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Stadt Hannover Der Wetterrekord
Aus der Region Stadt Hannover Der Wetterrekord
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14:30 31.12.2014
Von Mathias Klein
Schon Anfang März 2014 lassen die milden Temperaturen in Hannover Frühlingsgefühle hochschlagen, und am 19. Juli, dem mit bis zu 33,8 Grad heißesten Tag des Jahres, sind die Freibäder – wie hier in Ricklingen – brechend voll.Fotos: Hagemann/Rampfel (Archiv) Quelle: Stefan Rampfel
Hannover

Am 19. Juli erreichte der Sommer des gerade zu Ende gehenden Jahres in der Region Hannover seinen Höhepunkt. Um 15.33 Uhr an diesem Tag hat der Wettercomputer des Instituts für Meteorologie eine Temperatur von 33,8 Grad gemessen. Wärmer wurde es nicht mehr. Und mehr Sonne gab es danach eigentlich nur noch im Frühherbst. Während der Sommerferien, die erst am 31. Juli begannen, mussten die Hannoveraner mit einer nicht besonders schönen Mischung aus Wolken, Sonne und Regen fertig werden.

Umso besser, dass die Hannoveraner den kurzen Sommer so richtig genossen. Der Sommer kam am 16. Juli in Form eines Hochdruckgebietes über Mitteleuropa, welches sich vier Tage stabil halten konnte. Bedauerlicherweise fanden zwei der vier echten Sommertage zwar an gewöhnlichen Werktagen statt. Als dann aber das Wochenende kam, gab es kein Halten mehr: Schon am Freitagnachmittag wurden die Grills ausgepackt, am Sonnabend waren die Warteschlangen an den Kassen der Freibäder so lang, wie noch nie in diesem Sommer. Und sie wurden auch nie wieder so lang. Fast 15 Stunden schien die Sonne am Sonnabend. Am Sonntag war der Sommer schon vorbei. Was danach folgte, war ein ständiges Auf und Ab beim Wetter. Vor allem der August wurde ein Monat, der eher wenig an den Sommer erinnerte. An 22 Augusttagen fiel in Hannover Regen - und der war noch nicht einmal richtig warm: Die Durchschnittstemperatur lag mit 16,6 Grad 1,3 Grad unter der langjährigen Durchschnittstemperatur. Für diesen Monat haben die Meteorologen von Wetterkontor noch einen Durchschnittswert von 20,1 Grad errechnet.

Den Freibadbetreibern in der Landeshauptstadt und im Umland half das nicht: Sie müssen im Sommer 2014 starke Einbußen bei den Besucherzahlen hinnehmen. Schuld, so heißt es bei den Badbetreibern, sei nicht nur das durchwachsene Wetter, sondern auch die häufig falschen Wetterberichte im Radio und Fernsehen. Es sei nicht selten vorgekommen, dass im Wetterbericht für Hannover Regen angekündigt worden ist, obwohl den ganzen Tag strahlendster Sonnenschein herrschte, berichtet ein Badbetreiber.

Und dann gab es auch noch eine Kälterekord im August. 3,3 Grad in der Nacht zum 26. August. Es ist der tiefste je gemessene Wert für dieses Datum in Hannover. Im Durchschnitt der vergangenen Jahre verzeichneten die Wetterexperten für dieses Datum eine Tiefsttemperatur von 10,7 Grad.

Aber das Jahr hatte schon ungewöhnlich begonnen. Ein paar Tage nach Neujahr, wenn in früheren Jahren eigentlich immer Schnee gelegen hatte, spürten die Hannoveraner so etwas wie Frühling. In den Gärten sangen Amseln und Meisen, die ersten Apfelbäume blühten und die hier gebliebenen Zugvögel hatten jetzt erst recht keine Lust mehr auf die weite Reise. Als dann gegen Monatsende doch noch ein paar Schneeflocken fielen, beeindruckte das die Hannoveraner kaum. Das sonst übliche Verkehrschaos bei ersten Schneeflocken blieb aus - im Übrigen war es mit dem Wintereinbruch dann auch wieder vorbei. Der Februar war dann einer der wärmsten, die es je in Hannover gegeben hat. Errechnet wurde eine Durchschnittstemperatur von sechs Grad. Das sind - aus der Sicht von Meteorologen enorme - vier Grad mehr als im langjährigen Mittel. Nur einmal im ganzen Monat rutscht die Temperatur unter die Null-Grad-Marke und das gerade einmal für eine ganze Stunde.

Ungewöhnlich aber höchst erfreulich ist dann auch der Frühlingsanfang in Hannover. Während am 20. März 2013 die Hannoveraner noch bei Temperaturen um Null Grad zitterten, präsentierte sich der diesjährige Frühlingsanfang, so wie es sich gehört: Mit 20,7 Grad und 10,4 Sonnenstunden. Und auch insgesamt war der März in Hannover ein außergewöhnlich warmer Monat: 2,6 Grad höhere Temperaturen, als im langjährigen Mittel. Aber es ging nicht so schön weiter, Dauerregen und Temperaturen um vier Grad vor Himmelfahrt sind recht ungewöhnlich und hatten zur Folge, dass viele Storchenküken in der Region in ihren Nestern verendeten.

Das gute Wetter meldete sich Pfingsten wieder zurück - und zwar richtig. Meteorologen warnten vor einem der heißesten Pfingstfeste, die Rettungsdienste Umland rüsteteten sich, um möglicherweise zahlreiche Menschen mit Kreislaufzusammenbrüchen zu behandeln. Aber die Lage blieb glücklicherweise eher ruhig. Das Thermometer war auf 31,9 Grad im Schatten geklettert, damit hatte Hannover eines der heißesten Pfingstfeste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen erlebt.

Aber auch insgesamt geht das 2014 bei den Meteorologen und Klimawissenschaftlern als Rekordjahr in die Geschichte ein. In Hannover beträgt die Durchschnittstemperatur in diesem Jahr - Stand gestern - 11,8 Grad. Das ist die höchste gemessene Durchschnitttemperatur seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahr 1881, die 8,9 Grad beträgt. Die diesjährige Temperatur liegt damit um 2,9 Grad über dem langjährigen Mittel. Und sie liegt auch deutlich über den mit einer Jahresmitteltemperatur von 10,7 Grad besonders warmen Jahren 1934 und 2000. Ob die hohe Durchschnittstemperatur auf einen beschleunigten Klimawandel hindeutet, darüber streiten sich die Klimaexperten.

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