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Stadt Hannover Werden bis zu 30 Sparkassen-Filialen geschlossen?
Aus der Region Stadt Hannover Werden bis zu 30 Sparkassen-Filialen geschlossen?
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00:16 07.10.2016
Von Albrecht Scheuermann
Quelle: dpa/Symbolbild
Hannover

Die Sparkasse hüllte sich Dienstag zu den Details in Schweigen. Für den Donnerstag ist eine Pressekonferenz anberaumt.

„Die Welt der Banken und Sparkassen verändert sich mit bisher unbekannter Dynamik und in unbekanntem Maße. Wir als Sparkasse Hannover stellen uns aktiv diesem Wandel“, schrieb das Institut. Das unter der Überschrift „Sparkasse 2020“ erarbeitete Konzept ist bereits vergangene Woche vom Verwaltungsrat genehmigt worden. Jetzt will der Vorstand zunächst dem Personal die Beschlüsse präsentieren.

Die Sparkasse Hannover hat mit ihren derzeit mehr als 100 Standorten in der Region das größte Filialnetz und ist hier mit Abstand Marktführer. Sie zählt deutschlandweit zu den größten Sparkassen und beschäftigt rund 2100 Mitarbeiter; einschließlich diverser Töchter sind es sogar 2700 Beschäftigte. Erst im vergangenen Jahr hatte das Institut mehrere Zweigstellen geschlossen und die Öffnungszeiten reduziert. Schon 2014 hatte sich der Vorstand zudem mit den Arbeitnehmervertretern auf den Abbau von 200 Vollzeitstellen verständigt, wobei Entlassungen bis 2019 ausgeschlossen wurden.

Vor einigen Monaten kündigte Vorstandschef Heinrich Jagau jedoch an, dass angesichts des rasanten Wandels im Bankenmarkt noch tiefere Einschnitte nötig seien. Die Sparkasse Hannover leidet wie fast alle Geldhäuser immer mehr unter dem Niedrigzins, den verschärften Eigenkapitalvorschriften und der immer aufwendigeren Regulierung durch die Aufsichtsbehörden. Mindestens ebenso wichtig sind allerdings die technischen Entwicklungen: Mehr und mehr Bankgeschäft wandert ins Internet und wird per Smartphone abgewickelt. Der Konkurrenzkampf mit anderen Zahlungsdienstleistern wird immer schärfer.

Deshalb gibt es seit einiger Zeit zahlreiche Filialschließungen bei deutschen Banken und Sparkassen. Die Hannoversche Volksbank hat im vergangenen Jahr ihr Zweigstellennetz von 60 auf 50 Standorte ausgedünnt. Nach den Zahlen der Deutschen Bundesbank sind allein in den vergangenen beiden Jahren hierzulande mehr als 2000 Filialen verschwunden. Ende 2015 gab es noch 34 000 Filialen.

Die jüngsten Geschäftszahlen der Sparkasse Hannover fielen noch ordentlich aus. So wies das Geldinstitut im Geschäftsbericht für 2015 einen Gewinn vor Steuern von 52 Millionen Euro aus. Allerdings waren die Zinserträge schon deutlich rückläufig. Niedersachsens Sparkassenpräsident Thomas Mang berichtete kürzlich, dass die hiesigen Sparkassen insgesamt in diesem Jahr deutlich weniger Gewinn machen werden als 2015. Gewerkschaftsvertreter sehen die Entwicklungen mit Sorge. Man werde darauf achten, dass Entlassungen weiter ausgeschlossen blieben, hieß es Dienstag.

Genossenschaften und Sparkassen vorn

Nach der jüngsten Statistik der Deutschen Bundesbank verdienen die Genossenschaftsbanken und Sparkassen in Deutschland immer noch am meisten im Vergleich mit anderen Bankengruppen – allerdings mit deutlich sinkender Tendenz. Die „Eigenkapitalrentabilität“ – ein wichtiger Maßstab der Ertragslage – war bei den Sparkassen 2015 mit 9,67 Prozent mehr als dreimal so hoch wie bei den Großbanken. In dem erst vor einigen Tagen veröffentlichten Bericht bescheinigt die Bundesbank den deutschen Kreditinstituten insgesamt zwar noch eine robuste Verfassung, aber die Ertragslage dürfte wegen der sinkenden Zinsüberschüsse unter Druck bleiben.

Die Geldhäuser versuchen jedoch zunehmend, durch höhere Provisionen und Gebühren den Rückgang bei den Zinseinnahmen zu kompensieren. So hat auch die Sparkasse Hannover gerade erst an der Gebührenschraube gedreht und ihre Girokonten verteuert. Allerdings sind diese Einnahmen viel geringer als der Zinsgewinn. Bei der Sparkasse Hannover betrug der Zinsüberschuss zuletzt 256 Millionen Euro, der Provisionsüberschuss dagegen nur 79 Millionen Euro.     

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