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Strenge Auflagen für Hooligan-Demo

Sorge in Hannover Strenge Auflagen für Hooligan-Demo

Die Polizeidirektion hat den Veranstaltern der Hooligan-Demo Auflagen gemacht, die es so in Hannover noch nicht gegeben hat. Nach wie vor befürchtet die Polizei, dass es am Sonnabend zu gewalttätigen Auseinandersetzungen kommt.

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Ort des Aufmarsches: 
Beamte der Bundespolizei inspizieren den 
Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB) am Fuße des 
alten Fernsehturms.

Quelle: dpa

Hannover. Etwa 5000 Hooligans und Rechtsextreme aus ganz Deutschland dürfen am Sonnabend in Hannovers  Innenstadt demonstrieren. Das Verwaltungsgericht in der Landeshauptstadt hob am Donnerstag ein Verbot der Veranstaltung durch die Polizeidirektion auf. Die Polizei verzichtete nach Prüfung des Richterspruchs darauf, die Entscheidung anzufechten.

Der Protest, den die Veranstalter unter das Motto „Europa gegen den Terror des Islamismus“ gestellt haben, darf nach dem Urteil des Gerichts nur unter extrem strengen Auflagen stattfinden. So dürfen die Teilnehmer der Veranstaltung nicht, wie ursprünglich geplant, durch die City ziehen. Gestattet ist lediglich eine stationäre Kundgebung auf dem Gelände des Zentralen Omnibusbahnhofs (ZOB) hinter dem Hauptbahnhof. Sie muss bereits um 16 Uhr, deutlich vor Einbruch der Dunkelheit, zu Ende gehen. Vor zwei Wochen hatten bei einer ähnlichen Veranstaltungen in Köln rund 4500 Hooligans und Rechtsextreme randaliert und 40 Polizisten verletzt. Auch deshalb hat die Polizeidirektion in Hannover den Veranstaltern Auflagen gemacht, die es so in der Stadt noch nicht gegeben hat. Alle Demonstranten werden vor Beginn der Veranstaltung einzeln von der Polizei durchsucht. Alle Ordner müssen sich einem Alkoholtest unterziehen. Wer mehr als 0,3 Promille hat, darf die Funktion nicht ausüben.

Nach wie vor befürchtet die Polizei, dass es auch in Hannover zu gewalttätigen Auseinandersetzungen kommt. „Wir sind froh, dass das Verwaltungsgericht in seinem Urteil diese Einschätzung ausdrücklich geteilt hat – wenn die Richter daraus auch andere Schlüsse gezogen haben als wir“, sagte Polizeipräsident Volker Kluwe. Besorgt sind auch die Geschäftsleute, zumal in der Innenstadt mit erheblichen Beeinträchtigungen zu rechnen ist. Die Fernbusse können am Sonnabend den ZOB nicht anfahren. Fahrgäste müssen auf dem Üstra-Depot an der Vahrenwalder Straße zu- oder aussteigen. Auch kommt es vorübergehend zu Straßensperrungen. Betroffen ist ein Teil der Hamburger Allee, die Raschplatzhochbrücke, ein Teil der Rundestraße und die Lister Meile im Bereich des ZOB. Der Hauptbahnhof kann nur von der Rückseite her angefahren werden.

Gegen die Demo der Hooligans hat sich unter dem Motto „bunt statt braun“ ein breites Bürgerbündnis aus Parteien, Gewerkschaften und Kirchen formiert. Es rechnet für seine Gegendemonstration mit bis zu 2500 Teilnehmern, darunter Hannovers Oberbürgermeister Stefan Schostok. „Wir wollen ein klares Signal geben: Hier ist kein Platz für Rassismus und kein Platz für Gewalt“, sagte er.  Eine weitere Gegendemonstration ist aus dem linksautonomen Spektrum angemeldet.

Alkoholverbot im Bahnhof

Auch die Bundespolizei hat auf die Aufhebung des Demonstrationsverbot für die Hooligans in Hannover reagiert. Die Behörde erließ am Donnerstag ein ungewöhnlich weitreichendes Alkoholverbot. Zwischen 8 und 14 Uhr darf weder im Hauptbahnhof Hannover noch in den Zügen zwischen zwischen Hamburg und Göttingen sowie zwischen Wuppertal und Helmstedt und auf allen an den Strecken liegenden Bahnhöfen Alkohol getrunken werden.

Die Bundespolizei kündigte an, das Verbot zu kontrollieren, das Zwangsgeld bei Verstößen liegt bei 250 Euro. Wer das Geld nicht zahlen kann, soll vorläufig in Gewahrsam kommen. Bis zum Abend ist in den Zügen und auf den Bahnhöfen auch verboten, Glasflaschen sowie von Feuerwerkskörper dabei zuhaben.
Ausgenommen von dem Verbot sind lediglich ICE-Züge, auf einigen Strecken auch IC-Züge. In den Bahnhöfen darf Alkohol nur in den Geschäftsräumen der dortigen Unternehmen getrunken werden.

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