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Stadt Hannover Das mag Lina Larissa Strahl an Hannover
Aus der Region Stadt Hannover Das mag Lina Larissa Strahl an Hannover
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00:17 23.12.2016
Von Jutta Rinas
Mit energischem Schritt unterwegs: Lina Larissa Strahl im Gespräch mit Redakteurin Jutta Rinas.  Quelle: Irving Villegas
Hannover

Pumpkin Spice Latte“ - der Kultkaffee aus den USA ist zurzeit Lina Larissa Strahls Lieblingsgetränk. „Süßer als normaler Kaffee ist er, mit viel Milch und Schaum“, erzählt sie im Café Balzac am Ernst-August-Platz gegenüber von Hannovers Hauptbahnhof. „Irgendwie ist er genau das Richtige, wenn man morgens einen Kaffee braucht und Kaffee doch gar nicht so richtig mag.

Quelle: Villegas

Die Folge: Die 18-Jährige ist ständig unterwegs, ein Pressetermin jagt den nächsten. Jede Reise beginnt mit einem Kaffee am Bahnhof. Auch aus pragmatischen Gründen. Die Fahrpläne ihres Heimatbahnhofes im Umland seien so getaktet, sagt sie, dass sie eigentlich immer eine halbe Stunde in Hannover warten müsse, bevor es weitergeht.

Hektisches Stylen für die Fotos

Deshalb hat die Jungschauspielerin das Balzac als Ausgangspunkt für einen Spaziergang mit der HAZ gewählt. Aber die Zeit ist dafür eigentlich zu kurz. In einer halben Stunde wartet ein Journalist vom „Zeit“-Magazin. Dazu kommt, dass Strahl sich fürs Foto noch in Schale werfen muss. Fotos sind sowieso ein eigenes Thema. Anders als früher muss jedes einzelne von ihrer Agentur genehmigt werden. Hektisch kramt sie in ihrer Kosmetiktasche. Nagellacke, Lippenstifte, Puderdosen - alles fliegt durcheinander. Was sie brauche, um sich aufzupeppen, sei hier drin, sagt sie. Privat style sie sich oft gar nicht. Aber mit dem Inhalt ihrer Kosmetiktasche könne sie sich bequem im Zug schminken. Oder vor dem Pressetermin.

Schauspielkollege Tilman ­Pörzgen sitzt währenddessen schweigend daneben. Er spielte den François in „Bibi & Tina 3“. Einen Freund, einen Kumpel nennt Strahl ihn - und schon ihr Blick verrät, dass sich die Frage, ob er möglicherweise ihr Freund ist, verbietet. Obwohl das die Fans, die jeden Artikel über sie in der „Bravo“ oder der „Hey“ verschlingen, brennend interessiert. Aber halt, erst vor etwa einem Jahr hat sie doch mit Pörzgen im Cinemaxx am Raschplatz bei der Hannover-Premiere von „Bibi & Tina 3“ Hunderten von Teenagern Autogramme gegeben. Warum also nicht zur alten Wirkungsstätte gehen? Bahnhof und Kino sind offenbar ja Knotenpunkte in Strahls neuem Leben.

Das Marschtempo, das die 18-Jährige vorlegt, entspricht vermutlich ihrem Lebensgefühl. Zügig geht sie voran, mit einem energischen Schritt, den man der zierlichen jungen Frau, die so gar keine Ähnlichkeit mehr mit der pausbäckigen Hexe aus Detlev Bucks Filmen hat, gar nicht zutraut. Wie hat sie die Sprechrolle der Südsee-Häuptlingstochter, die aufs Meer hinaus reist, um ihr Volk zu retten, bekommen? War sie aufgeregt, als der Anruf kam?

Ist genug Zeit für die Rolle?

