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Stadt Hannover Wildtierverbot im Zirkus kommt nicht
Aus der Region Stadt Hannover Wildtierverbot im Zirkus kommt nicht
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00:17 17.12.2016
Von Andreas Schinkel
Wildtier-Dressuren wie hier im Zirkus Charles Knie sollen auf Hannovers Plätzen weiterhin erlaubt sein. Quelle: Zirkus Charles Knie
Hannover

„Wir sind enttäuscht von der Stadtverwaltung“, sagt Grünen-Ratsfrau Renee Steinhoff. Ihre Partei nannte die Stadt in einer Mitteilung deshalb „hasenfüßig“ – und will noch nicht aufgeben. Sie will ihre Ampel-Partner, SPD und FDP, überzeugen, eine neue Initiative zu starten. Die SPD dürfte dabei kaum mitmachen. „Eigentlich muss ein Wildtierverbot auf Bundesebene ausgesprochen werden“, sagt SPD-Ratsherr Jens Menge.

Noch in der alten Ratsperiode hatten SPD und Grüne die Stadt aufgefordert, eine sogenannte Widmungsbeschränkung für öffentliche Plätze zu prüfen. Damit wäre es möglich, so die Vorstellung von Rot-Grün damals, Wildtiershows auf städtischen Plätzen, etwa auf dem Schützenplatz, zu verbieten. Andere Städte hätten über eine Widmungsbeschränkung bereits erfolgreich durchgesetzt, dass Zirkusse mit Seelöwen und Nilpferden nicht mehr auftreten. Auch vor Gericht habe eine solche Regelung durchaus Bestand.

Die Stadtverwaltung sieht das anders. Ein Eingriff in die Berufsfreiheit der Zirkusbetreiber könne nur durch ein Gesetz erfolgen. Grundsätzlich sei jedes Tier, gerade wenn es in Gefangenschaft geboren wurde, "hochgradig lernfähig". Eine Unterscheidung zwischen wildlebenden und heimischen Tieren sei nicht schlüssig. Konsequent wäre es, sämtliche Darbietungen von Tieren zu verbieten, also auch eine Pudel-Show. Die Stadt beruft sich auf Kontrollen, die sie regelmäßig in den Zirkussen durchführt, die in Hannover gastieren. Dabei wurden in den vergangenen Jahren nur sehr wenige Mängel bei der Tierhaltung festgestellt.

Tiershows sind selten geworden

Zudem führt die Stadt ins Feld, dass sie die in Hannover gastierenden Zirkusse regelmäßig kontrolliere. „In diesem Jahr haben wir sieben Zirkusse überprüft, zwei von ihnen hatten Wildtiere“, berichtet Veterinärin Christiane Mehl. Bei der Haltung eines Pythons habe es Beanstandungen gegeben. Die Luftfeuchtigkeit im Terrarium sei nicht ausreichend gewesen. Weitere Mängel registrierte die Veterinärin bei der Haltung von Enten und Meerschweinchen.

Die Grünen wollen dennoch nicht locker lassen. "Die Verwaltung kommt mir sehr hasenfüßig vor", sagt Grünen-Wirtschaftsexpertin Elisabeth Clausen-Muradian. Man werde nun mit SPD und FDP sprechen, um eine Widmungsbeschränkung für Wildtier-Shows doch noch durchzusetzen. Die SPD scheint eher der Verwaltungsmeinung zuzustimmen. "Eine Regelung ist nur auf Bundesebene möglich", sagt SPd-Finanzexperte Jens Menge im Finanzausschuss.

Auf dem Schützenplatz baut der Weihnachtszirkus derzeit seine Zelte auf. Die Darbietungen beschränken sich auf Akrobatik, ganz ohne Tiere. "Dressurnummern würden nicht in unser Konzept passen", sagt Thomas Schütte, Geschäftsführer der Veranstalterfirma Grandezza Entertainment. Er hält die Debatten um ein Wildtierverbot für Scheingefechte. "Es gibt kaum noch Zirkusse, die Tiershows bieten", sagt Schütte. Bei den großen, internationalen Zirkus-Festivals seien Dressurnummern ebenfalls selten geworden.

Mehr Kontrollen, hellere Lampen, häufige Reinigung und ein Umbau der Passarelle – die Stadtverwaltung will den Raschplatz attraktiver machen und die Trinkerszene eindämmen. Erste Maßnahmen haben nach Ansicht der Stadt bereits Früchte getragen.

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