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Stadt Hannover So organisiert Aha den Winterdienst in Hannover
Aus der Region Stadt Hannover So organisiert Aha den Winterdienst in Hannover
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00:16 16.01.2017
„Ich kenne auf meiner Tour jeden Gullideckel“: Bartels MAN auf dem Weg über die Podbi durch die Innenstadt nach Linden, Limmer und Ahlem. Quelle: Uwe Dillenberg
Hannover

Die Nacht von Uwe Bartel ist um 2.33 Uhr zu Ende. Dann reißt ihn der Pieper aus dem Schlaf. Zeit für eine Tasse Kaffee ist nicht. Von Peine muss es der 60-Jährige möglichst schnell nach Hannover in die Aha-Zentrale an der Karl-Wiechert-Allee schaffen. Also nur kurz Zähne putzen, etwas Wasser ins Gesicht, und los geht es.

Bartel ist einer von 150 Mitarbeitern, die in den Wintermonaten Rufbereitschaft haben. Sie rücken aus, wenn Schnee oder Glatteis die Straßen der Stadt unbefahrbar machen. Für diese Nacht hat der Deutsche Wetterdienst starken Schneefall angekündigt und eine Unwetterwarnung rausgegeben. „Ich habe schon damit gerechnet, dass ich heute Nacht raus muss“, sagt Bartel, der seit 20 Jahren bei Aha arbeitet. Wenn es nicht schneit, fährt Bartel, der früher als LKW- und Busfahrer unterwegs war, eine Kehrmaschine oder erledigt andere Aufgaben auf dem Hof von Aha.

Früh aufstehen? Was soll’s

Die Uhr am Armaturenbrett springt auf 3.15 Uhr, als er den Motor des Streufahrzeugs startet, 2,5 Tonnen Salz-Sole-Gemisch auf der Ladefläche. Vorher hat er in der Kantine noch schnell einen Kaffee getrunken, während er seine Tour zugeteilt bekommen hat. Dicke Schneeflocken fallen vom Himmel. Aus dem Radio erklingt leise Popmusik. Es ist ungemütlich draußen. Doch trotz der Uhrzeit ist im Blick von Bartel nichts Mürrisches zu erkennen. „Hier im Fahrzeug ist es doch schön warm“, sagt er lächelnd.

Die Augen hinter der Brille blicken wach auf die Straßen. Mit dem frühen Aufstehen habe er keine Probleme - man gewöhnt sich. Konzentriert bedient Bartel den drei Meter breiten Schneepflug vor dem Streufahrzeug über einen Joystick. Hinter dem MAN ist wieder der Asphalt zu erkennen, das Fahrzeug hinterlässt eine feucht-glänzende Salzspur. Es braucht Geschicklichkeit und Erfahrung, um mit dem großen Gefährt sicher durch die Stadt zu kommen.

Wenn Bartel nachts raus muss, fährt er immer dieselbe Strecke: über die Podbi durch die Innenstadt, nach Linden über die Limmerstraße bis nach Ahlem. „Ich kenne auf meiner Tour jeden Gullideckel“, sagt der 60-Jährige. Die Fenster der vorbeiziehenden Wohnhäuser sind dunkel, kaum ein anderes Fahrzeug ist auf den Straßen unterwegs. Die Stadt schläft. Doch in wenigen Stunden beginnt der Berufsverkehr, und dann müssen die Straßen frei sein. Wobei der starke Schneefall mit bis zu 20 Zentimetern Neuschnee ausbleibt.

Vielen geht es nie schnell genug

Auch am vergangenen Sonnabend, als Eisregen die Straßen unbefahrbar machte, musste Bartels seine Tour fahren. Vielen Menschen ging der Einsatz des Winterdienstes aber nicht schnell genug. Die Aha-Mitarbeiter sind solche Klagen mittlerweile gewohnt. „Die Leute erwarten, dass alle Straßen sofort geräumt sind. Aber wir können ja nicht überall gleichzeitig sein“, sagt Bartel dazu nur, während er sein Fahrzeug über die Wunstorfer Straße manövriert.

Bis zu fünf Stunden wird er in dieser Nacht unterwegs sein. Nach Hause geht es danach aber nicht: Die reguläre Tagschicht geht freitags bis 11.15 Uhr. Erst dann fährt Uwe Bartel zurück nach Peine. „Aufs Sofa lege ich mich aber nicht. Ich bin nicht der Typ, der viel Schlaf braucht.“

So funktioniert der Winterdienst

Wenn der Winter kommt, ist Aha vorbereitet: Rund 100 Streufahrzeuge stehen zur Verfügung, die mit 6000 Tonnen Salz, 3500 Tonnen Splitt und 2000 Tonnen Streusand auf ihren Einsatz warten. Wenn der Winterdienst ausrücken muss, beginnen 150 Mitarbeiter innerhalb von 45 Minuten mit dem Räumen und Streuen – auch nachts haben sie Bereitschaft. Tagsüber bekommen sie von weiteren Kollegen der Straßenreinigung Unterstützung. Auf 2000 Kilometern Straße, Radwegen und Fußgängerüberwegen verhindern sie gefährliche Rutschpartien und befreien Wege sowie Straßen von Eis und Schnee. Oberste Priorität haben Hauptverkehrsstraßen und wichtige Kreuzungen, Zufahrten zu Krankenhäusern und Feuerwachen, Fußgängerüberwege, Schwerbehindertenparkplätze sowie zentrale Radwege und Fußgängerzonen. Pro Quadratmeter streuen die Fahrzeuge 100 Gramm Splitt und 10 Gramm Feuchtsalz.

Von Isabell Rollenhagen

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