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Stadt Hannover Hannover ist auf Obdachlose im Winter vorbereitet
Aus der Region Stadt Hannover Hannover ist auf Obdachlose im Winter vorbereitet
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10:18 05.11.2018
Ein Obdachloser liegt unter einer Eisenbahnunterführung in Hannover. Laut der Stadt gibt es im Winter diverse Möglichkeiten für Obdachlose, unterzukommen. Quelle: dpa
Hannover

Noch ist nicht Winter, doch in Deutschland sind schon drei Obdachlose erfroren. Sie starben in Hamburg, Köln und Düsseldorf, wie die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe mitteilte. Bremen und die Städte in Niedersachsen sind nach einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur auf die Unterbringung von Wohnungslosen in der kalten Jahreszeit vorbereitet.

Die Situation in Hannover

„Über die Jahre hat die Zahl der Obdachlosen zugenommen“, sagte Sprecherin Konstanze Kalmus. Probleme gebe es bislang nicht. „Wir sind nach den bisherigen Erfahrungen gut aufgestellt. Wir haben etwa 1200 Menschen untergebracht.“ Darunter sind auch Familien, für sie gibt es spezielle Unterkünfte. Die Diakonie gehe von rund 400 dauerhaft Obdachlosen aus, die auf Hannovers Straßen leben, sagte Kalmus. Neben den städtischen Unterkünften gibt es Angebote eines Netzwerks von freien Trägern, beispielsweise den Kältebus. Er wird von den Johannitern unterhalten und von der Stadt gefördert.

So machen es andere Städte

Göttingen: „Wir halten ständig Unterbringungsplätze für wohnungslose Personen frei“, sagte Stadtsprecher Dominik Kimyon. „Momentan haben wir 10 obdachlose Männer und 13 obdachlose Frauen, davon 3 Frauen mit Kindern“. Die Zahl der Wohnungslosen sei zuletzt gestiegen, gerade auch die der Frauen. In den vergangenen Jahren waren es im Durchschnitt etwa sieben bis acht Männer und zwei bis drei Frauen, Kinder waren nie dabei. Stets sei eine Wohnung für Frauen und eine für Männer frei, sagte Kimyon. „Darüber kann auch die Polizei verfügen, um zum Beispiel an Wochenenden vorsprechende wohnungslose Personen mit einer Unterkunft versorgen zu können.“

Wolfsburg: „Die Stadt ist im Bereich Obdachlosenunterkünfte gut aufgestellt“, meinte Sprecherin Monia Meier. Die Gesamtkapazität liege zwischen 160 und 180 Plätzen. „Im Oktober 2017 waren 106 Personen im Obdach, im Oktober 2018 waren es bislang bis zu 128 Personen.“ Alle Obdachsuchenden könnten im Übernachtungsheim bis zu drei Tage hintereinander übernachten, dann erfolge in der Regel die Unterbringung in der regulären Obdachlosenunterkunft. Die Zahl der Übernachtungen im Heim steigt in den Wintermonaten leicht an.

Braunschweig: Es gibt außer einer zentralen Einrichtung für Männer dezentrale Standorte für Frauen und Familien. „Die Auslastung liegt derzeit bei rund 76 Prozent, es können also noch Personen aufgenommen werden“, sagte Stadtsprecherin Juliane Meinecke. „Für jeden Menschen, der ungewollt wohnungslos geworden ist und bei der Stadt Braunschweig Hilfe sucht, beschafft die Verwaltung eine Notunterkunft - das ist ihr gesetzlicher Auftrag“, betonte sie. In Braunschweig ist die Zahl der Wohnungslosen leicht rückläufig.

Lüneburg: „Alles in allem sehen wir uns für den Winter gut aufgestellt“, meinte Lüneburgs Sozialdezernentin Pia Steinrücke. „Erfahrungsgemäß steigt die Zahl der unterzubringenden Wohnungslosen in Lüneburg im Winter nicht stark an.“ Die Stadt halte weiter bis zu 45 Plätze für Wohnungslose vor. Zudem habe die Stadt weitere Außenplätze in Flüchtlingsunterkünften geschaffen. Eine Unterbringung mit Hunden sei nicht erwünscht, in Ausnahmefällen aber in den Räumen des Vereins Lebensraum Diakonie möglich.

Oldenburg: Hier gibt es etwa 40 Übernachtungsplätze für Obdachlose. „Diese Zahl ist seit einigen Jahren konstant und in normalen Wintern auch ausreichend“, sagte Sprecher Reinhard Schenke. Sollte es sehr kalt werden, will die Stadt kurzfristig reagieren. Ein Zusatzangebot sei die Sonntagsbereitschaft. Weil Geschäfte dann geschlossen haben, bleiben die städtischen Unterkünfte dann auch tagsüber geöffnet. An Wochentagen werden sie erst mit Beginn der Dämmerung geöffnet.

Bremen: „Wir sind gut aufgestellt, weil wir ein flexibles System haben“, sagte Bernd Schneider, Pressesprecher der Senatorin für Soziales. „Das besteht aus einer Kombination von Notunterkünften und kurzfristig angemieteten Plätzen in Schlicht-Hotels.“ Bremen rechne mit etwa 500 bis 600 Wohnungslosen. Die Zahlen seien konstant, mit leicht steigender Tendenz. Neu sei ein Angebot mit 28 Plätzen für Wohnungslose mit psychischen Problemen, die nicht erkennen, dass sie krank sind.

Von lni/RND

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