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Stadt Hannover Veranstalter sagt „Nacht von Hannover“ ab
Aus der Region Stadt Hannover Veranstalter sagt „Nacht von Hannover“ ab
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18:49 30.05.2012
Von Carsten Schmidt
Im vergangenen Jahr radelten die Sportler zum 27. und vorerst letzten Mal bei der „Nacht von Hannover“ rund um die Oper. Quelle: Daniel Reinhardt
Hannover

Das Radsport-Tief hat sich jetzt auch in Hannover festgesetzt. Die „Nacht von Hannover“, ein für den 27. Juli terminiertes Einladungsrennen mit internationalen Topathleten, findet in diesem Jahr nicht statt. „Die Durchführung der Veranstaltung ist in der augenblicklichen Situation aus wirtschaftlichen Gründen nicht mehr zu verantworten“, teilte Stefanie Eichel, Chefin der ausrichtenden Agentur „eichels:Event“ am Mittwoch auf der Internetseite der „Nacht von Hannover mit.

Michael Kramer, Sprecher des Veranstalters, ergänzte, dass die Absage eine Konsequenz des schlechten Ansehens des Radsports hierzulande sei. Das ist vor allem seit 2006 der Fall, als Jan Ullrich von der Tour de France wegen Dopingverdachts ausgeschlossen wurde. Ein Jahr später folgten die Geständnisse von Erik Zabel und anderer deutscher Kollegen, dass sie bei ihren Wettkämpfen mit nicht erlaubten Mitteln nachgeholfen haben.

„Wir haben danach mit Schwierigkeiten für die folgenden drei bis fünf Jahre gerechnet“, sagte Kramer, zumal die Betrugsfälle im Radsport auch bei der „Nacht“ den Zuspruch von 85.000 Zuschauern 2003 auf zuletzt 30.000 Besucher sinken ließen. In Hannover habe es zwar keinen Rückzug von Sponsoren wie anderenorts gegeben, ergänzte Kramer. Es sei aber auch nicht möglich gewesen, neue Unterstützer zu begeistern. Diese wären aber zur Finanzierung des Rennens rund um das Opernhaus notwendig gewesen. „Eine ,Nacht‘ ohne das gewohnte Ambiente, die Stars der Szene oder auch das entsprechende Rahmenprogramm ist nicht das, was wir wollen. Mit dem augenblicklichen Etat war dies aber nicht mehr seriös machbar“, sagte Agenturchefin Eichel.

Die Absage der „Nacht von Hannover“ reiht sich damit ein in eine Vielzahl von eingestellten Veranstaltungen – darunter die Deutschland-Tour, die Friedensfahrt und die Niedersachsen-Rundfahrt. Wann die 28. Auflage stattfinden wird, ließ Kramer offen. „Wir werden die Entwicklung im Radsport beobachten und daraus unsere Schlüsse ziehen“, sagte er. Die „Nacht“, die 1975 ihrer Premiere feierte, habe aber auch eine elfjährige Pause von 1986 bis 1997 überstehen können.

Die hannoversche Stadtverwaltung bedauerte die Absage. Sie habe die „Nacht“ gern unterstützt, weil diese ein Top-Ereignis gewesen sei. Das belegt ein Blick auf die Starterlisten der vergangenen Jahre mit Fahrern wie Ullrich, Zabel Andreas Klöden, Mario Cipollini, Alessandro Petacchi und Cadel Evans. Die Stadt verwies aber auch auf einen ihrer Ansicht nach starken Trend, der weg von den Profiveranstaltungen und hin zu Rennen für „Jedermann“ ginge. Diese erfreuten sich auch in Hannover großer Beliebtheit.

Dieser Artikel wurde aktualisiert.

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