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Stadt Hannover So sieht eine Künstlerin aus Bangladesch Hannover
Aus der Region Stadt Hannover So sieht eine Künstlerin aus Bangladesch Hannover
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00:18 27.07.2017
Von Uwe Janssen
Ashfika Rahman hat es in Hannover gefallen: Die Studentin will wiederkommen, um ihren Master zu machen. Quelle: Janssen
Hannover

„Hannover hat mein Leben verändert“, sagt Ashfika Rahman. Ein großer Satz, doch die 25-jährige Studentin aus Bangladesch sagt ihn nicht pathetisch oder schwärmerisch, sondern stellt es mehr fest. Als Fakt. Sie hat an der ersten internationalen Fotoklasse der Hochschule Hannover teilgenommen, das Semester ist fast zu Ende, die Eindrücke wirken vermutlich noch lange nach.

Dabei gehe es gar nicht so sehr um fotografische Praxis. „Journalismus ist in erster Linie eine Haltung, die du in dir haben musst. Es hat mit der Sicht auf die Welt zu tun.“ Je weiter das Spektrum, desto besser. Entscheidend sei deshalb in den Monaten der Austausch mit den internationalen Dozenten und den Mitstudenten gewesen, aus Russland, der Ukraine, Ägypten - und natürlich den vielen Hochschulkommilitonen aus Deutschland.

Rahman hat in ihrer Heimat zunächst Betriebswirtschaft in der Hauptstadt Dhaka studiert und dann ein Fotografiestudium am renommierten Pathshala South Asian Media Institute drangehängt, mit dem die Hochschule Hannover gerade ein Austauschprogramm vereinbart hat. Sie hat für ein Lifestyle-Magazin gearbeitet und ist als Fotokünstlerin tätig.

Ihren ersten Besuch in Hannover hat sie auf ganz besondere und sehr künstlerische Weise festgehalten. Sie hat auf Film fotografiert, diesen allerdings zuvor sieben Stunden in hannoversches Bier gelegt. Nach einer Trockenzeit von einer Woche hat sie den Film dann in die Kamera gelegt und die Stadt fotografiert. Die Kröpcke-Uhr erscheint in Lila und Grün, aber es ist kein Photoshop, sondern Gilde. „Ich habe das auch schon einmal mit Salzwasser gemacht. Aber hier sollte es etwas Typisches aus Hannover sein. Da bin ich auf Bier gekommen.“ Sie habe es auch probiert, obwohl sie sonst keine Biertrinkerin sei. Und? „Es war gut!“

Die Kröpcke Uhr von Türkis bis Punk: Sieben Stunden wurde der Fotofilm in Bier eingelegt.  Quelle: Rahman

Überhaupt die Hannoveraner: Sie habe sich vorab informiert, sagt Rahman, die ein besonderes Interesse an sozialen Strukturen einer Gesellschaft hat. Demnach habe sie ernsthafte Menschen hier erwartet, gutes Deutsch und eine gewisse Skepsis gegen Fremde. „Das stimmt teilweise“, weiß sie nun. Eher ernsthafte Menschen ja, gutes Deutsch ja, aber eine Reserviertheit gegenüber Fremden, speziell Ausländern habe sie überhaupt nicht bemerkt, im Gegenteil. „Ich bin oft mit offenen Armen empfangen worden, auch von älteren Menschen.“

Der größte kulturelle Unterschied zu ihrer Heimat sei jedoch die Willensstärke der Menschen hier, etwas aus ihrem Leben zu machen. „Bei uns haben die Leute nicht viel Geld, also geht es immer nur darum, Geld zu machen“, sagt sie, „hier geht es darum, das Leben zu leben, nicht zu überleben. Auch wenn man kein Geld hat, versucht man, das Beste daraus zu machen und hat trotzdem Träume. Und das hört nie auf. In Bangladesch hören die Menschen mit 35 schon auf zu träumen.“ Dieser offene Geist der Menschen hier habe sie zunächst fast überfordert, doch dann sei sie immer besser klargekommen. „Und nun kann ich die Stadt genießen.“

Das wird Konsequenzen haben. „Ich werde in Bangladesch Deutsch lernen und wiederkommen. Ich will versuchen, meinen Masterabschluss hier zu machen. Das geht bei uns nicht.“ Vermutlich wird sie dann das Sprengel-Museum auch wieder besuchen, das sie sehr beeindruckt hat. Und vielleicht tunkt sie dann auch wieder einen Fotofilm in Bier und setzt Hannover in ein ganz besonderes Licht.

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