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Stadt Hannover Supermarktraub: Polizei nimmt den Falschen fest
Aus der Region Stadt Hannover Supermarktraub: Polizei nimmt den Falschen fest
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19:24 05.01.2015
Von Tobias Morchner
Die Polizei sucht weiterhin Zeugen, die Hinweise auf den Raubmörder geben können. Quelle: Polizei
Hannover

Der in Hamm von einem Spezialeinsatzkommando (SEK) festgenommene Mann konnte der Polizei ein stichhaltiges Alibi vorlegen: Er hielt sich an diesen Tagen gar nicht in Deutschland auf. „Der dringende Tatverdacht gegen den 48-Jährigen hat sich im Zuge der weiterführenden Überprüfungen nicht erhärtet“, sagt Oberstaatsanwalt Thomas Klinge. Jetzt beginnt die Suche nach dem skrupellosen Supermarkträuber, der möglicherweise für 20 Taten verantwortlich ist, von Neuem.

Die Fahnder waren nach einem Hinweis eines Zeugen auf den 48-Jährigen aus Hamm aufmerksam geworden. Er glaubte, ihn auf den Bildern und den Videosequenzen vom Tatort in Stöcken wiedererkannt zu haben. Auf den 48-Jährigen passte auch die Beschreibung des gesuchten Raubmörders. Er soll zwischen 40 und 60 Jahre alt und korpulent sein und mit osteuropäischem Akzent sprechen. In aller Regel nutzte er ein Fahrrad, um vom Tatort zu fliehen.

Nach dem Hinweis auf den 48-Jährigen aus dem Westfälischen legten die Ermittler drei weiteren Zeugen mehrere Fotos von Männern vor, die alle große Ähnlichkeit mit dem gesuchten Täter hatten - darunter auch ein Bild des 48-Jährigen. Alle drei haben, nach Auskunft der Strafverfolger, unabhängig voneinander auf das Bild des Mannes aus Hamm gezeigt. „Nach den vier übereinstimmenden Zeugenaussagen mussten wir reagieren, da wir es mit einem gefährlichen und bewaffneten Täter zu tun haben“, sagt Oberstaatsanwalt Klinge.

Fahnder hatte früh Zweifel an Schuld des Verhafteten

Doch bereits unmittelbar nach der Festnahme des 48-Jährigen durch ein Spezialkommando am Donnerstagnachmittag in seiner Wohnung in Hamm kamen leichte Zweifel auf. Der Verdächtige behauptete, er sei zum Zeitpunkt des Überfalls in Stöcken in Weißrussland gewesen und könne das durch seinen Reisepass und sein Visum belegen. „Diese Angaben mussten wir überprüfen und deshalb haben wir ihn zur weiteren Vernehmung nach Hannover bringen lassen. Die Ermittler schalteten Experten ein, die die Dokumente des 48-Jährigen überprüfen sollten. Das Ergebnis muss für die Beamten niederschmetternd gewesen sein: Pass und Visum waren echt, der 48-Jährige sagte also die Wahrheit. Auch der Abgleich der Fingerabdrücke des Festgenommenen mit verschiedenen Datenbanken brachte kein Ergebnis.

„Der Mann ist bislang überhaupt noch nicht polizeilich in Erscheinung getreten“, sagt Thomas Klinge. Die Durchsuchung der Wohnung des 48-Jährigen, die erst spät in der Nacht abgeschlossen war, brachte ebenfalls nicht den Durchbruch. „Wir haben weder eine Waffe, noch die von uns gesuchte Stofftasche, noch ein Fahrrad und auch keine Kleidungsstücke gefunden, die Ähnlichkeit mit denen haben, die der Täter beim Überfall in Stöcken trug“, sagt Klinge. Deshalb entließen die Fahnder den 48-Jährigen am Freitag Mittag wieder in die Freiheit.

Neuer Zeugenaufruf: Polizei sucht nach Ford Focus

Jetzt konzentrieren sich die Ermittlungen auf einen dunklen Ford Focus Kombi. Ein Zeuge hatte den Wagen am 4. Dezember gegen 19 Uhr, also etwa eine Stunde vor dem Überfall auf den Stöckener Supermarkt in der Weizenfeldstraße gesehen. Der Hinweisgeber hatte einen Mann beobachtet, der ein Fahrrad aus dem Kofferraum des Fahrzeugs auslud.

Der Ford stand am Ende des von der Gemeindeholzstraße abgehenden Stichwegs im absoluten Halteverbot. Bereits am Donnerstagabend hatten Beamte in Stöcken Handzettel mit einem Fotos eines solchen Autos und der genauen Beschreibung des Standorts verteilt. Die Ermittlungsgruppe „Discounter“ ist also weiter auf Zeugenhinweise angewiesen, um den Fall klären zu können. Das freie Wochenende, auf das sie nach der Festnahme des vermeintlichen Täters am Donnerstag gehofft hatten, wurde ihnen bereits wieder gestrichen.

Der Standort des mutmaßlichen Fluchtwagens. Quelle: OpenStreetMap
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