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Stadt Hannover Stadtwerke kappen Kleingärtnern die Stromleitung
Aus der Region Stadt Hannover Stadtwerke kappen Kleingärtnern die Stromleitung
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00:16 14.12.2016
Von Bernd Haase
Gekappt: Stadtwerke-Mitarbeiter demontieren die Oberleitung. Quelle: Philipp von Ditfurth
Hannover

In der Gartenlaube des Ehepaars Müller gibt es eine gemütliche kleine Sitzecke mit Sofa und Fernseher. Bei letzterem bleibt der Bildschirm vorerst schwarz. Die Kolonie Waldesgrün, wo Müller seine Parzelle gepachtet hat, wird gerade vom Stromnetz getrennt. Für wie lange, weiß derzeit keiner. „Es kann sein, dass sich im Frühjahr die freuen, die handbetriebene Schwengelpumpen für die Wasserversorgung und Handrasenmäher besitzen“, spottet Müller. Draußen auf dem Gelände werden gerade Stromleitungen abgeklemmt und die hölzernen Masten zersägt.

Leitungen nicht mehr sicher

Die Kolonie am Lenzbergweg in Waldheim gehört zu den 53 in Hannover mit mehr als 3000 Parzellen, die bisher über Freileitungen Strom beziehen. Der wird in die Gärten verteilt. In den Sechziger- und Siebzigerjahren hat man das so gemacht, weil in der Stadt Wohnungsnot herrschte und Lauben als Quartier dienten. Jetzt sagt die Netzgesellschaft der Stadtwerke, die Leitungen seien nicht mehr verkehrssicher. Zudem verweist sie auf neue rechtliche Regelungen.

Die Stadtwerke werden nun nur noch einen zentralen Anschluss pro Kolonie legen. Das Weiterverteilen des Stroms über unterirdische Leitungen zu den Parzellen ist dann Sache der Vereine und der Pächter. Die Finanzierung auch. „Mehr als 2000 Euro kann das im Einzelfall für den Pächter kosten“, sagt Uwe Rosenthal. Er hat einen Posten bei Waldesgrün, der derzeit wichtig ist: den des Stromobmanns.

Um die Angelegenheit hatten sich Kleingärtnerverband und Stadtwerke zunächst heftig gestritten. Justiziar Andreas Hildebrand sprach seinerzeit von „Enteignung durch die Hintertür“ und drohte mit Klagen. Das ist vom Tisch. Ein Kompromiss sieht vor, dass die Pächter 800 Euro Eigenbeitrag leisten müssen. „Schon dieser Betrag stellt manchen, beispielsweise Mitglieder mit schmaler Rente, vor Probleme“, sagt Rosenthal.

Den Obmann wurmt aber vor allem etwas anderes. „Wir wollten als Verein eine Stromgesellschaft gründen, aber das erlaubt die Stadt nicht“, sagt er. „Kleingartenvereine dürfen nicht in ihrer Funktionsfähigkeit gefährdet werden. Insbesondere muss verhindert werden, dass die Vereine durch die Lasten aus der Stromversorgung in Insolvenz geraten können“, hat ihm Umweltdezernentin Sabine Tegtmeyer-Dette geschrieben. Die Pächter müssen sich stattdessen in Stromgemeinschaften, beispielsweise Gesellschaften bürgerlichen Rechts (GBR), zusammenschließen. „Damit wird das Risiko etwa aus Bau, Betrieb und Instandsetzung auf Einzelpersonen verlagert“, kritisiert Rosenthal.

Laubenpieper wollen keine GBR

Sämtliche Versuche, die Vereinslösung zu erlangen, sind für die Kolonie Waldesgrün fehlgeschlagen. Jetzt muss sie überlegen, ob sie doch noch die unbeliebte GBR gründet. Falls nicht, gibt es keinen Strom – und die Besitzer von Schwengelpumpen und Handrasenmähern sind im Vorteil.

Solarenergie ist auch keine Lösung

Die Kolonie Waldesgrün gehört zu den ersten in Hannover, in denen die Freileitungen für die Stromversorgung gekappt wird und in denen nur noch unterirdische Leitungen erlaubt sind. Eigentlich sieht das Bundeskleingartengesetz überhaupt keine Stromanschlüsse vor, diese sind aber in Hannover seit Jahrzehnten etablierte Praxis. Eine theoretische Alternative zu den unterirdischen Leitungen in Form von Solaranlagen scheidet allerdings aus. Die maximal zugelassene Größe der Module würde nur eine Minimalversorgung zulassen.

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