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Stadt Hannover Hannover, auch ’ne Perle
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20:22 21.02.2017
Von Uwe Kranz
Vertrautes Terrain: Lotto King Karl macht Rast am Maschsee.  Quelle: Tim Schaarschmidt
Hannover

Er muss den Fußball wirklich lieben. Gern, sagt Lotto King Karl, wäre er zum Spiel von Hannover 96 gegen den VfL Bochum gekommen. Hat terminlich dann doch nicht hingehauen, er war einen Tag später in Hannover. Aber die schiere Bereitschaft, an einem Montagabend bei nicht gerade einladendem Februarwetter ein Zweitligaspiel zu gucken, weist den Mann als wahren Fußballfreund aus.

Den Wiederaufstieg in die Bundesliga traut er Hannover 96 auch zu. „Ich wünsch es ihnen auf jeden Fall, und sie haben auch das Potenzial, aber sie müssen es sich im Moment ein bisschen erarbeiten“, sagt der 50-Jährige, der dem anderen, dem Hamburger HSV nicht nur als Fan, sondern als Stadionsprecher und -sänger verbunden ist. Auch kein leichtes Los in den vergangenen Jahren. „Es hat sich schon vieles geändert in Hamburg“, sagt er, dick eingemummelt und mit Sonnenbrille beim Nachmittagsspaziergang am Maschsee, „früher war man nach drei Siegen schon halb in der Champions League, jetzt flippen die Leute nicht mehr so aus.“ Das „komplette Durchschütteln“, wie er einen Abstieg nennt, müsse er als möglicherweise reinigende Maßnahme für den dauerkriselnden Club aber auch nicht haben.

„Das steht aber nur im Pass“

Lotto King Karl, den alle „Lotto“, nein, „Loddo“, nennen, obwohl er eigentlich Gerrit Heesemann heißt („Das steht aber nur im Pass“), passt gut zu der Fanfreundschaft, die beide HSVs pflegen. Er ist Hamburger durch und durch, aber er ist auch Hannover sehr verbunden. Nicht nur des Fußballs wegen. Auf der anderen Seite des Teichs, an der Löwenbastion, ist er als Musiker verlässlicher Zuschauermagnet beim Maschseefest. Und auch im Capitol gastiert er regelmäßig, am kommenden Freitag ist es wieder so weit. Dann wird es erste Kostproben aus seinem neuen Album „Made in Germany“ geben, und auch die Hymne „Hamburg, meine Perle“ wird wohl dabei sein, die er vor jedem Heimspiel auf einem Hubkran mit der Fankurve anstimmt. Aber beim Capitol fällt ihm vor allem ein Auftritt im Jahr 2010 ein. Wenige Monate zuvor hatte sich der hannoversche Nationaltorhüter Robert Enke das Leben genommen, zwei Tage nach einem Spiel gegen den Hamburger SV. Lotto King Karl sang im Capitol „Alte Liebe“, die 96-Hymne. „Da konnte man merken, wie die Leute von Ausflippen auf Ruhe umschwenken“, sagt der Musiker. Das Schicksal von Enke, den er kannte, habe eine besondere Beziehung zu Hannover geschaffen.

Jetzt Asterix-Übersetzer

96-Fans mischen sich durchaus unters Publikum, wenn Lotto King Karl mit seinen Barmbek Dream Boys in Hannover Musik macht. Doch er legt Wert auf die Feststellung, „dass wir keine Fußballband sind“. 2007 nahm er mit dem Titel „Fliegen“ am deutschen Vorentscheid für den Eurovision Song Contest teil und belegte Platz 7. Mit dem für eine Berentzen-Werbung geschriebenen Song „Keine Grenzen, keine Zäune“ schaffte er es 2004 sogar in die Charts. Heino hat mit ihm gesungen, was ihm nachhaltig in Erinnerung geblieben ist: „Wir haben ihn abgeholt. Wie die Leute gucken, wenn Heino durch den Flughafen geht, das ist schon irre. Denn keiner sieht aus wie Heino.“ In solchen Momenten wird der große selbstbewusste Mann mit der Hamburger Schnauze etwas leiser, man merkt ihm den Respekt an, den er vor solchen Künstlern und ihrem Lebenswerk hat. Stolz ist er auch auf seine Zusammenarbeit mit Truck Stop. „Große Ehre, abgefahren“, sagt er, „das sind alles Supermusiker! Sie wollten mit mir ,Hamburg meine Perle’ singen. Und dann stehst du plötzlich in Maschen und probst mit Truck Stop. Ich war selten so aufgeregt.“

Sein neuestes Projekt ist nicht minder spannend - und auch hanseatisch, jetzt jedenfalls. Er hat Asterix übersetzt, ins Hamburgische. Oder vielmehr ins Lottokingkarlsche. „Ich wollte es drastischer machen. Der Hamburger Schnack gibt auch dieses Rotzige her.“ Und so müssen in „Asterix boaie Briedn“ die Gallier nicht nur Römern „auffe Fresse haun“ und das „Fass mit Plörre“ nach Brittanien bringen, weil das „Prio“ hat. Lotto hat auch einige spezielle Anregungen eingebracht. Die Stadionhymne „You’ll never walk alone“ wird in Latein gesungen. Und Obelix mit schwarz-weiß-blauer Hose „ist natürlich HSVer. Fand ich ’ne’ gute Idee von mir.“

Lotto live: Freitag, 20 Uhr, Capitol. Karten an den HAZ-Ticketshops.

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