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Stadt Hannover Unterbringung von geflohenen Mädchen ist schwierig
Aus der Region Stadt Hannover Unterbringung von geflohenen Mädchen ist schwierig
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18:18 20.02.2017
Von Bärbel Hilbig
Quelle: dpa (Symbolbild)
Hannover

Anders als erwartet bleibt die Anzahl der unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge in der Region auf einem stabil hohen Niveau. Seit Anfang 2016 betreut das Jugendamt der Region mit leichten Schwankungen 260 bis 280 Kinder und Jugendliche, die ohne ihre Eltern aus Kriegs- und Krisengebieten gekommen sind. Das entspricht der bundesweiten Lage: Seit Dezember 2015 kümmern sich die Behörden durchgängig um mindestens rund 62.000 bis 64.000 unbegleitete Minderjährige. Die Spitze lag im ersten Quartel 2016 bei gut 68.000 Jugendlichen.

„Die Zahlen haben seit dem 1. Januar nicht abgenommen, obwohl davon ausgegangen worden war, dass viele dann 18 Jahre alt werden“, berichtet Christian Ortmann, Koordinator für den Bereich bei der Region. Da manche Jugendliche bei der Einreise angaben, ihren Pass verloren zu haben und ihr genaues Geburtsdatum nicht zu kennen, sollen die Behörden oft den 1. Januar 1999 als Geburtsdatum notiert haben.

In der Region gab es aber nur wenige Flüchtlinge mit diesem fiktiven Geburtsdatum. Rund zehn volljährige Jugendliche hat das Jugendamt aus seiner Obhut entlassen. Einige andere dürfen auf Antrag und nach einer Prüfung länger in einer pädagogisch betreuten Wohngruppe bleiben. Dies wird vor allem schwer traumatisierten Jugendlichen eingeräumt.

Neue Flüchtlingsrouten

Möglicherweise sind aber auch die geänderten Fluchtrouten ein Grund dafür, warum speziell die Anzahl der unbegleiteten Minderjährigen bei ansonsten rückläufiger Flüchtlingszahlen hoch bleibt. Über die Mittelmeerroute von Nordafrika kommen nach Angaben von Unicef 90 Prozent der Kinder und Jugendlichen ohne Eltern in Italien an. Ihre Zahl hat sich von 2015 bis 2016 verdoppelt. Auf dem Seeweg nach Griechenland sind dagegen nur 17 Prozent der Minderjährigen unbegleitet unterwegs.

In der Region macht sich dies bereits bemerkbar. Seit August kommen verstärkt junge Afrikaner aus Ländern wie Eritrea und Somalia in der Region an, berichtet Ortmann. Bisher stammt die überwiegende Mehrheit der insgesamt 340 minderjährigen Flüchtlinge, die seit November 2015 ankamen, aus Afghanistan, Syrien und dem Irak.

Schwierige Bedingungen für weibliche Flüchtlinge

Auch der Anteil der Mädchen steigt leicht. „Es ist bedeutend schwieriger, für sie eine Wohngruppe zu finden“, sagt Ortmann. Viele freie Träger betreiben nur Einrichtungen für männliche Jugendliche. „Wir wollen aber auch für Mädchen Plätze finden, die möglichst nah an der Region liegen.“

Das Jugendamt der Region ist für 16 der 21 Kommunen zuständig, Hannover, Burgdorf, Laatzen, Langenhagen und Lehrte betreiben eigene Jugendämter.

Die Lage in der Stadt: In Hannover ist die Zahl der unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge rückläufig. Wurden im Juli 2016 noch rund 170 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge in Obhut genommen, waren es im Januar 2017 lediglich rund 130. Der Grund: Die Stadt hat die vom Land Niedersachsen vorgegebene Quote seit rund zehn Monaten erfüllt. Weitere unbegleitete Minderjährige werden deshalb zunächst in andere niedersächsische Kommunen geschickt. Aktuell werden insgesamt 350 Minderjährige betreut. Der Anteil der Mädchen hat sich nicht verändert und liegt bei rund 11 Prozent.

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