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Stadt Hannover Tiefstes Loch in Hannover wird ein Problemfall
Aus der Region Stadt Hannover Tiefstes Loch in Hannover wird ein Problemfall
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21:21 12.12.2011
Von Bernd Haase
Noch ist unklar, wie es auf dem BGR-Gelände in Groß-Buchholz weitergeht. Quelle: Rainer Dröse
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Hannover

Hannovers millionenschweres Erdwärmeprojekt, das die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) auf ihrem Gelände in Groß-Buchholz durchführt, ist gefährdet. Kristallisierte Salze haben das Bohrloch an zwei Stellen verstopft. Nach Angaben von Projektleiter Johannes Peter Gerling müssen die Wissenschaftler nun bis Ostern nächsten Jahres entscheiden, wie es in Groß-Buchholz weitergeht – und ob überhaupt.

„Sollte das Bohrloch aufgegeben werden müssen, wäre das ein herber Rückschlag für die Erdwärmenutzung in Norddeutschland“, sagt Gerling. Mit dem ehrgeizigen Vorhaben will die BGR beweisen, dass Erdwärme auch in hiesigen Breiten, in denen die geologischen Verhältnisse weitaus ungünstiger sind als in Süddeutschland, in großem Stil genutzt werden kann. Dass die Geowissenschaftler ganz tief hinunter wollen, war von Juni 2009 an deutlich zu sehen. Damals wurde ein riesiger, 53 Meter hoher Bohrturm direkt am Messeschnellweg aufgebaut. Ein halbes Jahr später erreichte die Bohrung ihr Ziel 3900 Meter unter der Oberfläche. Weder Menschen noch Maschinen sind je an einen tieferen Punkt unter Hannover gelangt.

Durch das Loch haben die Techniker in diesem Sommer mit einem Druck von 400 Bar – zum Vergleich: in einem Autoreifen herrschen etwa zwei Bar – Wasser aus dem Mittellandkanal gepumpt. Es sollte sich im Inneren der Erde erhitzen, was auch funktionierte: „Wir haben 160 Grad Temperatur gemessen. Das ist mehr, als wir erwartet hatten“, sagt Gerling. Das heiße Wasser soll durch den äußeren Ring der Bohrung wieder an die Erdoberfläche gelangen. Mit seiner Hilfe wollen die Techniker von 2014 an über Wärmetauscher die BGR-Zentrale am Stilleweg mit ihren 1000 Arbeitsplätzen heizen. Das erkaltete Wasser wird dann wieder in die Erde gepumpt, sodass eine Zirkulation entsteht.

Was die Techniker auch nicht erwartet hatten: Das heiße Wasser hat in der Schicht zwischen 3500 und 3800 Metern Salz gelöst, das weiter oben kristallisiert ist. Damit ist der Wasserfluss gestoppt, die für eine dauerhafte Nutzung der Erdwärme zwingend erforderliche Zirkulation kommt nicht in Gang.

Jetzt muss geprüft werden, wie es weitergeht. „Es gibt einige Optionen, die auf Wirksamkeit und Kostenaufwand durchgerechnet werden müssen“, sagt BGR-Präsident Prof. Hans-Joachim Kümpel. Eine Möglichkeit besteht laut Projektleiter Gerling darin, eine Wärmesonde und damit ein zusätzliches Rohr in die Erde zu treiben. Der Vorteil wäre, dass die Erdheizung doch noch in Gang käme. Allerdings liefe dann weniger Wasser nach unten und zurück nach oben, sodass die Wärmeausbeute sinken würde.

„Das Verhältnis zwischen Aufwand und Ertrag muss stimmen“, betont Gerling. Deshalb ist auch ein komplettes Scheitern nicht ausgeschlossen. Finanzprobleme hat das Erdwärmeprojekt aber bisher nicht. Der Etat liegt bei 24 Millionen Euro, davon sind zwei Drittel ausgegeben worden.

Das Loch einfach Loch sein zu lassen kommt nicht infrage. Die Techniker sind auch dann, wenn sie die Erdwärme aufgeben, verpflichtet, das Bohrloch freizuräumen und es ordnungsgemäß zu verschließen. Das verlangt das Bergrecht.

Dieser Artikel wurde aktualisiert.

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