Es gibt Zeiten im Leben von erfolgreichen Menschen, da werden Angebote, die man zu anderen Zeiten sehnsüchtig erwartet hätte, zu bloßen Punkten auf einem Zeitstrahl. Für Strahl ist das Angebot, ein Casting für die Sprechrolle der „Vaiana“ zu machen, offenbar so ein Punkt. Die Hauptfrage ist nicht: Wird sie, die sie keine schauspielerische Ausbildung hat, die Rolle adäquat sprechen? Die Hauptfrage ist: Ist die Rolle zeitlich zu schaffen? Sie habe die einzigen fünf Tage, die sie frei gehabt habe, dafür genutzt, sagt sie. Es sei alles in ihrem Leben so stressig gewesen, dass sie anfangs gar nicht verstanden habe, dass es um eine Walt-Disney-Produktion ging. Apropos Leben. Nach ihrem Erfolg als Bibi ist Strahl ein Idol vieler Mädchen. Kann sie noch ein normales Leben führen - und statt im Ozean wie Vaiana im heimischen Schwimmbad unbeobachtet schwimmen gehen? Das Interesse der Fans sei manchmal schon heftig, sagt sie trocken, während sie den Bahnhof durchschreitet. „Es ist nicht die optimale Situation, wenn ich im Bikini im Freibad liege, und 20 Leute gucken auf mich drauf. Es ist aber auch schön, dass man gemocht wird“, sagt sie und ergänzt: Obwohl es natürlich noch schöner sei, wenn man privat gemocht werde.

Dass die 18-Jährige nicht stoisch grundbegeisterte Antworten gibt wie andere Stars und Sternchen, zeichnet sie aus. Die zweite Hauptrolle in „Vaiana“ ist der Halbgott Maui. Die deutsche Stimme spricht Andreas Bourani. Strahl ist selbst Musikerin. Wie war es, einem der erfolgreichsten deutschen Sänger zu begegnen? „Ich habe ihn erst nach den Aufnahmen bei einem Promo-Auftritt getroffen, er ist sehr nett“, sagt Strahl und ergänzt selbstbewusst, deutschen Pop wie Bourani ihn singe, möge sie eigentlich nicht so sehr. Bei ihrem eigenen Album habe sie darauf geachtet, dass sich Anklänge an amerikanische und englische Musik fänden. „Vaiana“ ist wie die „Eiskönigin“ überdies eine Produktion mit viel Musik. Den Titelsong singt Helene Fischer. Wie findet sie das? Hätte sie natürlich auch gerne gemacht, kommt prompt als Antwort.

Mittlerweile steht Lina Larissa Strahl im Cinemaxx und posiert in der Eingangshalle vor einer Werbung für „Vaiana“. Und die anderen Songs? Dass sie die nicht eingesungen habe, sei auch ein Zeitproblem gewesen.

Ein Zeitproblem hat die Jungschauspielerin mittlerweile auch. Sie schickt eine SMS an ihren Vater im Café, dass sie auf dem Rückweg ist. Wie findet sie die Figur Vaiana? „Sie ist eine starke, selbstbewusste Persönlichkeit, taugt als Vorbild für Mädchen“, sagt die junge Frau, die selber gerade erst erwachsen geworden ist: „Ich finde es cool, wenn in Filmen auch die Mädchen was reißen.“

Letzte Frage, private Frage. Lina Larissa Strahl hat den Ausgangspunkt fast schon wieder erreicht. Sie hat im Sommer Abitur gemacht und wollte einen guten Notenschnitt haben. Hat es geklappt? Sie wollte 1,8, es wurde 1,9, sagt sie - und bleibt plötzlich stehen. Das Thema, das merkt man, ist ihr wichtig. Sie sei in jedem Fach in der Schule gut oder sehr gut gewesen - und dennoch für manche Studiengänge schon zu schlecht, kritisiert sie. Ein Bildungssystem, das so filtere, sei nicht gut.

„Hallo, ich bin der Ludwig“, stellt sich Minuten später im Balzac der Fotograf vom „Zeit“-Magazin vor: Der nächste Termin im Leben einer prominenten 18-Jährigen beginnt.

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