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Stadt Hannover Viele Schäden: Gewitterfront fegt über Hannover
Aus der Region Stadt Hannover Viele Schäden: Gewitterfront fegt über Hannover
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20:05 23.06.2017
Mehrere Zentimeter hoch steht nach schweren Regenfällen das Wasser auf den Straßen in Ricklingen. Quelle: dpa
Hannover

Land unter in Hannover: Eine Gewitterfront hat am Donnerstagbend zahlreiche Schäden verursacht. Keller liefen voll Wasser, Bäume fielen auf die Oberleitung der Stadtbahn. Um kurz nach 21 Uhr unterbrach die Üstra den Stadtbahnbetrieb, Taxen waren in der Folge kaum zu bekommen. In einigen Teilen der Stadt stand das Wasser zentimeterhoch auf den Straßen, die Kanalisation schaffte die Regenmassen in der Kürze der Zeit nicht. Die Feuerwehr war im Dauereinsatz.

Die Gewitterfront erreichte Hannover gegen 20.45 Uhr und wütete knapp 20 Minuten. Die Feuerwehr verzeichnete „eine ziemlich angespannte Lage“ – gegen 22.30 Uhr hatte sie ungefähr 300 Einsätze abzuarbeiten, „Tendenz steigend“. Sie werden anhand einer Prioritätenliste abgearbeitet.“ Kurz vor Mitternacht bat die Stadt darum, die Notrufnummer 112 nicht bei „geringen Schäden“ anzurufen.     

Feuerwehr zehn Stunden im Dauereinsatz

Die Wartezeit konnte bis zu 60 Minuten betragen. Insgesamt 500 Einsätze beschäftigen die Feuerwehr nach dem Ausbruch des Unwetters, teilten die Beamten am Freitagmorgen in einer ersten Bilanz mit. Insgesamt 568 Kräfte waren im Einsatz.

Unter anderem musste die Vorstellung von „Die Macht des Schicksals“ im Opernhaus aufgrund eines Wasserschadens abgesagt werden, während es in der Otto-Brenner-Straße einen Keller zu löschen galt. Auf dem Messeschnellweg war die Polizei am Abend damit beschäftigt, vereinzelte Äste von der Fahrbahn zu entfernen, am Altenbekener Damm trafen abgebrochene Äste mehrere Fahrzeuge. In Garbsen-Osterwald schlug der Blitz in ein Haus ein. Flammen schlugen aus dem Dach. Verletzt wurde dabei niemand.

Die Feuerwehr berichtet von Wasserschäden im Clementinenhaus, im Friederikenstift und im Krankenhaus auf der Bult - dort drang das Wasser sogar bis in den OP-Bereich vor. Darüber hinaus brennt ein Trafo der Stadtbahn an der Hildesheimer Straße auf Höhe des Südschnellwegs

Zusätzlich liefen bei der Feuerwehr zahlreiche Alarme von Brandmeldeanlagen auf, die nun "sukzessive abgearbeitet werden". Darüber hinaus seien unter anderem zahlreiche Keller vollgelaufen. In einigen Teilen der Stadt stand das Wasser zentimeterhoch auf den Straßen, die Kanalisation schaffte die Regenmassen in der Kürze der Zeit nicht. Durch die starken Sturmböen stürzten zudem Baustellenschilder und Absperrungen um.

An der Kreuzung Simrockstraße zur Bandelstraße in der Südstadt schöpften kurz nach dem heftigen Regenschauer die Anwohner eimerweise das Wasser aus ihren Kellern und Garageneinfahrten. Auch die Kreuzung der Straßen war vollgelaufen, sodass viele Autos diesen Weg lieber mieden und einen Umweg in Kauf nahmen, statt durch das knapp 15 Zentimeter hohe Wasser auf der Fahrbahn zu bahnen. Dafür nutze eine Gruppe von Kindern die Ausnahmesituation, um ein bisschen in der großen Pfütze herumzuwaten.

Hannover: Üstra stellt Stadtbahnbetrieb ein

Die Üstra wiederum meldete zahlreiche herabgestürzte Äste, weshalb der Stadtbahnbetrieb gegen 21 Uhr eingestellt werden musste. Auf mehreren Strecken wurde zeitweise ein Schienenersatzverkehr eingerichtet. In der Nacht normalisierte sich der Betrieb wieder nach und nach. 

Hauptbahnhof unter Wasser

In einen Versorgungsschacht im Untergeschoss des Hauptbahnhofes drangen am Donnerstagabend mehr als 60.000 Liter Wasser ein, wie die Feuerwehr am Morgen mitteilte. Zudem waren Elektroversorgungsleitungen sowie ein Mittelspannungstransformator einer Elektrounterverteilung unter Wasser gesetzt worden. Dies hatte zur Folge, dass ein Teil des Hauptbahnhofes von der Stromversorgung getrennt werden musste. Das müssen Reisende jetzt wissen.

Wegen mehrere Streckensperrungen im Bahnverkehr strandeten Hunderte Reisende in Hannover. Die Deutsche Bahn stellte zwei sogenannten Aufenthaltszüge bereit. Die beiden Züge
wurden von rund 800 Personen in Anspruch genommen. Eine Betreuungseinheit der Johanniter-Unfall-Hilfe versorgte zudem rund 1500 Personen mit Essen und Getränken.

Südschnellweg gesperrt

Wegen Überflutung wurde der Südschnellweg zwischen B3, B6, Kreuz Seelhorst und Hildesheimer Straße zeitweise in beiden Richtungen gesperrt. Autofahrer mussten das Gebiet weiträumig umfahren.

Verspätungen im Flugbetrieb

Am Flughafen Langenhagen brachte das Gewitter den Flugplan gehörig durcheinander. Einige Maschinen konnten erst mit über einstündiger Verspätung landen. Ein Lufthansa-Jet aus München drehte zunächst eine Warteschleife östlich von Hannover, musste dann aber sogar nach Bremen umgeleitet werden. Flugzeugstarts verzögerten sich teilweise ebenfalls um bis zu eine Stunde.

Guns N'Roses Konzert unterbrochen

Wegen des aktuellen Unwetters wurde das Konzert von Guns N' Roses auf dem Messegelände um 20.45 Uhr unterbrochen. Die Besucher wurden in die Messehallen 24, 25 und 26 gebeten. Das Konzert wurde um 22.20 Uhr fortgesetzt.

pah/kad/no/lz

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