Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Stadt Hannover Sigmar Gabriel macht Wahlkampf in der HDI-Arena
Aus der Region Stadt Hannover Sigmar Gabriel macht Wahlkampf in der HDI-Arena
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:41 20.08.2017
Von Gunnar Menkens
Genossen unter sich: Sigmar Gabriel zu Gast bei der SPD-Bundestagskandidatin Yasmin Fahimi. Foto: Villegas Quelle: Villegas
Hannover

Vorweg die wichtigste Frage. „Wie alt bist du, und wie lange in der Politik“, fragte also Yasmin Fahimi, die Bundestagskandidatin der hannoverschen SPD. Außenminister Sigmar Gabriel wusste schon, was gemeint war, eben das hatte ja, in beleidigender Absicht, der türkische Staatspräsident Recep Erdogan wissen wollen. Gabriel blieb gelassen. „Ich liebe die Türken und die Türkei so sehr, daran kann auch Herr Erdogan nichts ändern.“

Damit war die SPD-interne Wahlkampfveranstaltung im Gästebereich der HDI-Arena schon beim Thema: Deutschland und seine Rolle in der Welt. Gabriel stellte fest, dass es in der Weltpolitik praktisch keine Debatte über Abrüstung gebe. „Die wichtigste Rolle, die Deutschland einnehmen kann, ist es, die starke Stimme für Abrüstung zu sein.“ Gleichzeitig bekräftigte der Sozialdemokrat, dass die Bundeswehr mehr Geld brauche, Versäumnisse der letzten zwölf Jahre lastete er Verteidigungsministern aus Reihen der Union an. „Frau von der Leyen tut immer so, als wäre sie gestern ins Amt gekommen.“ Die Ministerin ist bei der Bundestagswahl Konkurrentin von Fahimi im Kampf um das Wahlkreis-Direktmandat für Berlin.

Den Genossen gab Sigmar Gabriel die Anregung mit in den Wahlkampf, das Verhältnis zwischen Deutschlands Ausgaben für Rüstung und Soziales zum Thema zu machen. Statt 2 Prozent des Haushalts für den Wehretat auszugeben, wie Kanzlerin Merkel es wolle, um „einer Irrsinnsforderung von Donald Trump“ nachzukommen, forderte Gabriel eine andere Zielsetzung: 6 Prozent für Bildung. „Es ist eine gigantische Schande, dass der Sanierungsstau in deutschen Schulen 35 Milliarden Euro beträgt.“ In den schwierigsten Stadtteilen müssten die besten Schulen stehen. Und für jeden Euro, den die Bundeswehr bekomme, müsse für Krisenintervention in den ärmsten Ländern 1,50 Euro ausgegeben werden, um Fluchtgründe zu bekämpfen.

Mit Sorgen sieht Gabriel in die USA. Die Unberechenbarkeit der amerikanischen Politik sei das größte Problem, sagte der Minister, er beobachte eine starke Ideologisierung. „Dort gilt nicht mehr die Stärke des Rechts, sondern das Recht des Stärkeren.“ Um eine Abwägung bat Gabriel aber doch. Der böse Bube sitze anderswo, es sei „der Verrückte in Nordkorea“.

Vor seinem Gespräch mit Fahimi besuchte Gabriel das Ehrengrab von Kurt Schumacher auf dem Ricklinger Friedhof. Schumacher, erster Vorsitzender der Bundes-SPD nach dem Zweiten Weltkrieg, starb vor 65 Jahren. Zur Kranzniederlegung kamen auch Ministerpräsident Stephan Weil und Hannovers Oberbürgermeister Stefan Schostok.

„Volles Rohr“, „Hau mir doch bitte nicht mehr auf die Lippe“ und „Butterfahrt“ - die raubeinige Formation Torfrock war mit altbekannten Gassenhauern auf die Gilde-Parkbühne gekommen. Und auch die Fans fanden ihren Weg: Torfrock, Catch Me Back und Lotto King Karl sind sonst Stammgäste bei den Maschseefest-Konzertabenden auf der Löwenbastion.

Mathias Klein 20.08.2017

Sollte die Stadt Hannover die Hinterbliebenen des durch einen abgestürzten Ast verunglückten 31-Jährigen stärker unterstützen? An dem Baum an der Willy-Brandt-Allee hängt ein Zettel, der offenbar von Bekannten oder Verwandten des Opfers verfasst wurde. In dem Aushang wird das Verhalten der Verwaltung nach dem Unglück scharf kritisiert. 

20.08.2017

Eine durchwachsene Bilanz des Maschseefestes hat der Chef der Hannover Veranstaltungs-GmbH, Hans-Christian Nolte, am Sonntag gezogen. In diesem Jahr hätten rund 1,7 Millionen Gäste das 19-tägige Maschseefest besucht. Seine Hoffnung, wie im Jahr 2015 die Marke von zwei Millionen Besuchern, zu erreichen, hat sich damit nicht erfüllt.

Mathias Klein 20.08.2017