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Stadt Hannover Mousse T. und Sennheiser stellen 3-D-Mikro vor
Aus der Region Stadt Hannover Mousse T. und Sennheiser stellen 3-D-Mikro vor
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08:04 22.10.2016
„Das hat mich umgehauen“: Mousse T. und Andreas Sennheiser arbeiten an einem 3-D-Klangerlebnis. Quelle: Dröse
Hannover

Für den Musikproduzenten, DJ und Plattenfirmenchef Mousse T. war es ein ganz besonderer Remix. Das Unternehmen Sennheiser hatte ihm angeboten, einen seiner aktuellen Songs bearbeiten zu lassen. Neue Klänge sind nicht dazugekommen - eher eine neue Dimension des Hörens. „Das hat mich umgehauen“, sagte Mousse T. bei der neuen Konferenz für Musik- und Klangentwicklungen und Digitalwirtschaft „Digital Sounds“ in der Schalterhalle im Anzeiger-Hochhaus.

Die Sennheiser-Mitarbeiter hatten den Song mit der neuen Ambeo-Technik bearbeitet. Anders als im Mono- oder Stereo-Format ist der Raum bei Aufnahmen und Wiedergabe des Klangs entscheidend. „Bei einem Konzert ist es ja auch wichtig, wo sie sitzen“, erklärt Andreas Sennheiser bei der Vorstellung des Ambeo-Mikrofons. Oft werde der Schall der Musiker von Wänden reflektiert. Das beeinflusst natürlich das Hörerlebnis und macht Live-Konzerte aus. Im Filmbereich hilft die 3-D-Technik, Räume künstlerisch wahrnehmbar zu machen.

„Wir werden künftig auch in 3-D hören“, sagte Sennheiser - und entwarf Zukunftsszenarien von Fußball- und Konzertübertragungen, bei denen die Zuschauer ihre Standorte selbst wählen. „Sogar auf der Bühne oder dem Spielfeld“ sei möglich, so Sennheiser. Zusätzlich eröffneten Hologramme und räumliche Klänge neue Eventdimensionen. In Las Vegas wird daran gearbeitet, Michael Jackson künstlich auferstehen zu lassen.

Die 3-D-Technik für Mikrofone war nur ein Programmpunkt der Konferenz, zu der Stadt, die Region, das Netzwerk Hörregion und die Wirtschaftsförderung eingeladen hatten. Experten diskutierten mit 250 Besuchern, wie sich Hörgewohnheiten und Technik verändern werden. So stellte Professor Reinhard Kopiez von der Hochschule für Musik Klangbibliotheken vor, die ganze Orchester auch qualitativ ersetzen können. Professor Waldo Nogueira Vazquez spielte Musik vor, die besonders von Cochlea-Implantat-Trägern gehört wird. Und Yamaha-Entwickler Toshifumi Kunimoto präsentierte digitale Technik, die den Klang von Röhrenverstärkern simulieren.

„Die Digitalisierung hat die Musikproduktion in den vergangenen Jahren sehr verändert“, sagte Wolfgang Sick von Peppermint Park. Doch ersetzt der Computer künftig den Produzenten und Künstler? Tanzen Clubbesucher bald zu Musik, erstellt von künstlicher Intelligenz? Experten wie Frank Sonder halten das für möglich. Wolfang Sick, Mousse T. und Regionspräsident Hauke Jagau widersprachen - und setzen weiterhin auf ein kreatives Miteinander von Mensch und Maschine.

Von Jan Sedelies

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