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Stadt Hannover So verzaubert Circus Roncalli das Publikum
Aus der Region Stadt Hannover So verzaubert Circus Roncalli das Publikum
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00:17 28.08.2017
Vivi Paul zeigt beim Circus Roncalli ihre Akkrobatik. Quelle: Kutter

Gleich die zweite Nummer ist ein absoluter Höhepunkt. Atemberaubend akrobatisch sieht das aus, was Vivi Paul da am Luftring fabriziert. Virtuos turnt die erstgeborene Tochter von Zirkusdirektor Bernhard Paul in der Höhe, bis sie sich irgendwann – nur noch an einem Haken am Hals hängend – wild um sich selbst dreht. Dann sinkt sie in einem Regen aus lauter Glitzer wieder nach unten.

Willkommen in der Traumfabrik

Willkommen im Circus Roncalli in Hannover auf dem Waterlooplatz. Roncalli, das ist der Zirkus, der seit mittlerweile 40 Jahren nicht nur auf Schnelligkeit und Artistik, sondern vor allem auf poetische Bilder setzt.

Mit dem Wiener Salonlöwen Andre Heller wollte Bernhard Paul 1986 die Zirkuskunst erneuern, nach Zänkereien folgte schnell die Trennung. 1980 wagt der heute 70-Jährige den Neubeginn mit dem Schweizer Kabarettisten Emil Steinberger und mit einem Schuldenberg. „Ich bin der, der ins Gefängnis wandert, wenn das hier nicht klappt“, soll er bei der Premiere der „Reise zum Regenbogen“ in Köln gesagt haben. Nun, es klappte – und bei der diesjährigen Premiere der Jubiläumsproduktion in Hannover, die folgerichtig „40 Jahre Reise zum Regenbogen“ heißt“, begrüßt Bernhard Paul gut gelaunt seine Gäste. An einem riesigen Mobile unter der Kuppel des Zirkuszeltes baumeln zu Beginn Dias mit Bildern aus vergangenen Jahrzehnten. Für die fast dreistündige Show verschwinden sie aber schnell, machen Platz für Zirkusleute, die ihr Publikum auch an diesem Abend mit ihrer Kunst verzaubern.

Da ist nicht nur Lili Paul, die 17  Jahre alte, zweite Tochter Bernhard Pauls, zu erleben. Die schöne junge Frau im hautengen Glitzeranzug scheint Gliedmaßen aus Gummi zu haben und schiebt sich – auf einem Bein stehend – lässig mal das abgeknickte andere Bein unter das Kinn. Das Trio Czaszar schleudert unter begeistertem Applaus und Bravo-Rufen des Publikums seine Mitglieder per Brett in die Luft, wo sie Salti und andere atemberaubende Kapriolen schlagen, bevor es irgendwann wieder nach unten geht. Es gibt auch Nummern mit viel Drive. Der Hannoveraner Robert Wicke beispielsweise beatboxt sich durch die jüngere Musikgeschichte und lässt sich sogar von Zuschauern beim Jonglieren helfen. Eine Frau macht ihre Sache so gut, dass sie dafür ein Liebesständchen bekommt. Atemberaubend ist, was Ty Jojo beim Jonglieren mit bis zu acht Bällen zeigt.

Zum letzten Mal in der Roncalli-Geschichte ist an diesem Abend der Hamburger Karl Trunk mit seiner Pferdedressur zu erleben. Mit Wildtieren hat Roncalli eh nie gearbeitet. Seit 30 Jahren gibt es nur noch Ponys und Pferde, auch die werden aber von 2018 an nicht mehr dabei sein. Zirkuschef Bernhard Paul hat das entschieden, weil es an vielen Standorten des Zirkus keine grünen Wiesen mehr für die Ponys gibt.

Und so drehen die Vierbeiner in diesem Jahr zum letzten Mal ihre Pirouetten. Dabei sind sie Publikumslieblinge. Viel Gelächter gibt es, als ein putziges, kleines Pferdchen mit rosa Schleife in der Mähne sich unter dem Bauch eines großen Artgenossen unterstellt.

Für wehmütige Gefühle sind im Circus Roncalli sonst eigentlich nur die Clowns zuständig, solche wie Weißclown Gensi beispielsweise. Clowns, die neben Komik, immer auch Nostalgie und ein Hauch von Traurigkeit umweht. In diesem Jahr ist der wunderbare Paolo Carillion dabei. Mt einer der so typischen Seifenblasennummern des Roncallicircus zeigt er im zweiten Teil eines der schönsten Traumbilder des Abends. So sorgt der Zirkus, der nie wie die anderen sein wollte, auch nach 40 Jahren für unverwechselbare Poesie.

Gastspiel: Vom 25. August bis 1. Oktober gibt es mittwochs bis sonntags je zwei Vorstellungen. Karten für 15 bis 62 Euro gibt es an allen Vorverkaufsstellen sowie online auf www.roncalli.de.

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