Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Stadt Hannover So geht es der leukämiekranken Vanessa heute
Aus der Region Stadt Hannover So geht es der leukämiekranken Vanessa heute
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:17 25.05.2017
Von Bärbel Hilbig
Langsam kommt ein Leben nach der Krankheit in Sicht: Vanessa lebt wieder zu Hause mit ihrem Ehemann Marco und bereitet sich auf die Fortsetzung des Medizinstudiums vor. Quelle: Katrin Kutter
Hannover

Vor Kurzem ist Vanessa zehn Kilometer mit dem Rad gefahren. Und ihr Körper hat sie danach nicht mit Gelenkschmerzen bestraft. Die junge Frau erzählt lächelnd von dem kleinen Triumph. Komplett genesen ist Vanessa von ihrer Leukämie noch nicht. Nachdem sie im Dezember eine Knochenmarksspende erhalten hatte, folgten kräftezehrende Wochen. Inzwischen hat die 27-Jährige die schlimmsten Widrigkeiten überstanden.

Freunde, Familie und Kollegen an der Medizinischen Hochschule (MHH) hatten im vergangenen Herbst zwei Typisierungsaktionen organisiert. Bei der Veranstaltung in der MHH ließen sich mehr als tausend Menschen testen und in eine Spenderdatei aufnehmen. Wesentlich mehr nahmen Anteil an der Geschichte der jungen Krankenschwester und Medizinstudentin, die selbst plötzlich unter einer lebensbedrohlichen Krankheit litt. In Wernigerode, wo Vanessa und ihr Ehemann Marco herkommen, ließen sich 1700 Bürger als Stammzellspender registrieren.

Der Spender, der schließlich die passenden genetischen Merkmale aufwies, ist bei keiner der beiden Aktionen gefunden worden. Ein 21-jähriger Brite aus London erwies sich nach einem Abgleich in internationalen Dateien als der „Richtige“. Er bekam fünf Tage lang Spritzen, die das Knochenmark zur verstärkten Stammzellproduktion anregen sollten. Am 21. oder 22. Dezember wurden die benötigten Zellen für Vanessa in einem Krankenhaus in London aus seinem Blut gewonnen. Bei den Spendern kann das zu grippeähnlichen Symptomen wie Glieder- oder Rückenschmerzen führen.

„Man kann mit dieser ,Grippe’ Leben retten“, betont Vanessa. Für sie selbst verliefen die Vorbereitungen auf den Bluttransfer ungleich schwieriger, bevor sie am 23. Dezember die fremden Zellen in der MHH bekam. Tagelang musste sie sich Chemotherapie und der Bestrahlung des ganzen Körpers unterziehen, damit ihre eigenen Leukozyten zerstört werden. „Das ist das ganz normale Vorgehen. Aber ich habe die Auswirkungen vorher unterschätzt“, sagt die Kranke. Zeitweise spuckte sie Blut und wurde künstlich ernährt. Da Blutkrebspatienten in dieser Phase keinerlei Abwehrkräfte haben, herrschen auf der Station strenge Hygienevorkehrungen. Ehemann Marco versuchte durchgehend, Vanessa Mut zu machen, und war doch selbst oft voller Ängste. „Ärzte und Krankenhauspsychologin haben uns sehr unterstützt“, unterstreicht der 27-Jährige.

Vanessa lebt wieder zuhause bei Ehemann Marco. Quelle: Kutter

Vanessas Immunsystem musste unterdrückt werden, damit sie die Spenderzellen nicht abstößt. „Mein Körper sollte sich langsam an sie gewöhnen“, erläutert die Medizinstudentin. 16 Tage nach der Transplantation bildeten sich die ersten Leukozyten neu. Als es zu einer Abwehrreaktion kommt, erhält Vanessa Cortison, Nebenwirkungen sind die Folge. „Ich konnte deshalb keine Muskeln aufbauen.“ Jede Treppenstufe, das Umdrehen im Bett, das Aufstehen verursachten anhaltende Gelenkschmerzen.

Inzwischen hat ihr Körper die Spende akzeptiert. Abstoßungsreaktionen können aber auch später noch auftreten. Dank Training wird Vanessa langsam kräftiger, die Nebenwirkungen der Medikamente schwächer. Und sie sitzt über ihren Büchern, damit im Oktober der Wiedereinstieg in ihr Medizinstudium klappt. Seit vergangenem August, als die akute Leukämie auftrat, ist das frühere Leben in eine Warteschleife geraten. Bald will Vanessa ganz langsam und schrittweise ihre Arbeit als Krankenschwester in der Intensivstation wieder beginnen. Neben dem Studium hatte sie ein Drittel-Stelle. „Ich freue mich total darauf.“

Sie bereitet sich auf die Fortsetzung ihres Medizinstudiums vor. Quelle: Kutter

Die Typisierungsaktionen, die Familie und Freunde mit sehr viel Einsatz für Vanessa veranstaltet haben, kommen anderen Leukämiekranken zugute. Vanessa und Marco wissen bereits von vier Teilnehmern, die als Stammzellspender angefragt wurden. Ihren eigenen Lebensretter würde Vanessa gerne eines Tages kennenlernen. Zwei Jahre nach der Spende kann sie anfragen, ob der junge Mann einwilligt. „Mal sehen, ob er dazu bereit ist.“

Fast 150 Interessenten gibt es für die Pressanlagen und das Maschinenzubehör bei EDC in Langenhagen. Im Internet läuft bis Monatsende eine Versteigerung von insgesamt 1463 Teilen aus dem CD-Werk. Die traditionsreiche Firma EDC ist insolvent, bis Ende Juni muss alles raus sein. 

Conrad von Meding 22.05.2017

Seit Jahren engagieren sie sich gegen das Vergessen; in Schulen berichten sie immer wieder über ihr Schicksal. Jetzt sind die drei hannoverschen Holocaust-Überlebenden Ruth Gröne, Henry Korman und Salomon Finkelstein mit dem Theodor-Lessing-Preis ausgezeichnet worden.

Simon Benne 25.05.2017

Der Kreativbereich der Buhmann-Schule präsentiert sich am Dienstag bei einem Tag der offenen Tür an der Prinzenstraße. Die Street-Art-Gruppe der Fachoberschule Gestaltung zeigt eine Werkschau mit Graffiti und Schwarz-Weiß-Fotos.

Saskia Döhner 22.05.2017