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Stadt Hannover Milde Strafe für Balkon-Attacke auf Polizisten
Aus der Region Stadt Hannover Milde Strafe für Balkon-Attacke auf Polizisten
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00:27 15.06.2018
Marc N. (r.) wurde von Anwalt Matthias Waldraff vertreten. Quelle: Tim Schaarschmidt
Hannover

Solch milde Strafen werden selten ausgesprochen vom Schwurgericht: Der 26-jährige Marc N., der im Zuge eines Gerangels beinahe einen Polizisten von einem Balkon im 5. Stock einer Lister Wohnung gestoßen hätte, ist am Dienstag zu einem Jahr Haft und zur Unterbringung in einer Entziehungsanstalt verurteilt worden – beides auf Bewährung. Den Anklagevorwurf des versuchten Totschlags ließ die Kammer fallen, N. wurde nur wegen Körperverletzung und Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte bestraft; einbezogen in dieses Urteil ist auch eine frühere sechsmonatige Bewährungsstrafe wegen zwei Diebstählen.

Die Kammer sah es als erwiesen an, dass N. bei seiner dramatischen Festnahme am 30. April 2017 derart mit Drogen vollgepumpt und nach nächtelangem Feiern angeschlagen war, dass seine Steuerungsfähigkeit erheblich eingeschränkt war. Es sei glaubhaft, so der Vorsitzende Wolfgang Rosenbusch, dass der drogensüchtige Angeklagte keinerlei Tötungsvorsatz gehegt habe, als er versuchte, sich auf dem Balkon der väterlichen Wohnung aus dem Klammergriff eines 30-jährigen Polizisten zu befreien. Auch habe N. nicht erkennen können, dass sein Stoß – der den Beamten fast rücklings über das Geländer stürzen ließ – eine lebensbedrohliche Situation mit sich bringen würde. Zuvor hatte der Angeklagte die Wohnungstür eingetreten und seinem Vater einen Faustschlag verpasst.

Therapiebeginn im Juli

Allerdings ist das milde Urteil mit einer Reihe von Auflagen verbunden. Im Juli wird der 26-Jährige in der Suchthilfe-Klinik am Kronsberg eine Therapie beginnen. Er muss regelmäßig die Drogenambulanz der Region aufsuchen und steht vier Jahre lang unter Führungsaufsicht. Eher symbolisch ist der Betrag von 300 Euro, den der arbeitslose Mann in monatlichen Raten von 25 Euro an die Polizeistiftung zahlen muss.

Staatsanwaltschaft und Verteidiger Matthias Waldraff hatten jeweils für eine Bewährungsstrafe von einem Jahr und drei Monaten plädiert. Es sei ungewöhnlich, dass das Schwurgericht unter diesen Anträgen geblieben sei, so Waldraff. Wäre das Gericht allerdings nicht der Einschätzung eines Gutachters gefolgt, dass N. an jenem Apriltag wirklich nicht mehr wusste, was er tat, hätte es nach den Erfahrungen des Strafverteidigers auch eine Haftstrafe von fünf bis sechs Jahren ausurteilen können.

Von Michael Zgoll

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