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Stadt Hannover Ist Pedelecfahren auch gesund?
Aus der Region Stadt Hannover Ist Pedelecfahren auch gesund?
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00:17 23.03.2017
Von Bernd Haase
Radfahren ist gesund. Gilt das auch für Pedelecfahren? Quelle: Rainer Jensen
Hannover

Ein Forschungsverbund aus Hannover unter Federführung der Medizinischen Hochschule (MHH) will das ändern und sucht dazu bundesweit 1200 Teilnehmer für eine Studie, die auf überregionales Interesse stößt: Sie wird durch das Bundesverkehrsministerium gefördert.

„In den vergangenen zehn Jahren ist viel über gesundheitsfördernde Effekte des Fahrradfahrens geforscht worden“, sagt Prof. Uwe Tegtbur, Leiter der MHH-Sportmedizin. Richtschnur ist dabei eine Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation. Danach helfen 150 Minuten moderate, ausdauernde Bewegung pro Woche, die sich beispielsweise durch Radeln auf dem Weg zur und von der Arbeit erzielen lassen, immens: „Infarkt-, Schlaganfall- und Krebsrisiko sinken“, zählt Tegtbur auf. Die Symptome von Lungenerkrankungen schwächten sich ab, der Blutzucker gehe nach unten, das Immunsystem werde ebenso wie die Knochendichte in Rücken und Beinen gestärkt. „Zuletzt haben Forschungen belegt, dass die Zellregeneration gefördert und damit der Alterungsprozess verlangsamt wird“, erklärt der Sportmediziner.

Noch gibt es viele Vorurteile

Für Pedelecs, die dem Fahrer durch den berühmten eingebauten Rückenwind in Form von Tretkraftunterstützung das Fortkommen erleichtern, gibt es keine vergleichbaren Untersuchungen. „Unklar ist, ob ein genügend großer Belastungs- und Trainingsreiz für eine ausreichende Gesundheitsprävention erfolgt“, sagt Tegtbur. Vermutet werden könne dies - vor allem dann, wenn Radler ein Pedelec häufiger nutzen als ein herkömmliches Modell.

Teilweise hält sich noch das Vorurteil, wonach Pedelecs vor allem von Senioren oder Menschen mit körperlichen Einschränkungen genutzt werden. „Fahrräder mit Tretkraftunterstützung sind aber auch eine Alternative für Pendler, die nicht verschwitzt am Arbeitsplatz ankommen wollen“, sagt Tegtbur. Auch könnten sie Leistungsunterschiede innerhalb von Gruppen ausgleichen und ihren Nutzern längere Touren ermöglichen.

Für die Studie suchen die Sportmediziner bundesweit insgesamt 800 Radler, die sich kürzlich ein Pedelec zugelegt haben. Das sollte möglich sein. Nach aktuellen Erhebungen werden bundesweit etwa 500 000 Pedelecs im Jahr verkauft. Sie erzielen innerhalb des Fahrradmarktes schon seit geraumer Zeit die höchsten Steigerungsraten.

Weitere 400 Käufer von herkömmlichen Rädern werden als Vergleichsgruppe benötigt. Sie absolvieren zwei vierwöchige Testphasen: Eine läuft zwei Monate nach dem Kauf, weil dann der Neugiereffekt verpufft ist, eine zweite zwölf Monate später. Die Teilnehmer müssen über ein Smartphone oder einen Computer verfügen, um Daten zu übermitteln. Sie erhalten Fragebögen sowie per Post eine spezielle Uhr, die Geschwindigkeit und Dauer der Fahrten sowie die Herzfrequenz erfasst. „Wer teilnimmt, erfährt, was er tun muss, damit Fahrradfahren wie ein Medikament wirkt“, sagt Tegtbur. Auch die Unfallforscher, die ebenfalls an der Medizinischen Hochschule ansässig sind, könnten von den Ergebnissen der Pedelec-Studie profitieren.

Interessenten wenden sich entweder telefonisch unter (01 76) 15 32 71 13 oder per E-Mail an sportmedizin-ebike@mh-hannover.de an das Institut für Sportmedizin an der MHH.

Möglichkeiten
 zum Ausprobieren

Wer mit einem Pedelec liebäugelt, muss nicht gleich kaufen. Die Stadt beispielsweise bietet unter dem Namen Pedsblitz 70 Räder zum Verleih an. Der Tagessatz beträgt 17,50 Euro; Lastenräder sind kostenfrei. Die meisten Räder stehen in den Radstationen am Hauptbahnhof in der Fernroder Straße und in der Rundestraße. Da sie vor allem bei schönem Wetter stark nachgefragt sind, empfiehlt sich eine zeitige Buchung, die auch über das Internet möglich ist. Nähere Informationen stehen unter www.hannover.de, Suchwort Pedsblitz.

Außer der Stadt bieten viele Händler einen Pedelec-Verleih an. Hier liegen die Tagessätze in der Regel um die 25 Euro.

se

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