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Stadt Hannover Üstra bereitet das Alkoholverbot vor
Aus der Region Stadt Hannover Üstra bereitet das Alkoholverbot vor
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06:00 17.12.2016
Von Volker Wiedersheim
Zurzeit kleben die Mitarbeiter Piktogramme in die Fahrzeuge, die auf die Regelung hinweisen.
Hannover

Die Üstra geht dabei zunächst sachte zu Werke. „Zumindest in den ersten Wochen setzen wir auf Aufklärung“, sagt Sprecher Udo Iwannek. Strafgelder für Verstöße will das Unternehmen zunächst nicht verhängen, behält sich diese Option aber vor.

Das Alkoholkonsumverbot, wie es offiziell heißt, ist Resultat einer repräsentativen Fahrgastbefragung vom vergangenen Mai. Damals hatten sich 83 Prozent aller Teilnehmer dafür ausgesprochen, weil sie sich dadurch mehr Sicherheit und Sauberkeit in den Fahrzeugen erhoffen. Diese ungewöhnlich hohe Quote führte dazu, dass die Üstra ihren lange geübten Widerstand gegen die Regelung aufgab.

Derzeit laufen die Vorbereitungen. Nach der nächtlichen Reinigung der Fahrzeuge auf den Betriebshöfen kleben die Mitarbeiter Piktogramme innen neben die Türen der Fahrzeuge; allein bei den Stadtbahnen sind es insgesamt 1200 Stück. Außerdem lässt die Üstra Durchsagen aufnehmen und Trailer für das Fahrgastfernsehen einspielen, die auf das Verbot hinweisen. Wer mehr wissen will, kann sich eine der 5000 gedruckten Informationsbroschüren greifen. In ihnen steht auch, dass das Konsumverbot nicht mit einer Null-Promille-Regelung zu verwechseln ist. Wer angetrunken ist, darf nach wie vor mitfahren - nur eben in den Fahrzeugen nicht weitermachen.

„Wir hoffen, dass Einsicht, Aufklärung und soziale Kontrolle ausreichen, damit das Verbot eingehalten wird“, sagt Iwannek. Funktionieren diese Mechanismen nicht, könnte die Üstra nach Vorbild der Hamburger Verkehrsbetriebe ein Bußgeld verhängen. Dieses hatte in der Hansestadt dazu geführt, dass sich die Zahl der Verstöße binnen drei Jahren auf 4000 halbierte. Für den Sonntag haben Hannovers selbst ernannte Politsatiriker von der „Partei“ eine Protestaktion gegen die neue Regelung angekündigt. Sie wollen Bier in Kisten in die Bahnen schleppen und dieses Fahrgästen anbieten. Die Idee ist weder neu noch originell. In Hamburg spielten sich am letzten Abend vor Inkrafttreten des Alkoholverbots teilweise chaotische Szenen ab, weil sich Hunderte über soziale Medien zum sogenannten Abschiedstrinken verabredet und in den Zügen Partys gefeiert hatten.

Bei der Üstra sieht man das Treiben der „Partei“ gelassen. „Da das Verbot noch nicht in Kraft ist, dürfen sie ihr Bier verteilen“, sagt Iwannek. Sollte die Aktion ausarten, werde man vom Hausrecht Gebrauch machen und die Störer vom Sicherheitsdienst Protec aus den Fahrzeugen werfen lassen.

Üstra-Mitarbeiter sind auch im Internet unterwegs, um zu sichten, ob Saufgelage nach Hamburger Vorbild geplant sind. „Bisher haben wir keine entsprechenden Erkenntnisse“, sagt Iwannek. Möglicherweise ist es ein glücklicher Umstand, dass das Verbot in der ohnehin recht alkoholschwangeren Silvesternacht in Kraft tritt.

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