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Stadt Hannover Es braucht einen Neustart
Aus der Region Stadt Hannover Es braucht einen Neustart
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11:00 25.06.2016
Von Mathias Klein
Hannover

Glück gehabt. Es ist nichts passiert. Als vor drei Wochen die Henriettenstiftung ihren Kreißsaal in Kirchrode für 15 Stunden komplett schließen musste, hat das keine dramatischen Folgen für schwangere Frauen und deren Babys gehabt. Dabei war die Lage kritisch: Außer der Henriettenstiftung, die zum Diakovere-Verbund gehört, konnte auch die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) keine Frauen mit besonderen Risikoschwangerschaften aufnehmen. Ausgerechnet die beiden Kliniken in Hannover, die besonders gut auf Risikoschwangere und die Versorgung von Frühgeborenen eingestellt sein sollten, nahmen keine Patienten mehr auf. Die MHH deshalb nicht, weil alle Betten belegt waren, die Henriettenstiftung, weil sich gleich fünf Hebammen krankgemeldet hatten und Ersatz nicht zu finden war.

Durch dieses Desaster ist ein gravierendes Problem in den Krankenhäusern dieser Stadt deutlich geworden: In der Stadt der Spitzenmedizin, die bei der Versorgung der Bürger im bundesweiten Vergleich ganz weit oben steht, in der begehrte Chefärzte an den neuesten Geräten arbeiten, in dieser Stadt fehlt es an Elementarem: Es gibt in Hannover zu wenig Hebammen. Es gibt zu wenig derjenigen Frauen (und ganz selten auch Männern), die unverzichtbar sind, wenn ein Kind auf die Welt kommen will.

Wer nach den Gründen dafür fragt, muss nicht nur auf die hohen Haftpflichtbeiträge blicken, sondern sich die Ausbildung anschauen. In Hannover werden Hebammen nur in der Hebammenschule des Regionsklinikums ausgebildet. Das Klinikum hat im vergangenen Jahr mit der Geburts­abteilung im Nordstadtkrankenhaus seine einzige Geburtsklinik in der Landeshauptstadt geschlossen. Das Klinikunternehmen hat noch Geburtsabteilungen in Gehrden, in Großburgwedel und in Neustadt, alle drei mit deutlich weniger Geburten als die anderen Krankenhäuser in der Region Hannover. Und keine der Geburtsabteilungen des Regionsklinikums ist ein sogenanntes Level-1-Zentrum für besondere Risikoschwangerschaften, wie es die Henriettenstiftung oder die MHH sind. Das bedeutet: Eine Hebammenschülerin, die in Hannover ihre Ausbildung macht, kennt die Probleme zum Beispiel von Drillingsgeburten eher nur vom Hörensagen und nicht aus der praktischen Ausbildung.

Deshalb ist unverständlich, dass sich das Klinikum mit Diakovere und der MHH trotz monatelanger Verhandlungen nicht auf Praxiseinsätze der Hebammenschülerinnen in allen Kreißsälen in Hannover einigen konnte. Es brauchte erst die Drohung von Diakovere-Chef Bernd Weber, selbst eine Hebammenschule zu gründen, um beim Klinikum den Einigungswillen zu wecken.

Aber das reicht nicht. Hannover als Stadt mit bester medizinischer Versorgung in fast allen Bereichen konkurriert mit rund 50 anderen Hebammenschulen in Deutschland. Um die besten Bewerberinnen für die Ausbildungsplätze hierher zu holen, braucht es mehr als eine Zusammenarbeit. Nötig ist eine Schule, die mit den besten Fachleuten aus der Region den Nachwuchshebammen die beste Vorbereitung für ihren Beruf bietet. Alles andere ist zu wenig.

Dem Klinikum ist ein solches Angebot bisher nicht gelungen, weil das Unternehmen noch immer mit der eigenen Sanierung beschäftigt ist. Diakovere und die MHH stehen bereit, die Führung einer gemeinsamen Hebammenausbildung zu übernehmen. Das würde dem Klinikum und der Geburtshelferausbildung gut tun.

Nach monatelangen Sanierungsarbeiten nimmt die Stadt die Flüchtlingsunterkunft im ehemaligen Maritim-Hotel am Friedrichswall in Betrieb. Das Gebäude hat Platz für rund 550 Flüchtlinge. Die ersten von ihnen sollen ab der kommenden Woche dort untergebracht werden.

Mathias Klein 28.06.2016

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