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Stadt Hannover Polizei fasst mutmaßlichen Supermarkträuber
Aus der Region Stadt Hannover Polizei fasst mutmaßlichen Supermarkträuber
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09:56 19.12.2014
Anhand der Fahndungsbilder erkannte ein Zeuge den Mann, der nun verhaftet wurde. Quelle: Polizei / Montage
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Hannover

Schneller Fahndungserfolg für die Ermittlungsgruppe „Discounter“: Gut zwei Wochen nach den tödlichen Schüssen während eines Raubüberfalls in einem Supermarkt in Stöcken hat die Polizei am Donnerstag den mutmaßlichen Supermarkträuber festgenommen. Beamte eines Spezialeinsatzkommandos (SEK) überwältigten den als gefährlich eingestuften 48-Jährigen gegen 13.45 Uhr in einer Wohnung im nordrhein-westfälischen Hamm. Der mutmaßliche Täter wurde noch am Abend nach Hannover in die Untersuchungshaft überstellt.

Zeuge liefert den entscheidenden Hinweis

Der entscheidende Hinweis auf den Gesuchten kam aus der Bevölkerung. „Ein Zeuge hatte sich bei uns gemeldet, der glaubte, den Mann anhand der Bilder und Videosequenzen wiedererkannt zu haben“, sagte Oberstaatsanwalt Thomas Klinge. Dem Hinweisgeber soll insbesondere die Art, wie der Täter sich auf den Überwachungsbildern bewegt, ins Auge gesprungen sein. „Außerdem wusste er, dass der Mann einen osteuropäischen Akzent hat“, sagte Klinge. Weitere Ermittlungen der Polizei bestätigten wenig später tatsächlich die Angaben des Zeugen. Das Amtsgericht Hannover stellte schließlich einen Haftbefehl wegen Mordes für den 48-Jährigen aus. „Die Richter folgten unserer Auffassung, dass der Mann dringend tatverdächtig ist“, sagte der Oberstaatsanwalt. Wenig später erfolgte der Zugriff durch die Spezialeinheit.

"Wir stehen erst am Anfang der Ermittlungen"

Ob der 48-Jährige tatsächlich für weitere 20 Raubüberfälle in Niedersachsen und den angrenzenden Bundesländern als Täter infrage kommt, wie es die Strafverfolger vermuten, steht noch nicht fest. „Wir stehen gerade am Anfang der Ermittlungen“, sagte Thomas Klinge. Unklar ist auch, ob die Fahnder in der Wohnung in Hamm die Tatwaffe und das Fahrrad des Verdächtigen, das er in aller Regel für seine Flucht benutzt haben soll, sicherstellen konnten. Bis in den späten Abend hinein suchte die Kripo in der Wohnung, in der die Festnahme des 48-Jährigen erfolgt war, jeden Zentimeter nach Beweisen ab, die zu einem der vielen möglichen Tatorte passen könnten. Die Auswertung der Spuren wird voraussichtlich einige Wochen in Anspruch nehmen.

Unheimliche Raubserie begann in Göttingen

Die unheimliche Serie von Supermarktüberfällen, für die der jetzt Festgenommene verantwortlich sein könnte, begann am 28. September 2013 im Göttinger Stadtteil Grone. Von dort zieht sich die mögliche Spur quer durch Niedersachsen. Aber auch in Hamm soll der 48-Jährige bereits zugeschlagen haben. Am 24. Februar dieses Jahres soll er eine Lidl-Filiale im Stadtteil Werries überfallen haben. Bei der Tat gab er einen Schuss aus seiner Waffe ab. Die Kugel traf eine 53-jährige Kassiererin in den Fuß.

Auch in Hannover feuerte er bei dem Überfall auf den NP-Markt in der Weizenfeldstraße aus seiner Waffe. Der 21-jährige Azubi Joey K., der sich dem Räuber in den Weg gestellt hatte, wurde dabei tödlich verletzt. Ein weiterer Kunde kam mit schweren Verletzungen in ein Krankenhaus. Nur einen Tag später raubte der Verdächtige einen weiteren Supermarkt in Hemmingen aus.

Nachricht der Verhaftung verbreitet sich rasend schnell

Auch in den sozialen Netzwerken verbreitete sich die Nachricht von der Verhaftung am Donnerstag rasend schnell. Bereits wenige Minuten nach der offiziellen Meldung von Staatsanwaltschaft und Polizei drückten Freunde und Verwandte von Joey K. ihre Erleichterung über die Festnahme des mutmaßlichen Mörders des 21-jährigen gebürtigen Fürstenwalders aus. Seine Lebensgefährtin Monique M., die bereits kurz nach dem Tod von Joey K. mehrere Gedenkseiten auf Facebook für den angehenden Hotelfachmann eingerichtet hatte, wollte sich gegenüber der HAZ nicht zu den Geschehnissen äußern. Sie habe einen Exklusivvertrag mit der Fernsehsendung „stern TV“ unterzeichnet, teilte sie auf Anfrage mit, der ihr verbiete, mit anderen Medien über den Tod ihres Freundes zu sprechen.

Von Tobias Morchern und Jörn Kießler

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