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Stadt Hannover Lange Haftstrafen nach Gruppenvergewaltigung
Aus der Region Stadt Hannover Lange Haftstrafen nach Gruppenvergewaltigung
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15:24 18.09.2015
Auf der Anklagebank in vorderer Reihe sitzen (v.l.): Artur K. mit seinem Verteidiger Holger Nitz, Rechtsanwalt Manfred Döbel mit seinem Mandanten Klaudio L., Anwalt Ernst-Otto Nolte und Verteidigerin Tanja Brettschneider. Der Angeklagte Tim O. verdeckt sein Gesicht mit einem Aktendeckel, neben ihm sitzt Frank W.     Quelle: Zgoll
Hannover

„Sie sind eine fürchterliche Truppe", wandte sich der Vorsitzende Richter Stefan Joseph in der Urteilsbegründung an die vier Angeklagten, „aber Frank W. war ohne Zweifel Dreh- und Angelpunkt der Tat." Am Freitag hatte die 19. Strafkammer des Landesgerichts Hannover das Urteil über die vier Männer gesprochen, die im März eine Bekannte schwer misshandelt und vergewaltigt hatten. Nach Aussagen des Opfers hatten die Männer es nackt und kopfüber an einer Reckstange im Zimmer aufgehängt und vergewaltigt. „Diese Tat hat das Gericht fassungslos gemacht", sagte der Richter

Der Hauptangeklagte Frank W. spielte dabei nach Ansicht des Richters die entscheidende Rolle. Er hatte sich 1997 schon einmal an einer Frau vergangen und sie getötet. Dafür war er verurteilt worden und saß mehrere Jahre in Haft. Geläutert habe ihn diese Erfahrung aber nicht. Der Angeklagte verfüge immer noch über ein enormes Gewaltpotenzial und habe die Vergewaltigung der Bekannten geplant. Das Gericht verurteilte ihn deshalb zu acht Jahren und fünf Monaten Gefängnis ohne Bewährung wegen besonders schwerer Vergewaltigung und gefährlicher Körperverletzung. 

Auch seine Komplizen müssen ins Gefängnis. Tim O. wurde zu drei Jahren und zehn Monaten Haft verurteilt wegen Beihilfe zu besonders schwerer Vergewaltigung und gefährlicher Körperverletzung. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass Tim O. maßgeblich an der Tat beteiligt war.

Artur K. muss zwei Jahre auf Bewährung in Haft wegen Beihilfe zu besonders schwerer sexueller Nötigung. Er soll  zwar geholfen haben, das Opfer zu fesseln, doch habe er sich nicht an ihm vergangen. Der vierte Angeklagte, Klaudio L., bekam sieben Monate Haft ohne Bewährung wegen unterlassener Hilfeleistung. Er soll während der Tat auf dem Sofa gesessen und Alkohol getrunken haben, ohne einzugreifen oder Hilfe zu holen. Alle Beteiligten waren zur Tatzeit betrunken, jedoch nicht so stark, dass sie als vermindert schuldfähig gelten könnten.

Nach der Urteilsverkündung wandte sich der Richter noch einmal an das Opfer, eine 50 Jahre alte Frau. Sie hatte am Dienstag fünf Stunden lang vor der Öffentlichkeit ausgesagt. „Die Vernehmung hat mich beeindruckt", sagte Richter Joseph, "Sie sind sicher Opfer, aber die Männer haben es nicht geschafft, Ihnen Ihre Würde zu nehmen."

isc

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