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Stadt Hannover Wie gut sind die hannoverschen Schulen in Schuss?
Aus der Region Stadt Hannover Wie gut sind die hannoverschen Schulen in Schuss?
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20:20 31.07.2017
Von Saskia Döhner
Streichen, polieren, messen: An der Grundschule Stammestraße waren die Handwerker zuletzt im Dauerstress. Schon 2008 war die Sanierung des denkmalgeschützten Gebäudes aus dem 19. Jahrhundert beschlossen worden. Zudem wird die Schule auch auf teilgebundenen Ganztag umgestellt – mit zwei Pflichtnachmittagen für die dritten und vierten Klassen. Quelle: Villegas
Hannover

Neues Schuljahr, neue Schule: Kaum wiedererkennen dürften die Kinder nach den Ferien die Grundschule Stammestraße in Ricklingen. Die Bauarbeiten sind noch nicht abgeschlossen, aber die Handwerker haben in den vergangenen Tagen viel geschafft. Die Sanierung des denkmalgeschützten Ensembles und die Erweiterung zu einer teilgebundenen Ganztagsschule für die Jahrgänge 3 und 4 hat die Architekten in Hannovers inzwischen teuerster Grundschule vor echte Herausforderungen gestellt. Der Neubau mit Mensa, Pausenhalle und Foyer wird im August abgeschlossen, bis Oktober soll dann auch der Altbau saniert sein. Insgesamt 5,6 Millionen Euro gibt die Stadt dafür aus. Eine Investition, die sich nach Meinung von Schulleiter Helmut Meffert lohnt. Der Ganztagsbetrieb erhöhe die Bildungschancen für die Kinder, die sonst nachmittags allein zu Hause säßen. Gern wäre der Schulleiter mit einem Pflichtganztag anstatt mit zwei Tagen gestartet, wie im vergangenen Schuljahr die Otfried-Preußler-Schule. Aber diese Möglichkeit lässt die Landesschulbehörde nicht mehr zu.

Sechs Schulen sind in den Sommerferien für den Ganztagsbetrieb ausgebaut worden, neben der Grundschule Stammestraße noch die Grundschule Tiefenriede und die Grundschule Tegelweg, die als offene Ganztagsschule starten, sowie die Grundschule Alemannstraße, die Grundschule Lüneburger Damm sowie die Kurt-Schumacher-Schule und die Pestalozzischule in Anderten, die allerdings erst mal eine provisorische Mensa erhalten.

Alle Schulsanierungsarbeiten, die in den Sommerferien liefen, seien im Plan, sagt Stadtsprecherin Konstanze Kalmus.

Die Schüler, die das Kaiser-Wilhelm- und Ratsgymnasium besuchen, werden ihren Schuleingang nicht an gewohnter Stelle finden. Der Zugang an der Seelhorststraße ist eingerüstet und abgesperrt, das Gymnasium im Zooviertel ist jetzt über den pünktlich zum Schulstart fertig gewordenen Neubau an der Zeppelinstraße zugänglich. „Galerie“ heißt das helle, lichtdurchflutete dreigeschossige Gebäude, in dem unter anderem die neuen fünften Klassen, aber auch der Musik- und Kunstbereich untergebracht werden sollen. „Der Name passt“, sagt Direktorin Ruth Völker. Wenn man den Neubau betrete, fühle man sich tatsächlich an eine Galerie erinnert. Das mehr als 5 Millionen Euro teure Gebäude mit der sandsteinfarbenen Fassade ersetzt den sogenannten Schustertrakt aus den Fünfzigerjahren, der so marode war, dass er abgerissen werden musste. Ein halbes Jahr lang hatten 180 Schüler von Sommer 2014 bis Januar 2015 deswegen zur temporären Außenstelle in der Birkenstraße (Südstadt) pendeln müssen.

Diese Zeiten sind vorbei, zumindest für die Gymnasiasten aus dem Zooviertel. An der Goetheschule werden die Schüler ab Jahrgang 8 sich nicht nur an einen neuen Eingang, sondern an einen ganz neuen Standort gewöhnen müssen. Sie werden künftig im Gymnasium Limmer an der Wunstorfer Straße unterrichtet. Die Fünft- bis Siebtklässler bleiben in der Außenstelle am Herrenhäuser Markt, die vom Umbau nicht betroffen ist. Das Hauptgebäude am Franziusweg wird bis 2019 für insgesamt 34 Millionen Euro fünfzügig ausgebaut und saniert. Es entstehen eine neue Drei-Feld-Halle mit Tribüne, ein Oberstufenbereich und zahlreiche Klassen.

Das Gymnasium Limmer geht derweil in sein zweites Jahr. Künftig werden dann dort die Jahrgänge 5 und 6 unterrichtet, gemeinsam mit den 700 älteren Schülern von der Goetheschule. Noch bis Oktober 2018 dauert der Bau der neuen Grundschule Am Welfenplatz, die 2014 in der alten Albrecht-Dürer-Förderschule gestartet war.

Millionen für BBS 
und Förderschulen

In die Sanierung der Berufs- und Förderschulen steckt die Region Hannover Millionen: Der Neubau der Förderschule auf der Bult für Kinder mit emotionalem und sozialem Förderbedarf kostet 21 Millionen Euro. Nächsten Sommer soll das Gebäude im Passivhausstandard fertig sein. Die Modernisierung der Berufsbildenden Schule (BBS) Burgdorf ist dagegen fast abgeschlossen. Für neue Werkstätten, Labore und Unterrichtsräume zahlt die Region rund 6 Millionen Euro.

An der BBS-ME wurden 6,5 Millionen Euro für die energetische Sanierung ausgegeben. An der Hannah-Arendt-Schule und BBS 2 sind Lehrer- und Koordinatorenzimmer verlegt worden, damit im Herbst dort die seit Langem geforderten Fahrstühle eingebaut werden können.

Nach dem Hochwasser zeigen sich allmählich die Schäden, die die Flut angerichtet hat. Hausbesitzer und Freibadvereine haben mit den Aufräumarbeiten begonnen. Auf den Straßen kehrt dagegen die Normalität zurück: Immer mehr Sperrungen werden aufgehoben.

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