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Stadt Hannover Platz für Mut und Zuversicht
Aus der Region Stadt Hannover Platz für Mut und Zuversicht
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00:19 31.12.2018
Die Pinken Zitronen wollen sich gegenseitig Lebensmut geben und zusammen auch bittere Momente durchstehen (von links): Sabine Manthei, Martina Scheerle, Mareike Bullerdiek, Mareen Bongartz, Nicola Jahnke-Sieche und Wiebke Mrowka. Quelle: Samantha Franson
Hannover

Die Diagnose Krebs ist ein Trauma, stellt das Leben auf den Kopf und in Frage. Und längst nicht immer trifft es die anderen. Diese Erfahrung hat auch Nicola Jahnke-Sieche machen müssen, als sie vor einigen Jahren mit damals 43 an Brustkrebs erkrankte. „Die Krankheit bekommt in den letzten Jahren leider ein immer jüngeres Gesicht“, sagt die Mutter von zwei Töchtern. Selbsthilfe als Begleitung von schweren Erkrankungen sei sehr wertvoll, aber als sie sich als junge, berufstätige Mutter nach passenden Angeboten umgeschaut habe, sei in ihrer Altersklasse nichts Passendes zu finden gewesen. „Viele Frauen in den bestehenden Gruppen waren deutlich älter und steckten in einer ganz anderen Lebensphase.“

Also hat die heute 46-Jährige das Projekt Selbsthilfe für junge Betroffene von Brustkrebs eigenständig in die Hand genommen und gemeinsam mit Wiebke Mrowka das Unterstützungsangebot „Pinke Zitronen – Die jungen Brustkrebspatientinnen“ aufgebaut. Das Logo mit den beiden pinkfarbenen Zitrusfrüchten, einseitig etwas eingeschrumpelt, ist frech und selbstbewusst zugleich. Nach nur eineinhalb Jahren zählen knapp 100 junge Frauen zum Netzwerk, das mittlerweile ein eingetragener Verein ist. „Vieles läuft zunächst einmal über eine Whatsapp-Gruppe“, sagt Mareen Bongartz, ebenfalls Mitglied. Beim Austausch der jungen Frauen soll nicht nur über Medikation oder Nebenwirkungen gesprochen werden. „Wir wollen aktiv sein“, betont die 37-Jährige. Dass das erste Treffen der Pinken Zitronen am Gosch-Stand auf dem Maschseefest war, ging da schon in die richtige Richtung. Außerdem haben sich die Initiatorinnen von Beginn an mit ihren Aktionen auch über Facebook und Instagram vernetzt.

Das Konzept geht auf, der Zulauf betroffener Frauen ist groß. „Mit den Treffen und Aktionen versuchen wir, die erkrankten Frauen in der sehr belastenden Krankheitsphase zu unterstützen und durch die Therapie zu begleiten“, sagt Mitglied Mareike Bullerdiek. Zudem würden die Betroffenen bei der Rückkehr in den Lebens- und Berufsalltag gestärkt. „Die Frauen brauchen auch Ansprechpartner nach der akuten Krankheitsphase.“ Jede Frau habe einen eigenen Weg, mit der Krankheit umzugehen, es gehe nicht um richtig oder falsch. „Aber sie werden begleitet.“

Darüber hinaus gibt es dank des „enormen Erfahrungspools“ auch viele praktische Tipps für die jungen Patientinnen. „Wir haben inzwischen gute Kontakte zu den regionalen Kliniken und onkologischen Einrichtungen“, sagt Jahnke-Sieche. Im Vordergrund stehe der Aufbau eines eigenen regionalen Netzwerks für Brustkrebspatientinnen, in dem man sich unkompliziert und ungezwungen austauschen kann. „Wir treffen uns eher in Cafés als in sterilen Klinikräumen, treiben zusammen Sport und entwickeln ein Begleitprogramm für Kinder von betroffenen Frauen, das im Januar startet“, berichtet die 46-Jährige.

Das Thema Sport steht bei den Pinken Zitronen ganz oben im Konzept. Beim Schlammlauf sind die Frauen genauso erfolgreich wie beim Drachenbootrennen – in diesem Jahr haben sie mit dem Sport Club Hannover ein eigenes Team nur für Brustkrebspatientinnen auf die Beine gestellt. Als Pink Dragonistas haben sie an den Deutschen Drachenboot-Meisterschaften in Schwerin teilgenommen und zweimal Gold erpaddelt. Die Frauen stecken voller Ideen und Tatendrang. „Aber natürlich gibt es nicht nur schöne Momente. Wir haben auch schon vier Frauen an diese Krankheit verloren – und tragen das wie Angst und Stress gemeinsam als Gruppe“, sagt Jahnke-Sieche.

In Akutphasen können die Frauen Tag und Nacht Nachrichten in die Whatsapp-Gruppe schreiben – und bekommen immer Antwort. Wer reden möchte oder schnell eine Lösung für ein Problem braucht, ist im Infochat gut aufgehoben, die Gespritzen Zitronen kümmern sich vornehmlich um Frauen in der Akuttherapie. „Es gibt bei uns viele Untergruppen, da ist für jede etwas dabei“, meint Bullerdiek. Aber es gehe nicht nur um den Krebs. „Wir schauen, dass das Glas halbvoll ist“, betonen die Mitstreiterinnen Martina Scheerle und Sabine Manthei. Hoffnung und Zuversicht seien elementar. „Wir wollen niemanden runterziehen“, ergänzt Wiebke Mrowka.

Mit dem Alter nehmen es die Pinken Zitronen nicht ganz genau. „Wir wollen niemanden ausgrenzen, es muss halt passen. Die meisten Frauen sind zwischen Mitte 20 und Ende 40“, erklärt Jahnke-Sieche. Gerade die ganz jungen Frauen bräuchten besondere Unterstützung. „Zumal, wenn sie noch nicht einmal im Beruf sind und auch finanzielle Sorge haben.“ Aus diesem Grund ist der Verein so breit aufgestellt. „Wir können viele Stadien mit unserer Hilfe abdecken, vor allem aber die Frauen bestärken, ihnen Mut machen und den Spaß am Leben herausstellen“, sagt Manthei. „Das Thema Brustkrebs ist längst aus der Tabuzone – und wir sind viele“, fügt Bongartz hinzu. Es trifft eben nicht immer nur die anderen.

Info: Pinke Zitronen – Die jungen Brustkrebspatientinnen, Selbsthilfeverein für jüngere Frauen und Mütter. Auf der Facebookseite www.facebook.com/pinkezitronen2017 gibt es Informationen zu Aktionen und Treffpunkten sowie onkologischen Angeboten. Kontakte per E-Mail sind über pinkezitronene.v.@web.de möglich.

Von Susanna Bauch

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