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Stadt Hannover Anna Gubanova gründet Auktionsplattform für Mode
Aus der Region Stadt Hannover Anna Gubanova gründet Auktionsplattform für Mode
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00:18 31.07.2017
Von Juliane Kaune
Mag Mode, die nicht von der Stange kommt: Anna Gubanova  Quelle: Katrin Kutter
Hannover

Die weißen Hemden stammen aus dem Kleiderschrank von Freunden und wurden nicht mehr oft getragen. Bettina Schmutz hat den Secondhand-Textilien nun einen ganz neuen Auftritt ermöglicht: Aus drei konventionellen Oberhemden hat die 24-jährige Hannoveranerin ein sehr unkonventionelles Designerstück kreiert.

Alle Krägen und Knopfleisten sind noch vorhanden, und durch geschicktes Zusammennähen ist ein voluminöses blusenartiges Oberteil entstanden, das an den Schultern tiefe Einblicke gestattet. Das exklusive Einzelstück gibt es nicht im Laden zu kaufen. Aber es kann bis zum 9. August im Internet ersteigert werden.

Fanciq heißt die Auktionsplattform, die Start-up-Unternehmerin Anna Gubanova Ende Juni gegründet hat. „Ich möchte jungen Designerinnen und Designern die Möglichkeit geben, ihre Kreationen bekannter zu machen“, sagt die 29-jährige Wirtschaftswissenschaftlerin. Dabei setzt die Lindenerin den Schwerpunkt in Hannover. Die Modelle, die im August und September bei den jeweils zwei Wochen laufenden Internet-auktionen zu besichtigen sein werden, stammen alle von Absolventen und Studenten der beiden ­hannoverschen Modeschulen ­Fahmoda und M3 sowie von der Design-Fakultät der Hochschule Hannover (HsH). Später sollen auch Kreative aus anderen Städten dazukommen.

Anna Gubanova, die gerade an ihrer Promotion über Start-ups arbeitet, hat selbst ein Faible für Mode, die nicht von der Stange kommt. Wichtig ist ihr auch: „Kleidung soll kein Wegwerfartikel sein, sondern etwas Individuelles, an dem man lange seine Freude hat.“ Handgefertigte Stücke statt industriell produzierter Massenware - so lautet ihr Credo. „Allein für die Herstellung eines schlichten weißen T-Shirts werden in der Bilanz rund 2700 Liter Wasser verbraucht - und dann wird es nur ein paar Mal getragen“, sagt die Jungunternehmerin. Auch darum sei es wichtig, auf Nachhaltigkeit im Kleiderschrank zu setzen.

Die Unikate, die sie über die Fanciq-Plattform präsentiert, sollen diese Botschaft transportieren. Zugleich sollen sie tragbar und bezahlbar sein. Ob das für alle der Onlineangebote gilt, bleibt dem jeweiligen Geschmack und Geldbeutel überlassen. Die Ökobilanz der Kork-Kreation von Anastasiia Ustinov dürfte überzeugen: Das reich verzierte Bustier des Labels mit dem programmatischen Namen Organic Religion besteht zu 100 Prozent aus Kork und Biobaumwolle. Ob es alltagstauglich ist oder besser bei besonderen Anlässen zum Einsatz kommt, muss die künftige Trägerin herausfinden. Zuvor muss sie entscheiden, ob sie sich das Top 200 bis 250 Euro kosten lassen will.

„Der Preis ist immer eine Empfehlung des jeweiligen Designers“, erklärt Gubanova. Bei den Auktionen kann jeder potenzielle Käufer gleichwohl den Preis bieten, den er für angemessen hält - das Höchstgebot erhält den Zuschlag. Besonders spannend macht die Sache, dass es sich um eine verdeckte Auktion handelt; das heißt, die jeweiligen Gebote sind im Internet nicht einsehbar.

Gubanova wünscht sich, dass ihre Idee sich auch im Ebay-Zeitalter durchsetzt. Zugleich ist das eigene Start-up ein nachhaltiger Praxisbezug zu ihrer Doktorarbeit. Allein zu Studienzwecken betreibt sie die Internetplattform mit zwei Geschäftspartnern natürlich nicht. Kommt es zum Verkauf, gehen 20 Prozent des gezahlten Preises an das junge Unternehmen.

Info: Unter www.fanciq.com kann mitgeboten werden. Live zu sehen ist eine Auswahl der Modelle am 13. August von 11 bis 19 Uhr auf dem Gelände der Eilers-Werke, Entenfangweg 2, und am 15. August ab 13 Uhr beim Ideenboulevard des Maschseefestes am Nordufer.

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