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Stadt Hannover Tödlicher Stadtbahnunfall gibt Rätsel auf
Aus der Region Stadt Hannover Tödlicher Stadtbahnunfall gibt Rätsel auf
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00:16 29.12.2014
Von Tobias Morchner
Auf dem Hochbahnsteig sind die Markierungen zu sehen, wo das Opfer am Donnerstagabend zwischen Stadtbahnwagen und Anhänger stürzte. Quelle: Alexander Körner
Hannover

Ein 47 Jahre alter und offenbar sehbehinderter Mann war am Donnerstag in Ricklingen von einer Stadtbahn überrollt und tödlich verletzt worden. Er hatte sich gegen 17.15 Uhr auf dem Hochbahnsteig der Haltestelle Wallensteinstraße aufgehalten. Aus bislang ungeklärter Ursache war er dann zwischen dem ersten und dem zweiten Wagen der grünen Bahn auf die Gleise gestürzt. Beim Anfahren überrollte die Linie 7 den 47-Jährigen. Für ihn kam jede Hilfe zu spät. Auf dem Bahnsteig stellte die Polizei später den Blindenstock des Mannes sicher. Es ist bereits der siebte tödliche Stadtbahnunfall in diesem Jahr.

Der Üstra-Fahrer selbst hatte das Unglück gar nicht wahrgenommen und seine Fahrt in Richtung Innenstadt fortgesetzt. Erst als die betroffene Stadtbahn den Bahnsteig verlassen hatte, bemerkten Zeugen den leblosen Körper auf den Gleisen. „Ein Zeuge hat daraufhin dem Fahrer der nachfolgenden Stadtbahn Zeichen zum Anhalten gegeben. Der Kollege hat dann unseren Leitstand und die Polizei verständigt“, sagt Üstra-Sprecher Udo Iwannek. Der Fahrer der betroffenen Linie 7 wurde ebenfalls über das Unglück informiert. Die Polizei stellte die grüne Stadtbahn sicher und untersuchte Zugmaschine und den zweiten Waggon genau. Dabei sollen, ersten Informationen zufolge, Spuren des Unfalls im Bereich der Kupplung gefunden worden sein.

Um den genauen Hergang des Unfalls lückenlos aufklären zu können, sucht die Polizei dringend Zeugen. Insbesondere versprechen sich die Ermittler wichtige Anhaltspunkte von den Aussagen eines etwa 50 Jahre alten Mannes und einer etwa 30 Jahre alten Frau mit Kinderwagen und zwei Kindern auf Fahrrädern, die sich am Bahnsteig aufgehalten haben sollen. Hinweise nimmt der Verkehrsunfalldienst unter (05 11) 1 09 18 88 entgegen.

Auch der Üstra gibt der Unfall bislang Rätsel auf. „Alles, was sonst am Tag an allen Haltestellen Hunderte Male problemlos klappt, hat hier nicht funktioniert, und das macht uns fassungslos“, sagt Unternehmenssprecher Udo Iwannek. Denn die Haltestellen der Üstra sind für Blinde und Sehbehinderte ausgelegt. Im Boden eingelassen sind sowohl Markierungen, die mit einem Blindenstock ertastet werden können und die den Abstand zur Bahnsteigkante anzeigen. Zudem sind weitere Markierungen vorhanden, anhand derer die Bereiche der Türen ertastet werden können.

Warum der 47-Jährige dennoch nicht an der richtigen Stelle stand, ist unklar. Er hat sich, nach Auskunft der Üstra, auch nicht beim Fahrer zu erkennen gegeben. In den Wintermonaten öffnen die Stadtbahnfahrer, um Heizkosten zu sparen, nicht automatisch alle Türen einer Bahn zum Einsteigen, sondern nur die, an denen der Anforderungsknopf gedrückt wurde. „Steht ein Sehbehinderter am Bahnsteig, sollte er eigentlich seinen Stock einmal heben und so dem Fahrer signalisieren, dass er Einsteigen will - dann macht er auch im Winter alle Türen für ihn auf“, sagt Üstra-Sprecher Iwannek. Doch am ersten Weihnachtsfeiertag sei dieses allgemein verbindlich geregelte Signal von dem späteren Opfer nicht gegeben worden.

Im neuen Jahr wird sich die Unfallkommission mit dem Unglücksfall befassen. Die Experten der Stadt, der Üstra, der Polizei und der Verkehrswacht werden sich gemeinsam die Unfallstelle ansehen, um zu überprüfen, ob der Hochbahnsteig an der Wallensteinstraße baulich sicherer gemacht werden muss, um künftig derartige Unfälle verhindern zu können.

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