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Stadt Hannover Unternehmer kündigt kompletter Belegschaft
Aus der Region Stadt Hannover Unternehmer kündigt kompletter Belegschaft
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22:09 12.01.2017
Von Bernd Haase
Die Deutsche Grundstücksservice GmbH übernahm Hausmeisterdienstleistungen wie Objektbetreuung, Grünanlagenpflege oder Winterdienst. Quelle: dpa (Symbolbild)
Hannover

Dehne bestätigt die Kündigungen zum 1. Februar, nennt aber einen anderen Grund. Die Servicequalität, die die Mitarbeiter abgeliefert hätten, habe nicht gestimmt.

Dehne besitzt mehrere Firmen oder hält Beteiligungen an ihnen, die Mietwohnanlagen, darunter auch Sanierungsobjekte, kaufen und betreiben. Für eine von ihnen hat die Deutsche Grundstücksservice Hausmeisterdienstleistungen wie Objektbetreuung, Grünanlagenpflege oder Winterdienst übernommen.

„Die Mitarbeiter wurden von einem Tag auf den anderen gefeuert, kurz, nachdem sie die Wahl eines Betriebsrates organisiert hatten“, sagt Gewerkschaftssekretär Frank Lattrich und wirft dem Unternehmer „miese Personalpolitik nach Gutsherrenart“ vor. Es sei schon der zweite Versuch gewesen, eine Arbeitnehmervertretung zu gründen. Gegen den ersten im November sei Dehne juristisch vorgegangen. Zuletzt habe er laut Lattrich illegalerweise versucht, an die Namen der Gewerkschaftsmitglieder in seiner Firma zu kommen.

„Einen vergleichbaren Fall hat es in der Region Hannover in den vergangenen 15 Jahren nicht gegeben“, erklärt der Gewerkschafter. Überdies habe der „Immobilienerbe, dem es an Geld nicht zu mangeln scheine, gerade einmal den gesetzlichen Mindestlohn gezahlt und diesen auch nur unregelmäßig.

Dehne hält dem entgegen, die Zufriedenheit der Mieter in seinen Immobilien habe oberste Priorität, daher müsse die Servicequalität stimmen. „Bereits im vergangenen Sommer wurden die Mitarbeiter darauf hingewiesen, dass hier Optimierungsbedarf besteht“, erklärt er. Weil dies nicht den gewünschten Erfolg gebracht habe, sei man zu der unternehmerischen Entscheidung gezwungen gewesen, die Arbeiten an einen externen Auftragnehmer zu vergeben.

Die IG Bau will das so nicht akzeptieren und fordert, die Kündigungen zurückzunehmen. Sollte dies nicht passieren, würden alle zur Verfügung stehenden Mittel genutzt werden, um zu verhindern, dass die Beschäftigten ihre Jobs verlieren. Der Rechtsstreit um die erste Betriebsratswahl laufe derzeit vor dem Arbeitsgericht Hannover. Auch Kündigungsschutzklagen kündigt Lattrich an.

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