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Stadt Hannover Stadt braucht mehr Platz für Obdachlose
Aus der Region Stadt Hannover Stadt braucht mehr Platz für Obdachlose
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22:01 04.12.2014
Bei frostigen Temperaturen hat sich ein Obdachloser in der Bahnhofstraße für den Abend eingerichtet. Viele wollen nicht in die vollen Gemeinschaftsunterkünfte. Quelle: Tobias Kleinschmidt
Hannover

Es werde für Obdachlose immer schwieriger, eine Übernachtungsmöglichkeit zu finden. Der Grund dafür ist die angespannte Situation auf dem Wohnungsmarkt, die sich durch die steigende Zahl von zugezogenen Menschen aus Osteuropa verschärft. Diese gelten formal nicht als Flüchtlinge, haben aber dennoch vielfach keine Bleibe und können nicht selbst für ihren Lebensunterhalt sorgen.

Nach Informationen der Stadt reichen die derzeit zur Verfügung gestellten Plätze in den vorgehaltenen Wohnungen, Gemeinschafts- und Notunterkünften zwar rechnerisch noch für die Menschen aus, die sonst auf der Straße übernachten müssten. Allerdings sei die Lage in den Notunterkünften „teilweise so schlecht, dass viele Obdachlose lieber auf der Straße übernachten, als dort Hilfe zu suchen“, sagt Gottfried Schöne von der Zentralen Beratungsstelle der Diakonischen Werke. Die Stadt will nun nach Auskunft von Sprecherin Konstanze Kalmus „die Kapazitäten der bereits bestehenden Einrichtungen erhöhen“. Im Klartext: Die Wohnungslosen, die in den Unterkünften übernachten, müssen noch enger zusammenrücken.

Bei der Diakonie rechnet man derzeit mit einer Zahl von etwa 3000 Menschen, die in der Landeshauptstadt leben, aber keine feste Wohnung haben. „Weit über 1000 von ihnen kommen bei Freunden und Bekannten unter, mit der dauerhaften Angst, plötzlich ihren Schlafplatz zu verlieren, weil beispielsweise der Vermieter den Dauerbesuch nicht mehr duldet“, sagt Schöne. Die Stadt hält zurzeit rund 900 Plätze in Wohnungen, Gemeinschafts- und Notunterkünften bereit, wie Sprecherin Kalmus bestätigt. Hinzu kommen weitere 350 Plätze der Diakonischen Werke und noch einige Hundert in privaten Unterkünften. „Die anderen finden Unterschlupf in Abbruchhäusern, Gartenlauben und unter Brücken“, sagt Schöne. „Und einige wollen diese Plätze selbst bei eisigen Temperaturen nicht verlassen.“

Grund dafür sind häufig schlechte Erfahrungen, die die Obdachlosen in den Gemeinschaftseinrichtungen und Notschlafstellen gemacht haben. „Einige von ihnen waren im Gefängnis oder in Heimen und ertragen die Zustände in den Unterbringungen einfach nicht“, erklärt Diakonie-Pastor Rainer Müller-Brandes. „Doch genau diese werden immer voller.“ Grund dafür ist, dass immer mehr mittellose Menschen um die Plätze konkurrieren - auch die Zuwanderer aus Osteuropa. „Sie nehmen etwa ein Drittel der Plätze in den städtischen Unterbringungen ein“, sagt Kalmus.

Einen Mangel an Unterkunftsplätzen kann die Stadt nach Auskunft von Kalmus noch nicht bestätigen. Allerdings wissen die Diakonischen Werke „von mindestens fünf bis zehn Obdachlosen, die auch in der kalten Jahreszeit auf der Straße übernachten, weil ihnen die Notfallstelle zu voll ist“, sagt Schöne. „Lieber bringen sie ihr Leib und Leben in ernste Gefahr.“

Um Lösungen für die problematische Situation zu finden, haben sich in der vergangenen Woche Vertreter mehrerer Hilfsorganisationen mit Ratspolitikern zum Gespräch getroffen. Dabei wurde auch der Vorschlag gemacht, ein ähnliches Wohnbauprogramm wie in Bremen zu starten. Im sogenannten Bündnis für Wohnen hatten sich in der Hansestadt rund 40 Akteure aus Wohnungswirtschaft, Wohnungsbaupolitik, Kammern und Verbänden zusammengefunden und stadtentwicklungs- und wohnungspolitische Ziele verabredet - etwa, dass 25 Prozent aller neu gebauten Wohnungen für soziale Zwecke zur Verfügung stehen sollten und jede zehnte davon zur Unterbringung von Wohnungslosen.

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