Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Stadt Hannover SPD fordert neuen Namen für Hannovers Hindenburgstraße
Aus der Region Stadt Hannover SPD fordert neuen Namen für Hannovers Hindenburgstraße
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:35 07.06.2018
Umstritten: In der Hindenburgstraße im Zooviertel hat der ehemalige Generalfeldmarschall gewohnt. Quelle: Florian Petrow
Anzeige
Hannover

Jetzt geht es Hannovers Hindenburgstraße an den Namen: Die SPD-Fraktion im Bezirk Mitte hat am Montag einen offiziellen Antrag eingereicht, den umstrittenen Generalfeldmarschall nicht weiter mit einem Straßennamen zu ehren. Stattdessen solle mit einer Bürgerbeteiligung, die sich nicht nur Anwohner richtet, nach einem besseren Namen gesucht werden. Paul von Hindenburg (1847-1934) ist bundesweit als Namenspatron umstritten. Pikant in Hannover: Er hatte im Lauf seines Lebens zweimal in Hannover gelebt, einmal am Holzgraben (Oststadt) als Mieter, später in der Tramm-Villa im Zooviertel nahe der Hindeburgstraße.

Hindenburg wird vorgeworfen, das letzte demokratische Parlament vor der Nazizeit aufgelöst zu haben. Als Reichspräsident ernannte er später Adolf Hitler zum Reichskanzler, den er zwar wenig schätzte („böhmischer Gefreiter“), in dem er als Erzkonservativer aber schließlich die einzige Alternative in der Weimarer Republik sah. Mit den von ihm gebilligten Ermächtigungsgesetzen ermöglichte er die Nazi-Diktatur. In etlichen Städten sind Straßen, Schulen und andere Einrichtungen inzwischen umbenannt. Auch die Kommission zur Umbenennung von Straßennamen in Hannover hat dies empfohlen. Hindenburg habe beim Aufstieg der Nazis zur Macht „alle entscheidenden machtpolitischen Schritte mitgetragen“, sagt Karljosef Kreter, ehemaliger Leiter des Stadtarchivs und Kommissionsmitglied. Über eine Umbenennung beschließen muss aber die Kommunalpolitik.

Die SPD-Fraktion in Mitte argumentiert, dass als Folge von Hindenburgs Entscheidungen auch im Zooviertel viele Menschen deportiert wurden ihr Leben lassen mussten, wovon viele Stolpersteine in den Straßen zeugten. „Eine Beibehaltung des jetzigen Straßennamens würde zu Unrecht weiterhin die falsche Person würdigen“, schreibt SPD-Fraktionschefin Hülya Altunok in dem Antrag. Der fordert, das Verfahren zur Umbenennung der Straße formell zu starten, Bürger an der Namensfindung zu beteiligen und später Infotafeln zu installieren, die die verschiedenen Namen der Straße im Laufe der Jahrhunderte und die Begründung für die aktuelle Umbenennung erklären. Offen ist noch, ob auch die Hindeburgschleuse im Mittellandkanal einen neuen Namen erhält.

Derzeit läuft auch die Namensfindung für den Emmichplatz nahe an der Hindenburgstraße. Nachdem im März die Emmich-Cambrai-Kaserne umbenannnt wurde, dessen Namensgeber General Otto von Emmich für Kriegsverbrechen deutscher Soldaten in Belgien während des Ersten Weltkriegs verantwortlich gewesen sein soll, sucht die Stadt einen würdigeren Namen für das Areal vor der Musikhochschule. Sie favorisiert Musikerinnen als neue Namenspatroninnen. Die FDP plädiert für „Neues Haus“ nach dem historischen Tanzlokal, dessen Arkaden noch am Platz stehen. Die Musikhochschule kann sich alternativ auch „Platz der Musik“ vorstellen, wie eine hochschulinterne Umfrage ergab.

Von Conrad von Meding

Hannovers Oberbürgermeister Stefan Schostok hat seinem Büroleiter Frank Herbert empfohlen, für erstmal zwei Wochen in den Urlaub zu gehen.

04.06.2018
Stadt Hannover Traditionsgeschäft in Hannover - Antiquariat wird am 6.6. 66 Jahre alt

Mit einem Bücherkarren fing es 1952 an. Jetzt wird das Antiquariat Mielke am 6. 6. 66 Jahre alt – und setzt verstärkt auf den Handel mit Antiquitäten.

07.06.2018

Die Staatsanwaltschaft Hannover hat einen 46-Jährigen angeklagt. Er steht im Verdacht, eine Iranerin in eine Wohnung gelockt und dort zum Sex gezwungen zu haben.

05.06.2018
Anzeige