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Stadt Hannover Käßmann freut sich auf Ruhestand
Aus der Region Stadt Hannover Käßmann freut sich auf Ruhestand
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00:15 02.07.2018
„Kirche muss politisch sein“: Margot Käßmann in der Pressekonferenz vor ihrer Verabschiedung in den Ruhestand. Quelle: Tim Schaarschmidt
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Hannover

Sie macht einen aufgeräumten Eindruck, und wenn sie Bilanz zieht, ist sie zufrieden: „Ich war leidenschaftlich gern Pfarrerin“, sagt Hannovers frühere Landesbischöfin Margot Käßmann. Sie habe dazu beigetragen, dass Frauen heute selbstverständlich Ämter in der Kirche bekleiden können. Und anders als früher könnten homosexuelle Pastoren heute mit ihren Partnern im Pfarrhaus leben: „Darüber freue ich mich.“

Sie selbst wird am Sonnabend um 15 Uhr mit einem großen Gottesdienst in der Marktkirche in den Ruhestand verabschiedet. Landesbischof Ralf Meister entpflichtet sie als Pastorin der Landeskirche, doch wie alle Pastoren behält sie ihre Ordinationsrechte und wird weiterhin Gottesdienste, Taufen oder Trauungen vornehmen können. Für 800 Besucher ist Platz in der Marktkirche, doch es werden weit mehr erwartet. Daher wird der Gottesdienst auf eine Großbildleinwand nach außen übertragen. Anschließend gibt es einen Empfang mit Reden und Musik auf dem Marktplatz.

“Ich freue mich darauf“, sagt Käßmann. Beim Joggen habe sie sich jetzt daran erinnert, wie sie in Hannover am 4. September 1999 als Landesbischöfin ins Amt eingeführt wurde: „Das war extrem spannend.“ Kritiker initiierten damals eine Notsynode, weil sie es für unmöglich hielten, dass eine Frau das Bischofsamt bekleiden könnte.

Heimatgefühle in Hannover

„Die Marktkirche ist mir besonders wichtig“, sagt Käßmann. Hier habe sie viele bewegende Gottesdienste erlebt, sagt sie und erinnert sich an die überfüllten Weihnachtsgottesdienste ebenso wie an die Trauerfeiern nach den Anschlägen vom 11. September und für den 96-Torwart Robert Enke. Seit einiger Zeit lebt die beliebte Theologin wieder in Hannover: „Die Stadt, mit der ich am ehesten Heimatgefühle verbinde.“

Für ihre Kirche wünsche sie sich, dass diese sich weiter einmischt: „Kirche muss politisch sein“, sagt Käßmann. Es sei bedrückend, dass Flüchtlinge vor allem als Problem gesehen würden und dass ihr Schicksal für viele kaum noch eine Rolle spiele.

In ihrer Abschiedspredigt möchte sie über Moses predigen. Über einen Verantwortungsträger also, der seinen Stab an seinen Nachfolger mit den ermutigenden Worten: „Seid getrost und unverzagt“ weitergab. Auf ihren Ruhestand freue sie sich. Ihr sechstes Enkelkind ist unterwegs. Im nächsten halben Jahr, das habe sie sich fest vorgenommen, möchte sie weder Vorträge noch Predigten halten, „allenfalls Lesungen aus Büchern“.

„Lebenszeit ist begrenzt“, sagt die Theologin, die jüngst ihren 60. Geburtstag gefeiert hat, „und ich fühle mich jung genug, die Zeit zu genießen.“ Bücher möchte sie weiter schreiben. Ihr neuestes wird in diesen Tagen fertig. Darin gehe es ums Altwerden, sagt Käßmann: „Es heißt: ,Schöne Aussichten’“.

Von Simon Benne

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