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Stadt Hannover Stadt verklagt Wohnungseigentümer im Ihme-Zentrum
Aus der Region Stadt Hannover Stadt verklagt Wohnungseigentümer im Ihme-Zentrum
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08:09 12.12.2016
Von Conrad von Meding
Das Ihme-Zentrum. Quelle: dpa
Hannover

Das Ringen um die Zukunft des Ihme-Zentrums wird nicht nur politisch ausgetragen, sondern jetzt zunehmend auch juristisch. Wie am Wochenende bekannt wurde, hat die Stadtspitze Klage gegen die Eigentümergemeinschaft des Ihme-Zentrums eingereicht. Genaugenommen richtet sie sich gegen die Wohnungseigentümer, die wiederum den Großeigentümer aus Berlin verklagt hatten: Er solle für rund 50 Millionen Euro den alten Zustand vor dem Umbau 2006 wiederherstellen. Die Stadt hält dieses Vorgehen für unklug und will mit ihrer Klage erreichen, dass die Klage der Wohnungseigentümer zurückgenommen wird. Die fühlen sich brüskiert und wollen sich wehren.

„Es ist ein Unding – die Stadt fällt uns in den Rücken“, sagt Jürgen Oppermann, der Vorsitzende der Verwaltungsbeiräte im Ihme-Zentrum. Auf sein Betreiben hin hatten die Wohnungseigentümer im November den Beschluss gefasst, den Großeigentümer Projekt Steglitzer Kreisel (PSK) aus Berlin mit einer Klage zur Wiederherstellung des Zustands vor dem Umbau 2006 zu zwingen. Die Logik: PSK sei als Rechtsnachfolger des damals gescheiterten US-Investors der Carlyle-Gruppe verpflichtet, die durch die angefangene Sanierung entstandenen Schäden rückgängig zu machen. Das Ihme-Zentrum gleicht seitdem in den Sockelgeschossen einer Ruine, darunter leiden auch die Werte der Wohnungseigentümer. Bei dem Beschluss war der Haupteigentümer, gegen den sich die Klage richtet, von der Abstimmung ausgeschlossen – er hätte sie mit seiner 83-Prozent-Mehrheit verhindern können. Formell richtet sich die Klage gegen die Gesamtgemeinschaft, Klägerin ist die Lebensgefährtin von Oppermann, die laut Beschluss von allen Folgekosten der Klage freigestellt ist.

Bei der Stadt kommt dieser Schritt gar nicht gut an – sie will den Investor nicht komplett verprellen und hat ihn unter Druck gesetzt, indem sie mit dem Ende ihrer Mietverträge im Ihme-Zentrum drohte. Immerhin hat ihr Ultimatum dazu geführt, dass der Großeigentümer einen Tross teurer Planer engagiert und erste Entwürfe für die Modernisierung der Gewerbeareale im Gebäude vorgelegt hat. Bis Februar muss er zumindest den ersten Bauabschnitt so weit geplant haben, dass er ihn mit den Eigentümern abstimmen kann, um im Sommer den Bauantrag einzureichen.

Vor diesem Hintergrund sei die von den Wohnungseigentümern angestrengte Klage „inhaltlich nicht tragbar“, heißt es in einem Brief, den Frank Herbert verfasst hat, der Leiter des Büros von Oberbürgermeister Stefan Schostok. Im Übrigen sei es absurd, dass die Gesamtgemeinschaft der Eigentümer die Klägerin von Folgekosten freigestellt habe – so müsse die Gemeinschaft die Prozesskosten in jedem Fall zahlen, egal ob die Klage gewonnen und verloren werde. Herbert betont aber auch, dass man keinen Streit mit den Wohnungseigentümern vor Gericht wolle, sondern eine konstruktive Lösung.

Thomas Ganskow, Piraten-Bezirksratsherr und Sprecher der Bürgerinitiative Linden/Ihme-Zentrum, kündigte am Wochenende gegenüber Kommunalpolitikern an, dass er heute per Dringlichkeitsantrag die Stadt auffordern wolle, Klagen gegen Eigentümer im Ihme-Zentrum zurückzunehmen. Er war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

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