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Stadt Hannover Mann begeht Rotlichtverstoß wegen "Sogwirkung"
Aus der Region Stadt Hannover Mann begeht Rotlichtverstoß wegen "Sogwirkung"
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00:15 23.12.2016
Von Michael Zgoll
Quelle: Kristoffer Finn
Hannover

Niemand ist glücklich, wird er von der Polizei bei einem Rotlichtverstoß ertappt. Doch für einen 49-jährigen Handwerker war die Situation besonders peinlich: Zwei Beamte fanden ihn mit geöffneter Hose vor, auf dem Beifahrersitz seines Mercedes-Transporters hockte eine Prostituierte. Ein Bußgeldbescheid bescherte dem Mann 200 Euro Geldstrafe und ein einmonatiges Fahrverbot, da die Ampel an der Kreuzung Herschel-/Arndtstraße länger als eine Sekunde Rot gezeigt hatte. Mit der Geldbuße war der Handwerker einverstanden, doch das Fahrverbot schmerzte ihn so sehr, dass er Einspruch einlegte. Am Montag wurde am Amtsgericht verhandelt - eine Sitzung mit heiteren Momenten.

Der Beschuldigte war im Gerichtssaal nicht zugegen, doch sein Anwalt Arne Ritter kämpfte mit allen Finessen um die Aufhebung des Fahrverbots. Sein Mandant habe aufgrund der „Sogwirkung“ und des „Mitzieheffekts“ eines grün leuchtenden Rechtsabbiegerpfeils Gas gegeben und sei irrtümlich bei Rot geradeaus Richtung Weidendamm gefahren. Dies sei nur eine leichte Fahrlässigkeit, die nach allgemeiner Rechtsprechung kein Fahrverbot nach sich ziehe.

Richter Lars Römermann versuchte nach Kräften zu ergründen, welche „Sogwirkung“ den Handwerker vor zehn Monaten so ablenkte, dass er den grünen Rechtsabbiegerpfeil als Abfahrtssignal ansah. Fest steht, dass der Transporter an jenem Februarabend gegen 23 Uhr an erster Stelle vor der Haltelinie stand, hinter ihm die Zivilstreife. Die Beamten staunten nicht schlecht, als sich der Mercedes plötzlich in Bewegung setzte, trotz Rotlichts für den Geradeausverkehr. Sie stoppten den Verkehrssünder gut 100 Meter hinter der Kreuzung nahe dem früheren Hauptgüterbahnhof.

Zum Folgegeschehen lieferten die Polizisten dem Gericht zwei Versionen. Ein Beamter meinte, er habe die Fahrertür geöffnet und den 49-Jährigen mit halb heruntergelassener Hose ertappt. Sein Kollege sagte aus, der Mann sei ihm mit offener Hose entgegengekommen: „Das Geschlechtsteil habe ich aber nicht gesehen.“ Die Prostituierte kannten beide vom Straßenstrich Herschelstraße, sie war wohl erst kurz zuvor bei dem Handwerker eingestiegen.

„Ein Rotlichtverstoß hat nichts mit Fragen der Moral zu tun“, erklärte Anwalt Ritter. Es sei überhaupt nicht bewiesen, dass sein Mandant an der Ampel sexuell aktiv gewesen sei - vielleicht habe er dort mit der Frau aus dem Rotlichtmilieu noch über den Preis für ihre Dienste gesprochen.

Doch Richter Römermann blieb unnachgiebig und bestätigte den Bußgeldbescheid inklusive Fahrverbot. Er glaube, der Handwerker sei aufgrund „sexueller Handlungen“ abgelenkt gewesen, die „Hose auf halbmast“ habe doch einige Aussagekraft. Was genau sich in der Fahrerkabine vor der Ampel abspielte, sei für die Urteilsfindung unerheblich.

Der Anwalt kündigte an, Rechtsbeschwerde einzulegen. Über diese wird das Oberlandesgericht Celle im schriftlichen Verfahren befinden - doch das kann dauern.

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