Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Stadt Hannover enercity beliefert künftig die gesamte Region
Aus der Region Stadt Hannover enercity beliefert künftig die gesamte Region
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:20 04.12.2014
Von Bernd Haase
Das Heizkraftwerk in Linden ist hochmodern, schreibt aber derzeit Verluste. Das bekommt auch die Stadt in Form geringerer Gewinnbeteiligung zu spüren. Quelle: Michael Thomas
Hannover

Die Stadtwerke Hannover rechnen mit einem spürbaren Gewinnrückgang. Fährt das kommunale Versorgungsunternehmen in diesem Jahr noch 94 Millionen Euro ein, sollen es im kommenden Jahr 10 Millionen Euro weniger sein. Grund sind nach Angaben des Vorstandsvorsitzenden Michael Feist die schwachen Erzeugerpreise für Strom. „Die Situation ist sehr schwierig, um es milde zu sagen“, betonte Feist, der den augenblicklichen energiepolitischen Kurs der Bundesregierung kritisierte.

Im kommenden Jahr wollen die Stadtwerke erstmals in der gesamten Region Hannover Strom und Gas verkaufen. Bisher verkaufen die Stadtwerke nur in Hannover, Langenhagen, Laatzen, Ronnenberg, Seelze und Hemmingen Strom und Gas. Im Umland ist bisher die e.on-Tochter Avacon Regelversorger. Mit dem am Sonntagabend verkündeten Kurswechsel beim Düsseldorfer Energiekonzern hat die Entscheidung nach Angaben von Feist nichts zu tun. „Wir haben das schon seit Längerem geplant“, sagt er. Angeboten werden zunächst die Internetprodukte bei Strom und Gas unter dem eigenen Label enercity. Das Unternehmen schätzt das Potenzial auf 180 000 Kunden beim Strom und auf 100 000 beim Gas. Demgegenüber nehmen sich die Ziele fürs erste Jahr zurückhaltend aus. Insgesamt 5000 Neukunden wollen die Stadtwerke für sich gewinnen. Nach Angaben von Feist sind im Raum Hannover insgesamt mehr als 60 Anbieter unterwegs.

Weil subventionierter Ökostrom und Billigstrom aus abgeschriebenen Braunkohlemeilern die Netze fluten, können die Stadtwerke ihre eigenen Kraftwerke derzeit nicht gewinnbringend betreiben - im Gegenteil. „Die Verluste aus der Stromproduktion werden im kommenden Jahr auf bis zu 25 Millionen Euro steigen“, prognostiziert Feist. Sollten sich die Rahmenbedinungen nicht ändern, könnte das Steinkohlekraftwerk in Mehrum im Landkreis Peine im Jahr 2020 vom Netz genommen werden. „Die organisatorische Vorlaufzeit dafür beträgt zwei Jahre“, sagt Harald Noske, Technikvorstand der Stadtwerke.

Weil auch noch der Stromverbrauch in Deutschland sinkt und sich das wettbewerbsverschärfend auswirkt, fordern die Versorgungsunternehmen einen sogenannten Kapazitätsmarkt. Sie wollen dafür bezahlt werden, dass sie die Meiler vorhalten, die einspringen müssen, wenn aus Witterungsgründen phasenweise nicht genug Wind- und Solarstrom zur Verfügung steht. „Versorgungssicherheit hat ihren Preis“, sagt Feist, der klare Vorgaben der Regierung vermisst: „Wenn der Bundeswirtschaftsminister binnen drei Wochen drei Positionswechsel in der Energiepolitik vollzieht, dann sind das alles andere als stabile Rahmenbedingungen.“

Dass die aktuell 360.000 privaten Haushalte aus der Kundenliste der Stadtwerke mit sinkenden Verbraucherpreisen beim Strom rechnen können, bezweifelt Feist. Der Grund: Staatlich verordnete Abgaben und Umlagen fressen die niedrigen Einkaufskosten wieder auf. Aktuell gilt die Ansage, dass man Strom und Gaspreise bis zum Frühjahr stabil halten werde. Was danach passiere, hänge von der Marktentwicklung ab.

Einnahmequelle Contracting: Mit der Konzeption, dem Bau und Betrieb von Energieanlagen für Dritte, dem sogenannten Contracting, liegen die Stadtwerke auf Wachstumskurs. Mittlerweile betreiben sie zusammen mit Tochterunternehmen 1800 Anlagen, darunter auch welche im Baltikum. Prominentester Contracting-Vertrag ist derjenige für die Versorgung der Hafencity in Hamburg.

Weitere Windparks geplant: Im kommenden Jahr wollen die Stadtwerke zwei bis drei neue Windparks errichten. „Wir sondieren gerade etwa 20 Flächen im 50-Kilometer-Radius um Hannover“, sagt Noske. Aussichten auf Realisierung bestünden etwa bei Neustadt-Esperke und bei Hohenhameln im Kreis Peine. Aktuell liegt der Anteil an Ökostrom für die Versorgung privater Haushalte durch die Stadtwerke bei 75 Prozent.

Sechs Millionen Euro für Speicher: „Früher war Strom teurer als Wärme. Das hat sich gedreht“, sagt Noske. Deshalb wollen die Stadtwerke auf dem Kraftwerksgelände für 6 Millionen Euro einen Heißwasserwärmespeicher bauen. Dort lässt sich Wasser durch Strom erhitzen und kann dann ins Fernwärmenetz eingespeist werden.

Es gibt nicht viele Hannoveraner, deren Lebenswerk in einem eigenen Museum gewürdigt wird. Da wären bislang Sprengel, Kestner und Leibniz. Dass allerdings noch während seiner Lebenszeit ein Museum für ihn gebaut wird, hat Madjid Samii exklusiv.

Rüdiger Meise 01.12.2014

Zum Ende des Jahres machen viele Unternehmen eine Inventur. 
Zeit, im eigenen Leben Bilanz zu ziehen und auszumisten – nicht nur im Kleiderschrank.

01.12.2014
Stadt Hannover Hannovers kleine Weihnachtsmärkte - Stockbrot, Glühwein und ganz viel Charme

Es gibt mehr als den großen Weihnachtsmarkt rund um die Marktkirche: Viele Weihnachtsmärkte in den Stadtteilen locken mit kleinen Köstlichkeiten, heißem Glühwein, einem netten Plausch und ganz viel Charme.

12.12.2014