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Stadt Hannover „Gott wird seine Freude an diesem Gesprächspartner haben“
Aus der Region Stadt Hannover „Gott wird seine Freude an diesem Gesprächspartner haben“
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20:21 05.12.2016
Von Mathias Klein
Unter den rund 800 Trauergästen waren auch zahlreiche prominente Hannoveraner. Quelle: Dröse
Hannover

Als „Vermittler zwischen Stadt und Kirche“ hat Landesbischof Ralf Meister den früheren Stadtsuperintendenten Hans Werner Dannowski bezeichnet. In seiner Predigt bei der Trauerfeier würdigte Meister die ausgleichende Art von Dannowski. „Das Miteinander des Verschiedenen war Anspruch und Verlockung“, betonte der Landesbischof. Rund 800 Menschen nahmen gestern Mittag in der Marktkirche Abschied von Dannowski. Der Theologe war vor einer Woche nach schwerer Krankheit im Alter von 83 Jahren gestorben.

Sein großer Auftrag

Der Ort, an dem er sich am wohlsten gefühlt hat, sei die Stadt gewesen, meinte Meister. „Und so wurde das Amt des Stadtsuperintendenten der große Auftrag von Hans Werner“, sagte der Landesbischof. Seine Stimme habe sowohl in der Kirche als auch in der Stadt Gewicht gehabt.

Eine der großen Qualitäten des früheren Stadtsuperintendenten sei seine Sprachbegabung gewesen. Seine Predigten hätten nie belehrend gewirkt, sondern seien „anspruchsvolle Geisteserkundungen“ gewesen. Mit seinen Predigten in der Marktkirche habe der Theologe einen Qualitätsmaßstab gesetzt. Er habe Menschen auf ein „undogmatisches Christentum neugierig gemacht“. „Gott wird jetzt seine Freude an diesem Gesprächspartner haben“, betonte der Landesbischof.

Der Verstorbene sei ein weiser und kluger Mann gewesen, sagte Stadtsuperintendent Hans-Martin Heinemann in dem Gottesdienst. „Dass wir uns für eine offene Gesellschaft einsetzen und für eine kluge, nachdenkliche Kirche, das ist das Erbe, das er uns hinterlässt“, betonte Heinemann.

In der Trauerfeier wurden fast ausschließlich Advents- und Weihnachtslieder gesungen. „Das hätte ihm sicherlich gefallen“, sagte einer der Trauergäste.

An dem Gottesdienst hatten unter anderem Ministerpräsident Stephan Weil, Regionspräsident Hauke Jagau und Oberbürgermeister Stefan Schostok teilgenommen. Der Verstorbene wurde im Anschluss an die Trauerfeier auf dem Kirchröder Friedhof beigesetzt.

Mitinitiator von Lichterketten

Dannowski leitete bis 1998 insgesamt 18 Jahre den evangelisch-lutherischen Stadtkirchenverband. Zuvor war er Superintendent in Hannover-Linden, Leiter eines Predigerseminars und Gemeindepastor in Göttingen. Überregional machte er sich als Filmbeauftragter der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) sowie als Präsident der internationalen ökumenischen Film-Organisation Interfilm einen Namen. Der Theologe und Kunstliebhaber war auch Mitbegründer der Konferenz der evangelischen Stadtsuperintendenten und Stadtdekane aus deutschen Großstädten und 16 Jahre lang ihr Vorsitzender.

Dannowski setzte sich zudem für das Gespräch zwischen Kirche und Kunst ein. Als Stadtsuperintendent machte er sich besonders für den jüdisch-christlichen Dialog in Hannover stark. Nach Brandanschlägen auf türkische Familien Anfang der Neunzigerjahre war er Mitinitiator von Lichterketten gegen Ausländerfeindlichkeit in Hannover.

Das ist der Stadtkirchenverband

Im Stadtkirchenverband Hannover sind 61 Kirchengemeinden aus Hannover, Garbsen und Seelze mit knapp 200.000 evangelischen Gemeindegliedern zusammengeschlossen. An der Spitze stehen der Stadtkirchentag als Kirchenparlament sowie der Stadtsuperintendent. Stadtsuperintendent ist derzeit Hans-Martin Heinemann, ihm zur Seite stehen drei Superintendenten, die für einzelne Amtsbereiche zuständig sind. Heinemann ist der Nachfolger von Wolfgang Pusch­mann, davor hatte Hans Werner Dannowski das Amt lange inne. Der Stadtkirchenverband ist unter anderem für den Betrieb von vielen der insgesamt 68 Kindertagesstätten in seinem Bereich zuständig. Außerdem bündelt er in seinem Bereich unter anderem die diakonische Arbeit, die Arbeit mit Jugendlichen und die Stadtakademie. Zusätzlich betreibt der Verband die sogenannte Wiedereintrittsstelle in der Marktkirchenbuchhandlung, die sich darum bemüht, ausgetretene Kirchenmitglieder zurückzugewinnen.

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