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Stadt Hannover Rollstuhlfahrer bekommen am Klagesmarkt die Türen nicht auf
Aus der Region Stadt Hannover Rollstuhlfahrer bekommen am Klagesmarkt die Türen nicht auf
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00:18 24.08.2017
Von Andreas Schinkel
Barrierefrei? Für Bernd Pagell sind die Türen in seinem Haus ein unüberwindbares Hindernis. Quelle: Katrin Kutter
Hannover

In den neuen Wohnhäusern auf dem Klagesmarkt, Prestigebauten für innenstadtnahes Wohnen, haben Behinderte Mühe, in ihre Wohnungen zu gelangen - weil die Türen zu schwergängig sind. „Ohne fremde Hilfe schaffe ich es nicht“, sagt Rollstuhlfahrer Bernd Pagell. Sowohl Haus- als auch Wohnungstür seien nur mit erheblichem Kraftaufwand zu öffnen, gleiches gelte für die Verbindung zur Tiefgarage. „Die Wohnung sollte behindertengerecht sein, aber jetzt komme ich kaum hinein“, sagt Pagell. Weitere Nachbarn mit Behinderungen seien ebenfalls verärgert. Der Vermieter, die städtische Immobiliengesellschaft Hanova, will die Türen jetzt umbauen.

„Beim Bau unserer Wohnungen auf dem Klagesmarkt haben wir alle Normen beachtet“, sagt Hanova-Chef Karsten Klaus. Alles sei mit der Behindertenbeauftragten der Stadt Hannover abgestimmt worden. Klaus betont, dass die Türen so schwer zu öffnen seien, weil sie den aktuellen Brandschutzbestimmungen genügen müssen. „Vorgeschrieben ist ein spezieller Schließmechanismus“, sagt Klaus.

Dennoch räumt der Hanova-Chef ein, dass die Türen in dem Neubau nachgerüstet werden müssen. Das habe man bei einem Ortstermin festgestellt. „Die Haustür werden wir mit einem automatischen Türöffner versehen“, sagt Klaus. Problematisch sei auch der Zugang zur Tiefgarage. Dorte gebe es eine Art Schleuse; die Türen stünden unter starkem Druck.

Umrüsten für mehrere Tausend Euro

Im neuesten Rundschreiben der Hanova an die Mieter teilt das Unternehmen mit, dass die Vorkellertüren mit einer „Überdruckklappe“ versehen werden. Falls das nicht reiche, müssten die Türen komplett erneuert werden.

Auch um die Wohnungstür von Rollstuhlfahrer Pagell werde man sich kümmern, verspricht Klaus. Das Umrüsten koste aber mehrere Tausend Euro. „Einen Teil der Summe wird die Pflegekasse übernehmen, aber einen gewissen Teil sollte er bezahlen“, sagt der Hanova-Chef. Der Rollstuhlfahrer empfindet das als unfair. „Mir wird eine Wohnung vermietet, ohne sich darum zu kümmern, ob ich die Wohnung betreten und verlassen kann. Und jetzt will man die Kosten auf mich abwälzen“, sagt Pagell.

Auch das Entgegenkommen, das Hanova bei den anderen Türen signalisiere, sei keine Geste der Großzügigkeit. „Es liegt doch in der Verantwortung des Vermieters, dass Mieter das Haus ohne Einschränkung betreten und verlassen können“, sagt Pagell. Zudem habe es Monate gedauert, bis das Unternehmen auf seine Beschwerden reagiert habe. Im neuen Verwaltungsgebäude der Hanova gleich nebenan auf dem Klagesmarkt seien längst elektronische Türöffner eingebaut worden, berichtet er.

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