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Stadt Hannover Kommt Safias Bruder für immer in die Psychiatrie?
Aus der Region Stadt Hannover Kommt Safias Bruder für immer in die Psychiatrie?
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00:16 17.12.2016
Radikaler Islamist oder psychisch krank? Saleh S. (r.) zeigte sich im Internet in martialischer Pose. Er steht im Verdacht, vom Dach der ECE-Galerie Brandsätze geworfen zu haben. Quelle: Archiv
Hannover

Wegen des Angriffs auf einen Polizisten steht Safia S. derzeit vor Gericht, zusammen mit Mohamed Hassan K. - einem Freund und Mitwisser. Ebenfalls zum Netzwerk der jungen Islamisten in Hannover gehört Safias älterer Bruder Saleh. Er ist häufiger mit Gewalttaten aufgefallen als andere in der Gruppe, möglicherweise war er sogar zu einem Anschlag fähig. Er steht im Verdacht, im Februar 2016 zwei Molotowcocktails vom Dach der Ernst-August-Galerie geworfen zu haben - sie zerplatzten, ohne dass jemand verletzt wurde. Doch bei den Ermittlungen ergibt sich offenbar ein Bild, das immer weniger mit dem typischen selbst ernannten „Gotteskriegers“ zu tun hat.

Nach Gewalttat eingewiesen

Saleh S. sei weiter verdächtig, die Brandsätze geworfen zu haben, die Ermittlungen liefen aber noch, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Hannover. In zwei anderen Punkten sind die Ermittler aber offenbar schon einen Schritt weiter: Nach HAZ-Informationen will die Staatsanwaltschaft erreichen, dass Saleh dauerhaft in der Psychatrie untergebracht wird. Im Januar soll vor einem Gericht darüber verhandelt werden, ob er in Sicherungsverwahrung kommt, da nicht auszuschließen ist, dass er für seine Mitmenschen wieder gefährlich werden könnte.

In einer geschlossenen Psychiatrie ist Saleh jetzt schon untergebracht, nachdem er im Juni erst einen Polizisten auf dem Klagesmarkt angegriffen und kurz danach in einer Klinik einen Mitpatienten verletzt hatte. Und bereits im September 2015 soll Saleh an der Ihme einen Mann im Streit um Drogen niedergestochen haben.

Doch neben Gewalt und Drogen gibt es noch einen zweiten Strang in Salehs Leben: Der radikale Islamismus übt offenbar eine große Anziehungskraft auf ihn aus. Saleh geht ebenso wie seine Schwester Safia regelmäßig zum Deutschsprachigen Islamkreis (DIK) in einer Moschee in der Kornstraße. Der Verein wird vom Verfassungsschutz beobachtet. Saleh soll außerdem mehrmals an Ständen der Lies!-Aktion in Hannover Korane verteilt haben.

Kontakt zum IS gesucht

Salehs Hinwendung zum Islamismus geht so weit, dass er im Februar 2016 in die Türkei reist, kurz nachdem die Molotowcocktails von der Ernst-August-Galerie geworfen wurden. Es wird vermutet, dass er sich der Terrormiliz IS anschließen wollte. Weil er in der Türkei festgenommen wird, kommt es aber nie dazu.

Sollte das Gericht im Januar feststellen, dass Saleh psychisch krank ist, dürfte das auch Auswirkungen auf die Ermittlungen zur Ernst-August-Galerie haben. Sollte sich dann bestätigen, dass er die Tat verübt hat, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass er hier ebenfalls als schuldunfähig eingestuft wird. Und die Frage wird dann sein: War das dann ein islamistischer Terrorakt?

Das Terrornetzwerk von Hannover

Die Geschwister Safia und Saleh S. stehen im Zentrum eines Netzwerks von Islamisten in Hannover, das die Sicherheitsbehörden vor große Herausforderungen gestellt hat. Mit den Ermittlungen verbinden sich auch mehrere Pannen.

Insgesamt werden noch drei weitere Männer dazugezählt. Der Älteste ist Ahmed A. Ihm wurde im September 2015 der Pass entzogen, als die Polizei Wind davon bekam, dass A. in seiner Heimat Afghanistan Anschläge verüben wollte. Seit Juli ist Ahmed A. untergetaucht.

Mohamed Hassan K. steht derzeit zusammen mit Safia S. vor dem Oberlandesgericht in Celle. Ihm wird vorgeworfen, in die Anschlagspläne des Teenagers eingeweiht gewesen zu sein, ohne etwas zu unternehmen. Außerdem hatte die Polizei nach der Länderspielabsage in Hannover seine Wohnung durchsucht. Zudem wird noch der junge Faiz A. zu dem Kreis gezählt – über ihn ist wenig bekannt.

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