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Stadt Hannover Trotz Zweifeln: Hannover will die Fußball-EM
Aus der Region Stadt Hannover Trotz Zweifeln: Hannover will die Fußball-EM
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00:16 01.06.2017
Von Andreas Schinkel
Gehen hier in sieben Jahren Europameisterschaftsspiele über die Bühne? Die HDI-Arena ist erneut als Spielort im Gespräch. Quelle: Michael Thomas
Hannover

Anderen Städten wird eine Bewerbung zu heikel - Hannover aber will weiterhin Spielort der Fußball-EM 2024 werden. Nach Informationen der HAZ ist man im hannoverschen Rathaus „wild entschlossen“, die Bewerbung aufrechtzuerhalten. Anders sieht das beispielsweise in Dortmund und Kaiserslautern aus.

Von der Ratspolitik wird die Haltung der Stadt unterstützt. „Wir haben bei der WM 2006 bewiesen, dass wir das können. Und Hannover wird davon profitieren“, sagt SPD-Sportpolitiker Angelo Alter. Jedoch dürfe die Stadt nicht auf den Kosten sitzen bleiben. „Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) sollte nicht nach dem Motto agieren: Kosten solidarisieren, aber Gewinne privatisieren“, sagt Alter.

Einige Städte verzichten bereits

Genau davor haben Städte wie Dortmund und Kaiserslautern Angst. „Wenn wir Ja sagen, kaufen wir die Katze im Sack“, teilte Dortmunds Oberbürgermeister Ulrich Sierau (SPD) kürzlich mit. Die finanziellen Risiken seien unkalkulierbar, und aus dem Forderungskatalog an die Spielstätten gehe nicht hervor, wie hoch die Kosten nun wirklich seien. „Wenn das Geschäftsmodell von DFB und Uefa ist, wir bezahlen und sie kassieren, dann ist das etwas einseitig“, sagt Sierau. Der Dortmunder Rat wird am 1. Juni darüber abstimmen, ob die Bewerbung zurückgezogen wird. Für den DFB wäre das unangenehm - schließlich steht in Dortmund das größte deutsche Stadion, die Atmosphäre dort ist legendär.

In Kaiserslautern hat man bereits auf die Bewerbung verzichtet. Die finanziellen Unwägbarkeiten seien zu groß, hieß es zur Begründung. Auch Karlsruhe und Freiburg hatten bereits abgewinkt. Insgesamt 15 deutsche Städte sind noch im Rennen. Städte wie Nürnberg und Düsseldorf sind noch dabei. Der DFB will Mitte September zehn Städte auswählen.

Flughafen ist Pluspunkt

Die hannoversche Stadtverwaltung lässt sich nicht in die Karten schauen. „Wir haben mit dem DFB Stillschweigen über die Inhalte der Bewerbung zur EM, die derzeit zusammen mit Hannover 96 bearbeitet wird, vereinbart“, teilt Stadtsprecherin Ulrike Serbent auf Nachfrage mit. Aus Rathauskreisen heißt es, dass die Bedingungen, die der DFB stellt, nur scheibchenweise ans Licht kommen. „Wir wissen erst am Schluss, was der Spaß kostet“, sagt ein Kenner.

In der Ratspolitik scheint die Euphorie ungebrochen. „Die EM ist wichtig für das Image der Stadt“, sagt CDU-Fraktionschef Jens Seidel. Auch in wirtschaftlicher Hinsicht gebe ein internationales Fußballturnier Impulse für die Messestadt. „In Sachen Kosten warten wir die offiziellen Vorlagen der Verwaltung ab“, sagt Seidel. Er gibt zu bedenken, dass Kommunen wie Dortmund finanziell deutlich schlechter dastehen als Hannover. Die Grünen sehen ebenfalls viele Vorteile. „Das Stadion liegt mitten in der Stadt, und Hannover ist verkehrstechnisch super angebunden“, sagt Grünen-Sportpolitiker Mark Bindert.

Das hat sich Mitbewerber Hamburg auch gedacht. Dem Vernehmen nach hat die Metropole den Flughafen Langenhagen als eigenen Pluspunkt in die Waagschale geworfen, weil Hannovers Airport einer der wenigen 24-Stunden-Flughäfen in der Republik ist. Der Hamburger Flughafen erfüllt dieses Kriterium nicht.

Bis zum 10. Juli müssen die Städte ihre Bewerbungsunterlagen einreichen. Neben Deutschland will sich auch die Türkei um die Ausrichtung des kontinentalen Titelkampfes bewerben.

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