenarbeit unter diesen neuen Bedingungen sich erst einspielen muss. Aber das sei zwingend erforderlich, denn „es ist nicht der Einzelne, der den Patienten rettet,sondern das Team, und des funktioniert nur, wenn es gut miteinander abgestimmt ist“, sagt Arzt Steffen, der in Goslar arbeitet.

Den gesamten Sonnabend werden diese Probleme von Notfallhelfern aus dem ganzen Bundesgebiet diskutiert, es geht um die Bedeutung der Telemedizin und die Rolle von Oberärzten im Rettungseinsatz, Dazu gibt es Workshops von Change Management bis zu 12-Kanal-EKG-Schnellinterpretation, auf den Fluren werden technische Neuerungen vorgestellt. Das nächste Symposium im Jahr 2020 wird Teil der „Interschutz“ auf dem Messegelände sein.

 

Von Uwe Janssen

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