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Stadt Hannover War der Faustschlag fahrlässige Tötung?
Aus der Region Stadt Hannover War der Faustschlag fahrlässige Tötung?
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00:17 22.12.2016
Von Michael Zgoll
Dieter W. – hier mit seiner Anwältin – machte einen verzweifelten Eindruck. Quelle: Tim Schaarschmidt
Hannover

In den frühen Morgenstunden des 22. Februar 2015 stirbt in Letter der 24-jährige Timo S. Der Lkw-Fahrer, der einen Streit vor einer Kneipe schlichten wollte, wird von einem Faustschlag niedergestreckt, doch wird sein Tod durch eine Verkettung höchst unglücklicher Umstände begünstigt. So befindet sich in seinem Hirn ein Aneurysma, die krankhafte Verdünnung und Aussackung eines Blutgefäßes. Dieses platzt - möglicherweise erst durch den Aufprall seines Kopfes auf dem harten Untergrund eines Parkplatzes - und führt trotz intensiver medizinischer Bemühungen binnen weniger Stunden zu seinem Tod. Seit Montag muss sich der Mann, der zuschlug, vor dem Schwurgericht wegen fahrlässiger Tötung verantworten.

Der 49-jährige Dieter W. saß vor sechs Wochen bereits auf der Anklagebank des Amtsgerichts Hannover. Doch der dortige Strafrichter hatte die Verhandlung nach drei Stunden abgebrochen, weil er nicht ausschließen mochte, dass sich W. möglicherweise einer Körperverletzung mit Todesfolge schuldig gemacht hat. Dieses Delikt kann härter bestraft werden und ist ein Fall für das Schwurgericht. Doch blieb die Staatsanwaltschaft auch jetzt bei ihrem ursprünglichen Tatvorwurf der fahrlässigen Tötung.

 „Opa verzieh dich“

Tieftraurig ist das Geschehen natürlich zuvorderst für das Opfer und seine Verwandten, Bekannten und Freunde. Doch auch der Täter, der seine Tatbeteiligung gar nicht leugnet, ist eine tragische Figur.

Dieter W. hat in jener Nacht an einer Weihnachtsfeier seines Dartvereins teilgenommen. Als er sich auf den Heimweg machen will und gegen 1.40 Uhr aus der Tür der Sportsbar Dejavu tritt, bekommt er mit, dass sich auf dem Parkplatz einige Gäste streiten und herumpöbeln. Er sieht, so eine von Verteidigerin Tanja Brettschneider verlesene Erklärung, dass ein 28-Jähriger gegen ein Auto tritt. W., mit 1,14 Promille Alkohol im Blut nicht mehr nüchtern, stellt den noch stärker angetrunkenen Randalierer (1,94 Promille) zur Rede. „Opa verzieh dich“, soll der 28-Jährige - ebenfalls Lkw-Fahrer und ein guter Freund von Timo S. - geschrien haben. Dann mündet die verbale Auseinandersetzung in einige wenige Faustschläge.

„Der Schlag war für mich bestimmt“

Noch offen ist, wer zuerst zugeschlagen hat. Sicher ist nur, dass S. den Streit zu schlichten versucht und - sehr wahrscheinlich aus Versehen - von W. einen Treffer auf die Oberlippe abbekommt. „Der Schlag war für mich bestimmt“, sagte der 28-jährige Randalierer im Landgericht. „Mein Mandant hat das Opfer aus Versehen getroffen“, erklärte auch Dieter W.s Verteidigerin.

Timo S. geht zu Boden, beginnt stark zu bluten. Die Kneipenbesucher kümmern sich um ihn, Rettungssanitäter und Notarzt sind bald zur Stelle, doch sie können dem Streitschlichter nicht mehr helfen. Er stirbt auf einem OP-Tisch im Nordstadtkrankenhaus.

Der Angeklagte bot am Montag ebenso wie in der Amtsgerichts-Verhandlung ein Bild des Jammers, weinte viel, vergrub seinen Kopf oft in den Händen. Nach Angaben seiner Anwältin litt W. schon vor der Tat unter Angststörungen, war wegen seines fatalen Faustschlags vier Wochen in einer psychiatrischen Klinik untergebracht und leidet nun unter Depressionen. Das Schwurgericht unter Vorsitz von Wolfgang Rosenbusch will bereits Dienstag sein Urteil verkünden.

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