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Stadt Hannover Unterschlagen? Andora sucht 50 seiner Kunstwerke
Aus der Region Stadt Hannover Unterschlagen? Andora sucht 50 seiner Kunstwerke
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00:15 19.02.2017
Von Conrad von Meding
Knatsch ums Geld: Pop-Art-Künstler Andora (rechts) will das Dollarnoten-Bild „Exclusion“ (links) und weitere Werke zurückhaben. Quelle: Foto: Privat
Hannover

Im Hintergrund tobt ein persönlicher Krieg um Geld, Ehre - und auch um Politik.

Andora, inzwischen Wahl-Berliner, hat lange in Hannover gelebt und gearbeitet und derzeit noch seinen Nebenwohnsitz in der Stadt. Der 59-Jährige gilt gemeinhin als bekanntester deutscher Pop-Art-Künstler. Mit spektakulären Aktionen hat er seinen Ruf begründet - unter anderem darf er sich einziger Künstler nennen, von dem ein Werk die Erde umkreist hat, weil er eine russische Rakete äußerlich veredelt hat. Zur Expo gestaltete er ein sechs Meter hohes Niedersachsen-Ross als Skulptur, 2003 durfte er die Titelseiten von Meyers Großem Taschenlexikon gestalten und für Henry Maske einen Boxmantel. Einen internationalen Eklat lösten seine künstlerischen Auseinandersetzungen mit Dollarnoten aus: Der heutige Präsident Donald Trump lud ihn nach Atlantic City ein und kaufte ihm für 50 000 Mark ein Dollarnoten-Werk ab, die US-Regierung hingegen belegte ihn mit einem Einreiseverbot, angeblich, weil die Verbindung des Kapitalismussymbols Dollarnote mit der Leichtigkeit der Kunst nicht gefalle. Zuletzt machte er mit dem - nicht umsetzbaren - Plan von sich reden, die Raschplatz-Hochstraße bunt anzumalen.

Jetzt also schlägt sich der exzentrische Künstler mit seinem Management herum. Roman Kuffert (57) aus Potsdam soll sich weigern, Kunstwerke von Andora herauszugeben. Beide hatten 2011 mit weiteren Partnern die Firma Andora UG gegründet. Das Ziel: Die Firma zahlt Atelier- und Materialkosten für neue Kunstwerke sowie einen Beitrag zum Lebensunterhalt, der Künstler liefert regelmäßig frische Kunst zum Verkauf. Um rund 3000 Euro monatlich soll es gehen. Doch die Sache lief nicht so einvernehmlich wie erhofft.

Kuffert sagt, Andora sei ziemlich schwer zu vermarkten, denn „seine Zeit war in den Neunzigern“. Trotzdem gebe er sich redlich Mühe: „Wir haben gute Ausstellungen gemacht.“ Andora hingegen sieht sich schlecht vermarktet und politisch missbraucht. Kuffert hatte 2016 eine Ausstellung im Brandenburger Landtag organisiert - Veranstalter war aber die dortige AfD, mit der Kuffert damals sympathisierte und die er jetzt im Potsdamer Rat vertritt. „Eine Frechheit“, sagt Andora. Er habe Kuffert „gefeuert wegen Missmanagement“ und wolle jetzt seine Werke aus der Firma zurückhaben. Kuffert sagt, so einfach gehe das nicht - sie gehörten schließlich der Andora UG und nicht dem Künstler. Inzwischen hat Kuffert eine Verleumdungsklage gegen den Künstler angestrengt, weil der ihn schriftlich eine Ratte genannt hatte. Andora wiederum hat über seinen Anwalt Dirk Fischer die Herausgabe aller Geschäftsunterlagen gefordert. Dem ist Kuffert offenbar erst in Teilen nachgekommen. „Wir haben einer Fristverlängerung zugestimmt“, sagt Anwalt Fischer.

Immerhin: Glaubt man Andora, dann geht es bei den Kunstwerken um Millionenwerte. Sein bisheriger Manager sagt nichts zu Beträgen, hält aber hohe Summen für schwer erzielbar. Am Ende wird wohl ein Gericht entscheiden, wie es weitergeht mit den Kunstwerken, dem Künstler und seinem Management.

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