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Stadt Hannover Seniorin soll absichtlich Auto zerkratzt haben
Aus der Region Stadt Hannover Seniorin soll absichtlich Auto zerkratzt haben
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22:02 18.10.2016
Von Michael Zgoll
Hat ein Rollator die Lackschäden verursacht? Quelle: dpa (Symbolbild)
Hannover

Im März bekam die alte Dame einen Strafbefehl, wurde wegen Sachbeschädigung zu einer Geldstrafe von 375 Euro verurteilt. Da sie keinen Widerspruch einlegte, ist dieser Entscheid rechtskräftig. Gestern nun wurde am Amtsgericht die zivilrechtliche Seite des Falls aufgerollt: Doch sehr erhellend war die Verhandlung nicht, zumal die Seniorin nur von ihrem Anwalt vertreten wurde.  

Die Kratzer an der linken hinteren Tür waren dem Fahrzeughalter am 3. September 2015 aufgefallen. Wenige Tage später sprach ihn ein Nachbar an, der weiterhelfen konnte. Er habe aus seinem Wohnzimmerfenster heraus beobachtet, wiederholte der Mann gestern vor Gericht, wie die Frau aus der Nachbarschaft zunächst ins Wageninnere geschaut, dann einen Gegenstand aus ihrer Jackentasche geholt und diesen am Renault auf- und abbewegt habe.

Die Beklagte bestreitet, das fremde Auto misshandelt zu haben. Aufgrund ihres Alters und einer Gehbehinderung sei sie überhaupt nicht in der Lage, derartige Bewegungen auszuführen. Sie benutze einen Rollator, so ihre schriftliche Einlassung. Insofern könne sie sich höchstens vorstellen, dass sich ihr Rollator in der Nähe des Laguna verkantet und sie ruckartige Bewegungen ausgeführt habe, um ihn wieder loszueisen. Allerdings sind die Kratzer recht weit oben zu finden: Sollten sich die Griffe am Autoblech verhakt haben?

Über mögliche Motive einer Sachbeschädigung – etwa ein Nachbarschaftsstreit – wurde gestern nichts bekannt. Die Seniorin soll gesundheitlich angeschlagen sein, die Rede ist von Demenz. Richterin Catharina Erps will in zwei Wochen verkünden, ob die 71-Jährige die Reparatur zahlen muss oder nicht.

Das Landgericht hat gestern sein Urteil über zwei Männer gesprochen, die mit illegalen Mitteln Bahnfahrkarten im Internet erwarben und diese an Schnäppchenjäger weiterverkauften. Der 25-jährige Paul K. wurde – rechtskräftig – wegen Computerbetrugs in 340 Fällen zu einer Haftstrafe von drei Jahren und zehn Monaten verurteilt.

Michael Zgoll 18.10.2016

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