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Stadt sucht Wohnungen für Flüchtlinge

Mietobjekte gesucht Stadt sucht Wohnungen für Flüchtlinge

Vor dem Hintergrund steigender Flüchtlingszahlen sucht die Stadt Hannover händeringend nach privaten Vermietern, die Wohnraum anbieten - doch nicht zu jedem Preis.

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Wohin mit den Koffern? In Hannover wird Wohnraum für Flüchtlinge gesucht.

Quelle: dpa

Hannover. Derzeit leben rund 450 Flüchtlinge in Wohnungen, gut die Hälfte ist jedoch in Häusern der kommunalen GBH untergebracht, deren Kapazität allein nicht genügt. „Alle Wohnungsunternehmen sowie Eigentümer sind gefragt, auf die Stadt zuzukommen“, sagte ein Sprecher am Wochenende der HAZ. Für dieses Jahr hat das Land Niedersachsen der Stadt Hannover und den Kommunen des Umlands weitere 5000 Menschen aus Krisen- und Kriegsregionen zugeteilt.

Gesucht sind nun stärker als zuvor Wohnungen jeder Größe, besonders jedoch kleine Einheiten, weil viele Einzelpersonen untergebracht werden müssen. Mitarbeiter der Stadt suchen im Internet und in Zeitungsinseraten nach freien Wohnungen. Dabei kommt nicht jedes Angebot infrage. Manche Räume sind überteuert, manche in schlechtem Zustand. Der Mietspiegel gilt als Preismaßstab. Im Rathaus heißt es, die Stadt zahle keine überhöhten Mieten, um nicht in den Wohnungsmarkt einzugreifen und Preise in die Höhe zu treiben. Ziel ist es zudem, Flüchtlingswohnungen über das Stadtgebiet zu verteilen.

Dabei kommt es mitunter zu unterschiedlichen Ansichten, ob eine Wohnung für Flüchtlinge geeignet ist. Als ein Eigentümer vor Kurzem eine kleine Wohnung in einem bürgerlichen Stadtteil zu einem keineswegs überzogenen Preis anbot, war er überrascht, dass die Stadt ablehnte. Eine Begründung dafür gab es nicht. Kurz darauf ging dieselbe Wohnung - eine Singlewohnung zum ortsüblichen Mietzins - auf dem privaten Markt an einen Mieter. Der Eigentümer ist der HAZ bekannt, seinen Namen möchte er jedoch nicht veröffentlicht sehen. Ein vorliegender Schriftwechsel bestätigt seine Angaben.

Absicht der Stadt ist es, Flüchtlinge nach dem sogenannten Drei-Säulen-Modell unterzubringen. Sie sollen etwa zu einem Drittel in Wohnheimen, Wohnprojekten und später in Wohnungen leben. Der aktuelle Mangel an Wohnungen dürfte es schwierig machen, die Menschen auf diese drei Wohnmodelle zu verteilen. Ende 2015 leben in der Landeshauptstadt aller Voraussicht nach mindestens 4600 Flüchtlinge - die Stadt benötigt daher viele Hundert zusätzliche Wohnungen, um ein Drittel der geflüchteten Menschen tatsächlich in eigenen Räumen unterzubringen.

Wohl auch deshalb betonte ein Stadtsprecher, dass die Verwaltung weiterhin nach geeigneten Hotels sucht. Flüchtlinge sollen dort nicht nur übernachten, sondern für längere Zeit leben. Notwendig seien deshalb Zimmer mit Kochgelegenheit oder gemeinschaftlichen Küchen.

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