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Stadt Hannover So war der Jahresempfang der Bundeswehr
Aus der Region Stadt Hannover So war der Jahresempfang der Bundeswehr
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Mehrere Tausend Besucher kamen auch in diesem Jahr wieder zum kostenlosen Kröpcke-Konzert von Bundeswehr, Bundes- und Landespolizei. Die Musiker spielten am Mittwochabend unter anderem die Titelmelodie von "Die glorreichen Sieben" und ein "Star Wars"-Medley. Quelle: Heusel
Hannover

Bereits zum zweiten Mal hatte die Bundeswehr am Standort Hannover für ihren Jahresempfang in die Börse geladen. Gekommen waren rund 120 Vertreter von Stadt, Politik, Wirtschaft und Sicherheitsbehörden. "Dies zeit die tiefe Verbundenheit Hannovers mit der Bundeswehr", sagte Oberst Bernd Otto Iben, Kommandeur des Landeskommandos Niedersachsen.

In diesem Jahr feiert die Einheit ihren zehnjährigen Geburtstag. Der 63-jährige Soldat leitet das Landeskommando seit Mai 2013 und wird diesen Juli in den Ruhestand wechseln.

Iben fand deutliche Worte zu den jüngsten Skandalen der Bundeswehr. Sie hätten das Militär erschüttert. "Diese Aufregung wird sich so schnell nicht legen", sagte Iben. Gleichzeitig sprach er aber davon, dass es sich lediglich um "nicht tolerierbare Einzelfälle" handle. Iben: "Es steckt weder ein System noch ein Netzwerk dahinter."

Noch deutlicher wurde Brigadegeneral Udo Schnittker, Kommandeur des Kommandos Feldjäger in der Scharnhorst-Kaserne. Die Frage eines Haltungs- und Führungsproblems durch Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) hätten Schnittker "emotional angegriffen".

Kasernen wurden einfach so durchsucht, Spinde aufgebrochen und innerhalb der Bevölkerung hätten sich einige Soldaten als "Teil der 'braunen Truppe'" diffamieren lassen müssen. Inzwischen habe sich die Ministerin mehrfach entschuldigt und die Aufarbeitung der Skandale habe begonnen. Schnittker: "Ob aber der Riss, der entstanden ist, gekittet werden kann, vermag ich nicht zu sagen."

Oberbürgermeister Stefan Schostok (SPD) dankte der Bundeswehr für ihre Arbeit, unter anderem auch bei der Hochwasserhilfe und Bewältigung der Flüchtlingskrise. "Das waren großartige Taten", sagte Schostok. Jüngst holten zudem an der Bundeswehrfachschule 45 Hauptschüler ihre mittlere Reife nach, um höherwertige Funktionen innerhalb der Bundeswehr ausfüllen zu können - ein Pilotprojekt, das im August in die zweite Runde gehen soll. Schostok: "Sie geben sehr vielen jungen Menschen eine Zukunftsperspektive."

Um 18 Uhr begann schließlich die zweite Auflage des Kröpcke-Konzerts. 120 Musiker von Bundes- und Landespolizei sowie Heeresmusikkorps spielten Stücke wie etwa "Die glorreichen Sieben" und ein Medley der "Star Wars"-Melodien. Der Eintritt war frei, gleichzeitig wurden unter den zahlreichen Zuhörern aber Spenden für das Soldatenhilfswerk und den Verein Netzwerk für die Versorgung schwerkranker Kinder und Jugendlicher gesammelt.

pah