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Stadt Hannover Über Umwege zum Abitur
Aus der Region Stadt Hannover Über Umwege zum Abitur
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16:48 27.06.2018
Sebastian Flaig (28) ist über Umwege zum Abitur gekommen. Und er ist stolz drauf. Quelle: Tim Schaarschmidt
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Hannover

Die Integrierte Gesamtschule Langenhagen hat Sebastian Flaig 2006 mit einem Hauptschulabschluss verlassen, zwölf Jahre später macht er an der Berufsbildenden Schule Handel sein Abitur. Dazwischen liegen zwei abgeschlossene Ausbildungen, eine Familiengründung und die Erkenntnis, dass er mehr wollte vom Leben.

Erst waren andere Dinge interessanter als Schule

Als 15-, 16 Jähriger seien andere Dinge interessanter gewesen als Schule, erinnert er sich: „Freunde, Parties.“ Nach dem Hauptschulabschluss macht er ein Berufsgrundbildungsjahr, dann eine Lehre zum Raumausstatter, arbeitet einige Jahre. „Dann merkte ich, dass mir der Job nicht mehr reichte.“ Er schließt 2014 eine Ausbildung zum Einzelhandeskaufmann an, hat danach seinen Erweiterten Realschulabschluss und wechselt ins Berufliche Gymnasium der BBS Handel.

Am liebten würde er Grundschullehrer werden, sagt Flaig. Er könne gut erklären, vor allem Mathematik. Diese Erfahrung habe er gemacht, als er zuletzt Fünft- und Sechstklässler an der Lutherschule bei den Hausaufgaben unterstützt habe.

Dann kam die Lust aufs Lernen zurück

„Den Umweg möchte ich nicht missen“, sagt der 28-Jährige. „Es ist mein Weg. Ich weiß, was ich gemacht habe und wofür ich gekämpft habe.“ Er habe schon einige Jahre Berufserfahrung hinter sich, sowohl im handwerklichen als auch im kaufmännischen Bereich, während einige seiner früheren Klassenkameraden, die 2009 Abitur gemacht hätten, auch noch im Studium seien. Der längere Weg zum Abitur sei besser, findet er, als wenn Eltern ihre Kinder unbedingt aufs Gymnasium schicken wollten und die dort schlechte Noten bekämen: „So einen Druck sollte man den Kindern nicht zumuten“, sagt der zweifache Vater. Seine Kinder sind noch längst nicht im Schulalter, sondern gerade mal anderthalb und drei Jahre alt. Er möchte ihnen aber keineswegs einen Bildungsweg aufzwingen: „Egal, was sie machen, ob sie aufs Gymnasium gehen oder mit 16 die Schule verlassen wollen. Hauptsache, sie sind glücklich.“

Von Saskia Döhner

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