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Stadt Hannover Unterkünfte für Obdachlose sind belegt
Aus der Region Stadt Hannover Unterkünfte für Obdachlose sind belegt
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00:19 18.12.2014
Von Veronika Thomas
Anlaufstelle für Wohnungslose: Der Kontaktladen Mecki öffnet um 8 Uhr. Quelle: Kateryna Kostyrko
Hannover

Die neuesten Zahlen berichtete Stadtplaner Michael Heesch im Sozialausschuss. Sozialdezernent Thomas Walter wies unterdessen auf das Winternotprogramm für Obdachlose hin. 400 der fast 850 Wohnungslosen hat die Stadt in Gemeinschaftsunterkünften untergebracht; weitere 450 in Schlichtwohnungen. 440 der Betroffenen ohne Obdach sind alleinstehend - 170 Frauen und 270 Männer. Die übrigen sind Familien oder Paare. Der Anteil wohnungsloser Osteuropäer aus Bulgarien und Rumänien liegt bei durchschnittlich 25 Prozent. Er schwanke aber zwischen 200 und 300 Personen.

„Die Stadt weist niemanden ohne Obdach ab“, betonte Heesch. Es könne allerdings vorkommen, dass die Menschen in der Notschlafstelle in der Wörthstraße für eine Nacht zusammenrücken müssten, ehe sie am nächsten Tag vom Wohnungsamt eine Unterkunft zugewiesen bekämen. Um mehr Platz für Wohnungslose zu schaffen, baut die Stadt das Dachgeschoss der Wohnungslosenunterkunft Wörthstraße zurzeit aus, um Platz für 30 Bewohner zuschaffen. In Planung ist eine weitere Einrichtung ausschließlich für wohnungslose Frauen im Roderbruch. Hier sollen weitere 18 Plätze entstehen.

Das ursprünglich nur für die kalte Jahreszeit initiierte Winternotprogramm für Wohnungslose geht jetzt in die „heiße Phase“. Am Montagabend ist um 18 Uhr erstmals der sogenannte Kältebus der Johanniter mit heißer Suppe, warmen Getränken und Schlafsäcken zu den Treffpunkten Wohnungsloser gefahren - darunter den ZOB, den Kröpcke und die Lutherkirche. Als weitere Termine nannten die Johanniter den 18. und 23. Dezember. Ab 6. Januar werden die Treffpunkte bis Ende März regelmäßig dienstags und donnerstags angefahren.

Im vergangenen Jahr war das Winternotprogramm erstmals auf das ganze Jahr ausgeweitet worden, um den Betroffenen besser helfen zu können. Zwei Sozialarbeiterinnen trafen bei 98 Straßengängen rund 1000 Wohnungslose an, das waren doppelt so viele wie 2012. Um Obdachlosen, vor allem jenen, die auch bei Minusgraden draußen übernachten, Hilfe zu gewähren, bittet Sozialdezernent Walter die Bevölkerung, die Betroffenen anzusprechen.

Wer einen hilflos wirkenden Obdachlosen sieht, sollte Polizei oder Rettungsdienst verständigen. Die Straßensozialarbeiter sind unter der Winternotfallnummer (05 11) 9 90 40 15 per Anrufbeantworter oder per E-Mail unter

winternotfallplan@juh-nds-mitte.de
erreichbar.

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